Neues Ladenschlussgesetz
Pfingstmontag bleibt der Ofen kalt

Nordwalde/Altenberge -

Bei den meisten Bäckern stößt das neue Ladenschlussgesetz nicht auf große Gegenliebe. Dies ergab eine Umfrage in Nordwalde und Altenberge.

Sonntag, 19.05.2013, 00:05 Uhr

Frische Brötchen gibt es künftig nicht mehr am Pfingstmontag, sondern schon am Sonntag.
Frische Brötchen gibt es künftig nicht mehr am Pfingstmontag, sondern schon am Sonntag. Foto: Michael Schwakenberg

Jahrelang war an Ostern und Pfingsten alles klar: Sonntags hatten die Bäckereien zu, montags hatten sie geöffnet. Seit vergangener Woche gilt in NRW ein neues Ladenschlussgesetz , dass diese Regelung quasi auf den Kopf stellt: Sonntags dürfen Brötchen verkauft werden, montags nicht.

Was Mathias Elshoff von der gleichnamigen Landbäckerei besonders ärgert: „Wieso muss man so etwas so kurzfristig beschließen? Viele Mitarbeiter hatten den Sonntag als freien Tag eingeplant und müssen jetzt arbeiten.“

Erfreut über die Änderung ist dagegen Ansgar Verspohl , Inhaber der gleichnamigen Bäckerei mit Hauptsitz in Altenberge. „Von der gesamten Planung ist diese Regelung wesentlich einfacher“, erklärt Verspohl. Dies gelte sowohl für die Angestellten in der Backstube als auch für die im Verkauf. Neun der insgesamt 14 Verspohl-Filialen haben am Sonntag geöffnet.

Matthias Essmann , Geschäftsführer seiner Backstube an der Siemensstraße, hält die neue Regelung „für sinnlos“. Bereits gedruckte Plakate, der Internetauftritt und und und – alles musste geändert werden. „Uns wurden wieder einmal die Handschellen angelegt“, empört sich Essmann. „Die alte Regelung war vollkommen in Ordnung.“ Bereits jetzt blickt er weit über Pfingsten hinaus: Fest steht für Essmann, über Weihnachten müssen seine Angestellten nicht arbeiten. Am ersten Weihnachtstag werden die Essmann-Filialen nicht öffnen. Des Weiteren, so seine weitere Kritik, seien Bäckereien gegenüber Tankstellen nach wie vor benachteiligt. „Dort gibt es schließlich 365 Tage im Jahr Brötchen“, beklagt sich Essmann. „Die Regelung stimmt doch hinten und vorne nicht.“

Für Mathias Elshoff bedeutet die neue Regelung mehr, als dass nur zwei Tage getauscht wurden: „Wir müssen überlegen, ob wir künftig überhaupt noch an Ostern und Pfingsten aufmachen, ob wir nur Brötchen und keinen Kuchen anbieten oder ob wir nur einige Filialen öffnen.“ Das Problem sei nämlich, dass Kunden beim Bäcker in der Regel für zwei Tage einkaufen, was nichts anderes bedeutet, als dass sie am Samstag für Sonntag miteinkaufen und frühestens am Montag wieder Nachschub brauchen. Was den Bäckern aber gar nichts nutzt, denn an einem Oster- oder Pfingstmontag dürfen sie ja künftig nicht mehr öffnen.

Stellt sich die Frage, warum die rot-grüne Landtagsregierung das Ladenschlussgesetz überhaupt novelliert hat. Eine Antwort darauf gibt der Landesverband NRW im Fachverband Deutscher Floristen (FDF) auf seiner Internetseite. Dort heißt es: „Durch Einbringung der großen Unterschriftenaktion in den Landtag, diverse Gespräche mit Landespolitikern, schriftliche Stellungnahmen und Argumentationen in zwei parlamentarischen Anhörungen konnten wir die Politiker von SPD und Grünen von unseren Argumenten überzeugen.“

Keine Frage: Am Pfingstsonntag kann man – anders als bei Brot und Brötchen – sicherlich besser Blumen verkaufen als am Pfingstmontag.

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