Rote Hände für Exxon
„Interessengemeinschaft gegen Gasbohren“ (IGGG) startet neue Kampagne

Nordwalde -

Wäre der Scheddebrock ein Fußballfeld, könnte sich der Energiekonzern Exxon Mobil schon davonschleichen, bevor er den Platz überhaupt betreten hat. Anders jedenfalls sind die roten Hände nicht zu deuten, die die „Interessengemeinschaft gegen Gasbohren“ (IGGG) dem Konzern zeigen will. Die Initiatoren hoffen, dass bald möglichst viele dieser dekorativen Symbole aus Metall Gärten in Nordwalde und Umgebung zieren.

Donnerstag, 29.03.2012, 15:03 Uhr

Rote Hände für Exxon : „Interessengemeinschaft gegen Gasbohren“ (IGGG) startet neue Kampagne
Die Idee zu den roten Händen hatten die Exxon-Gegner aus Drensteinfurt. Die aussagekräftige Garten-Deko wird in einer Fachwerkstatt hergestellt, kann aber auch selbst gebastelt werden. Foto: msc

Mit dieser Kampagne reagiert die IGGG auf Exxons im Januar geänderten Antrag zur Entnahme von Bohrkernen, den das Unternehmen bei der Bezirksregierung in Arnsberg gestellt hat. Anders als der Konzern selbst gehen die Genehmigungsbehörde in Arnsberg und auch der Kreis Steinfurt als Untere Wasserbehörde laut IGGG davon aus, dass hierzu zusätzlich eine wasserrechtliche Erlaubnis erteilt werden muss.

Die Verantwortlichen der IGGG sind überzeugt davon, dass das alles nichts an der Tatsache ändert, dass bis zum Vorliegen des Gutachtens der NRW-Landesregierung keine Bohrungen erlaubt werden, wenn bei der späteren Förderung Fracking nicht ausgeschlossen wird. Mittlerweile haben sich laut IGGG bundesweit über 25 Interessengemeinschaften gegründet. „Sobald durchsickert, dass irgendwo neue Aufsuchungsgebiete beantragt werden, entsteht in der Region eine Bürgerinitiative oder Interessengemeinschaft“, beobachtet IGGG-Sprecher Mathias Elshoff immer wieder.

Die Betroffenen könnten nicht verstehen, dass tonnenweise giftige Chemikalien in den Untergrund gepumpt werden sollen, obwohl damit die Qualität des Grundwassers gefährdet werde. Elshoff rückblickend: „Aber nicht nur die Bürger bewegt das Thema. Wir haben es geschafft, das Bundesumweltamt , viele Interessenverbände, Gewerkschaften, Wasserwerke, Kirchen, Parteien, Gemeinden und Umweltschutzorganisationen für unseren Standpunkt zu gewinnen.“ Mit der neuen Kampagne „Weder hier noch anderswo“ will die IGGG quasi das Feuer des Widerstands am Lodern halten und Sympathisanten im wahrsten Sinne des Wortes die Möglichkeit geben, öffentlich Farbe zu bekennen.

Mit einer roten Hand im Vorgarten kann jeder Grundeigentümer zudem deutlich machen, dass er seinen Grund und Boden niemals für die Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen zur Verfügung stellen würde. Elshoff: „Das können städtische oder kirchliche Grundstücke sein. Aber auch Firmen, Institutionen und private Grundeigentümer können sich so gegen die Gasförderung stemmen.“ Nach Berechnungen der IGGG würden im Falle der Erdgasförderung nach und nach Dutzende Bohrplätze rund um Nordwalde entstehen. Auf jedem einzelnen würde 14 Monate lang rund um die Uhr gebohrt.

► Das Schild zur Kampagne mit der roten Hand kann zum Selbstkostenpreis von 9,50 Euro (groß und mit Metallständer) oder 4,50 Euro (klein, ohne Metallständer) in allen Filialen der Bäckerei Elshoff erworben werden. | Schablonen zum Selbermachen und weitere Informationen unter www.weder-hier-noch-anderswo.de.

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