Nordwalde
Rosige Aussichten

Mittwoch, 08.12.2010, 17:12 Uhr

Nordwalde - Bei ihrer Mitgliederversammlung hat die Erzeugergemeinschaft Hamporc Zucht und Mast Peter Allendorf erneut einstimmig zu ihrem Vorsitzendem gewählt. Hermann Brinker stand für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung. Da der Vorstand nach der Fusion mit der Erzeugergemeinschaft Münsterland im Jahr 2007 verkleinert werden sollte wurde der Posten auch nicht neu besetzt.

Geschäftsführer Helmut Scho berichtete den rund 80 anwesenden Landwirten über die aktuellen Zahlen und die Entwicklung der Erzeugergemeinschaft. Nachdem im Jahr 2008 im Nordwalder Gewerbegebiet das Verwaltungsgebäude bezogen wurde, steht noch der Bau einer Halle aus, berichtete Scho. Sobald ein Förderantrag an das Landesamt NRW bewilligt ist, soll es losgehen. Im Frühjahr oder im Sommer 2011 sol es losgehen.

Nach den Regularien referierte Peter Spandau von der Landwirtschaftskammer Münster, wohin sich die Schweinehaltung im Münsterland entwickelt sowie über Rahmenbedingungen und Potenziale von Ferkelerzeugung und Schweinemast. Gerade von einer Sitzung in Düsseldorf zurückgekehrt, begann er seine Ausführungen laut Pressmittelung der Hamporc EG mit der spitzen Bemerkung: „Anknüpfend an die Politik von 2005 der rot-grünen Landesregierung bekommen wir wieder Dinge vorgesetzt, von denen wir glaubten, sie hinter uns zu haben. Demnächst gebrauchen wir wieder mehr Stroh.“

Auf der Basis einer OECD-Statistik prophezeite Spandau, dass sich der Fleischverbrauch der Weltbevölkerung bis 2018 um 20 Prozent auf über 314 Millionen Tonnen pro Jahr erhöhen wird. „Verantwortlich dafür sind nicht die Industrienationen. Hier stagniert der Fleischverbrauch. Es sind die Schwellenländer wie Indien und China, die einen höheren Verbrauch garantieren. In Indien ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Schweinefleisch erst bei zwei Kilogramm. Und auch in China liegt er unter zehn Kilo.“ Die Veredelung im Münsterland lohne sich also weiterhin, lautete seine Schlussfolgerung. Einen Selbstversorgungsgrad von heute 110 Prozent hatte man vor 15 Jahren kaum für möglich gehalten. „Deutschland ist heute Netto-Exporteur von Schweinefleisch.“

Gegenüber Niedersachsen, wo die Schweineproduktion sich mehr in Richtung Mast entwickele, sei im Münsterland die Sauenhaltung interessanter. „Die Erlöse für Mastschweine sind in den letzten 20 Jahren gesunken. Steuerrecht und Vieheinheitenschlüssel bremsen die Erwartungen“, so Spandau. „Je intensiver der Standort ist, umso besser ist das Potenzial für Sauenhalter.“

Bezogen auf Erweiterungen gab der Fachmann Folgendes zu bedenken: „Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Es ist einzelbetrieblich zu entscheiden, wie der Betrieb zu verändern ist und man sich dem Markt stellen kann.“ Wo die Grenzen des Wachstums sind, ließ Spandau offen. Diese Frage könne nur der Betriebsleiter beantworten.

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