Bürgermeisterin bezieht Stellung zur aktuellen Entwicklung
„Nordwalde lehnt Fracking ab“

Nordwalde -

Dass das bei der Bezirksregierung Arnsberg angesiedelte Bergamt jetzt einem Antrag der Firma Exxon Mobil auf Verlängerung der sogenannten Aufsuchungsgenehmigung für das Erdgasfeld NRW-Nord stattgegeben hat (die WN berichteten), sorgt in Nordwalde nicht nur bei der Interessengemeinschaft gegen Gasbohren (IGGG) für Unverständnis. In einer aktuellen Stellungnahme von Bürgermeisterin Sonja Schemmann, die mit allen Fraktionsvorsitzenden abgestimmt ist, heißt es:

Freitag, 21.03.2014, 15:03 Uhr

„In Nordwalde herrscht große Sorge in Bezug auf die bergrechtlichen Verfahren zur Erkundung, Aufsuchung und Gewinnung unkonventionellen Erdgases und die Fracking-Methode. Es liegen nicht nur große Wasserschutzgebiete im Plangebiet, sondern der größte Teil des Gebietes ist aufgrund der Qualität und Ergiebigkeit der Grundwasserleiter als Wasserreservegebiet zu betrachten. Der nachhaltigen Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser ist unbedingte Priorität einzuräumen. Über die ausgewiesenen Wasserschutzgebiete hinaus muss das Grundwasser flächendeckend als überlebenswichtige Ressource für die Bevölkerung und die Landwirtschaft als Ernährungsgrundlage auf Dauer gesichert sein.

Die Gewinnung von Gas hat schon in vielen Fällen zu einer Gefährdung geführt. Daher müssen im vorliegenden Fall Aufsuchungs- oder Gewinnungsmaßnahmen, insbesondere solche unter Einsatz von wasser- beziehungsweise gesundheitsgefährdender Chemikalien, ausgeschlossen werden. Gleiches gilt für Verfahren, bei denen das Entweichen von Gasen oder belastendem Wasser ins Grundwasser zu befürchten ist.

Ich weise darauf hin, dass der Rat der Gemeinde Nordwalde eine Förderung nach unkonventionellem Erdgas sowie ein Fracking ablehnt.

Weiterhin ist der Gemeinderat der festen Überzeugung, dass die Belange der betroffenen Gebietskörperschaften und die Umweltschutzgüter bei der Zulassung von Bergbauvorhaben ebenso wie in den vorgeschalteten Verfahren ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und Bürgerbeteiligung nicht ausreichend gewichtet sind.

Die Gemeinde fordert daher generell, in allen Verfahren zur Erkundung und Förderung von unkonventionellem Erdgas – unabhängig von der Fördermenge und der beantragten Explorations- und Gewinnungstechnik – eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorzuschreiben und die Genehmigungen zwingend von der Vereinbarkeit mit den Belangen der Umwelt abhängig zu machen.“

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