Denkmal-Tag auf dem Bispinghof
Vom Flechten, Drechseln und Spinnen

Nordwalde -

Wie kann man aus kleinen biegsamen Zweigen etwas formen, das am Ende richtig stabil und dazu auch noch nützlich ist? Die Korbflechter wissen, wie es geht, und zeigten ihre Kunst am Sonntag auf dem Bispinghof. Der „Tag des offenen Denkmals“ bot die Gelegenheit, etwas über altes Handwerk zu erfahren, denn der Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf Handwerk, Technik und Industrie. Zunächst einmal aber eröffneten Schülerinnen der Kardinal-von-Galen Gesamtschule die Veranstaltung mit einigen Liedern aus ihrem Repertoire.

Montag, 14.09.2015, 22:09 Uhr

Die Korbflechter gingen ihrer Lieblingsbeschäftigung nach und führten interessierte Kinder in das alte Handwerk ein, die sich an kleinen Körbchen versuchten.
Die Korbflechter gingen ihrer Lieblingsbeschäftigung nach und führten interessierte Kinder in das alte Handwerk ein, die sich an kleinen Körbchen versuchten. Foto: Sigrid Terstegge

Die Nordwalder Korbflechter fertigten dekorative Kugeln und stabile Körbe aus Weidenzweigen. Im Nebenraum durften dann die Kinder mit dünneren Zweigen ausprobieren, wie man Flechtwerk herstellt. konzentriert bastelten sie kleine Körbchen.

Im Herrenhaus flogen derweil die Späne. Heinz-Albrecht Krusch hat bereits vor 25 Jahren das Drechseln als Hobby für sich entdeckt. Schüsseln, Pilze und Kugeln mit zum Teil eigenwilliger und ausdrucksstarker Maserung ließen die Besucher staunen, was sich in einem einfachen Stück Holz verbergen kann. „Das war ein Walnussbaum hier vom Bispinghof “, erläuterte Krusch die Herkunft einer großen, dunkelbraunen Kugel. Dann spannte er ein Stück Fliederholz aus dem eigenen Garten in die Drechselmaschine. „Das duftet sogar gut“, durften die Zuschauer vorher noch probeschnuppern.

Mechthild Storm ließ auf dem Flur das Spinnrad sausen. Dabei musste sie reichlich Fragen nach der Herkunft der Wolle beantworten, die sie zum verspinnen aus einem Korb zog. „Ih, das ist ja ganz fettig!“, stellten einige der Kinder fest, nachdem sie in den watteähnlichen Bausch gefasst hatten. Bestes Lanolin, das auch in guten Hautcremes zu finden ist, haben die Schafe natürlicherweise in ihrem Fell. „Ohne das Fett würden die Tiere bei Regen ja ganz nass. So perlt das Wasser ab“, erklärte Storm den Kindern.

Im alten Speicher hatte der Förderverein Bispinghof eine Cafeteria eingerichtet.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3509333?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F181%2F4852030%2F4852034%2F
Nachrichten-Ticker