Nordwalde
Streiche waren ihre Sache

Freitag, 05.08.2011, 14:08 Uhr

Nordwalde - Die alten Geschichten fliegen hin und her, und die Augen leuchten. „Weißt du noch damals?“ Johannes Zumdieck, Josef Linnenbaum , Georg Schmitz und Bernhard Steinkamp trafen sich jetzt in Haus Diepenbrock, um das 60-jährige Bestehen ihres Knobel-Stammtisches „Et giv enen umsüss“ („Es gibt einen umsonst“) zu feiern.

Von den 13 Gründungsmitgliedern sind heute noch fünf übrig geblieben. Den 80. Geburtstag haben sie alle schon hinter sich. Auch Jacky Brinkmann , der eigentlich Heinz heißt, im Augustinushaus wohnt, aber aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte. Der war in seinen besten Jahren ein „bunter Wandervogel“, hat zwei Jahre in Australien und dann in den USA gelebt, wie seine Freunde erzählen.

Vorher hatten sie eine Menge Streiche ausgeheckt. So haben Jacky und Franz Kloppenborg in Münster in der Schauburg an einem Rock´n`Roll-Tanzwettbewerb teilgenommen, erzählen seine Kumpel. Jacky war als Frau verkleidet. „Als sie zur Bühne gingen, hörte man aus dem Publikum, was das denn für eine komische Frau wäre“, erinnern sie sich. Nach der Siegerehrung hätte Jacky dann die Perücke abgenommen. Das Publikum habe gejohlt vor Freude, aber den Organisatoren sei es wohl ziemlich peinlich gewesen, schmunzeln die Stammtischbrüder.

Ein anderes Mal hätten sie spontan in der Silvesternacht ein Radrennen rund um Nordwalde veranstaltet. „Die zwei Dorfpolizisten haben die Strecke gesperrt und fast ganz Nordwalde hat an der Straße gestanden“, erzählen die vier. Der zweite Versuch im folgenden Jahr musste allerdings abgesagt werden. „Wir hätten da eine Genehmigung für beantragen müssen und 100 Polizisten hätten die Strecke sperren sollen. Das wäre zu teuer geworden.“

Besonders im ersten Jahr des Stammtisches hätten sie sich schon einiges an Streichen einfallen lassen. „Da kamen abends die Nordwalder hier in die Kneipe, um nachzufragen, was wir denn jetzt wieder ausfressen wollten“, erinnert sich Linnenbaum. Dem Wettschwimmen durch Pastors Gräfte folgte die öffentliche Ausrufung durch den Gemeindediener, dass ein Teilnehmer seine verlorene Unterhose im Fundbüro abholen könne. Und wem gehörte besagtes Kleidungsstück - dem Jacky natürlich!

Sogar beim Film in Hollywood sei Jacky gewesen, berichten sich die Knobelbrüder. Dann sei ein Film, bei dem er mitspielte, in Burgsteinfurt gezeigt worden. „Wir sind natürlich hin, und dann ist er einmal durchs Bild gehuscht“, meint Linnenbaum. Das hatten sie sich eigentlich anders vorgestellt.

„In den heutigen Zeiten würde vieles, was wir gemacht haben, gar nicht mehr gehen“, wissen die vier. Allerdings würden sie heute bestimmt das Geld loswerden, das sie damals bei einem Fußballspiel gesammelt hatten. „Wir sind gegen den Männergesangverein Rheingold angetreten. Als wir die Spende dem Vikar für ein buntes Kirchenfenster geben wollten, hat der abgelehnt“, erzählen sie. Grund sei gewesen, dass beim Gesangverein einer mitgespielt hat, der aus der Kirche ausgetreten war.

Am Tag des 60-jährigen Bestehens der lustigen Truppe hatte der Knobelbecher ausnahmsweise mal Pause. Stattdessen hatten die Stammtischler ihre Frauen zu einem Festessen eingeladen.

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