DJ, Gärtner und Schlossgespenst
Jonas Hellenkamp hat sich für den Bundesfreiwilligendienst auf Burg Gemen entschieden

Nordwalde -

Davon konnten die Jungs früherer Jahrgänge nur träumen: keine Bundeswehr, kein Zivildienst, direkt nach der Schule mit Ausbildung oder Studium starten – oder einfach mal eine paar Monate gar nichts machen. Jonas Hellenkamp gehört zu den Glücklichen, die dank Ex-Minister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg und der Aussetzung der Wehrpflicht keinen Einberufungsbescheid mehr im Briefkasten hatten. Aber was tun? Nach dem Abitur am Borghorster Gymnasium in diesem Sommer war der 19-Jährige unentschlossen – und entschied sich für den neu ins Leben gerufenen Bundesfreiwilligendienst: „Ich wollte die Zeit zwischen Schule und Studium oder Ausbildung einfach sinnvoll nutzen“, beschreibt er selbst, warum er das neue Angebot von Vater Staat wahrnimmt.

Samstag, 24.12.2011, 13:12 Uhr

Der Nordwalder hätte eine Stelle als „Bufdi“ auch direkt vor der Haustür bekommen. Er ist evangelisch und wollte in den Bildungsbereich hineinschnuppern: Was hätte da im wahrsten Sinne des Wortes näher gelegen, als bei der Evangelischen Jugendbildungsstätte (Jubi) anzuheuern? Über einen Bericht wurde Jonas jedoch auf offene Stellen in der Jugendburg Gemen des Bistums Münster aufmerksam, in der er als Schüler selbst Tage religiöser Orientierung verbracht hatte. „Die waren zwar nicht so toll, aber das Haus als solches hat mir sehr gut gefallen.“ Und außerdem wollte er auch mal weg von Zuhause.

Das Bewerbungsverfahren war reine Formsache, Jonas hatte die Stelle im Nu. Und seit einigen Monaten „residiert“ er – in einem Zimmer direkt über der Kapelle – in einer der schönsten Wasserburgen des Münsterlandes, – wenngleich sein Alltag nicht dem eines Burgherren gleicht. Im Moment ist er für Hausmeistertätigkeiten und im Garten eingeplant. Manchmal hat er abends Thekendienst und darf nebenbei noch als DJ die Gäste unterhalten.

Bei diesen doch eher handwerklichen Tätigkeiten soll‘s aber nicht bleiben. Jonas: „Das ist ja im Vergleich zum Zivildienst das Schöne: Beim BFD kann man viel mehr machen.“ Nach einer weiteren Station – demnächst geht es in die Küche – wird Jonas in die pädagogische Arbeit eingebunden, darf Seminare mitorganisieren und natürlich auch in die inhaltliche Arbeit mit den Teilnehmern einsteigen.

Bis dahin beschränkt sich die Arbeit mit den Gästen auf den Thekendienst im Burgkeller und ganz spezielle Missionen: Schlossführungen, bei denen es nicht nur durch die prunkvollen Säle mit ihren wertvollen Gobelins geht, sondern – als kleiner Gag – auch auf den Dachboden. Während einer die Gäste führt, stülpen sich seine Kollegen weiße Gewänder über und spielen Schlossgespenst . Wozu Bufdis nicht alles gut sind. . .

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/577953?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F181%2F700547%2F700548%2F
Rund 75 Autos brennen im Parkhaus
Großbrand am FMO: Rund 75 Autos brennen im Parkhaus
Nachrichten-Ticker