100. Geburtstag
Das „betende Herz“ wird 100

Nordwalde -

Das St. Franziskus-Haus feierte 100-jähriges Bestehen. Als Geschenk gab es unter anderem eine Parkbank von der Kirchengemeinde. Schließlich müsse man in dem Alter auch ab und zu ausruhen.

Freitag, 03.06.2016, 17:06 Uhr

Das St. Franziskus-Haus feierte am Freitag 100-jähriges Bestehen. Zahlreiche Gäste kamen, um Oberin Schwester Maria und die Ordensschwestern zu beglückwünschen.
Das St. Franziskus-Haus feierte am Freitag 100-jähriges Bestehen. Zahlreiche Gäste kamen, um Oberin Schwester Maria und die Ordensschwestern zu beglückwünschen. Foto: Pjer Biederstädt

In einem Jahrhundert schließt man viele Freundschaften. Zum 100-jährigen Bestehen des St. Franziskus-Hauses kamen zahlreiche Gäste, um ihre Glückwünsche zu überbringen. Sogar so viele, dass während des Gottesdienstes, der die Feierlichkeiten zum Jubiläum eröffnete, einige Gäste das Geschehen in der Kapelle im Foyer über Bildschirme verfolgten.

Zu Beginn der Festivitäten überraschte Oberin Schwester Maria die Festgemeinde mit einer ungewöhnlichen wie heiteren Art der Ansprache. In einem Zwiegespräch mit dem Heiligen Franziskus von Assisi, ihrem „Bruder im Geiste“, dankte sie für das langjährige Bestehen des Franziskus-Hauses. „Dieses Haus hat heute noch seinen ursprünglichen Sinn. Es ist ein Haus des Gebets“, sagte Schwester Maria und schloss ihre Dankesrede mit einem Zitat des Theologen und Philosophen Sören Kierkegaard: „Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, doch leben muss man es vorwärts.“

Durch die Messe führte Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup zusammen mit Diakon Konrad Kathmann und Pater Dr. Michael Plattig. Der Spiritual der Mauritzer Franziskanerinnen, zu dem die Nordwalder Außenstelle gehört, betonte, dass das St. Franziskus-Haus ein Ort des Ausruhens außerhalb des Modus‘ der Geschäftigkeit sei und ein prächtiges Zeugnis für das Leben mit Christus darstelle. Schulte Eistrup nannte das Haus das „betende Herz Nordwaldes “ und überreichte als Geschenk eine Holzbank für die Parkanlage. „Wenn man 100 Jahre alt wird, darf man sich auch mal ausruhen“, scherzte der Pfarrer, der daran erinnerte, dass mit Schwester Valentinis sogar eine Zeitzeugin unter den Feiernden war. Sie war vor kurzem 100 Jahre alt geworden.

Geschichte des St. Franziskus-Haus

Der Pröbstinghof, auf dem heute das St. Franziskus-Haus steht, gilt als eine Keimzelle Nordwaldes. Vermutlich wurde der Hof 890 von der Äbtissin Wilburga dem Dom zu Münster geschenkt. Erste Erwähnung findet er im Jahr 1151. Nach einigen Besitzerwechseln ging der Hof 1864 in den Besitz der Familie Darup über, ehe Franz Darup diesen am 8. Februar 1916 an die Mauritzer Franziskanerinnen verkaufte. Der Pröbstinghof wurde seit den 1920er Jahren immer wieder umgebaut, bei denen zunächst das alte Torhaus und das Bauernhaus zum Opfer fielen. Nach weiteren Umbaumaßnahmen in den Jahren 1973/74 folgte eine grundlegende Modernisierung in den 90er Jahren, in der das Haus seine charakteristische Turmspitze erhielt. Historisch erhalten sind bis heute der Speicher, der um 1500 entstanden ist, und die Station am Eingang des Hofes aus dem Jahre 1715.Heute ist das St. Franziskus-Haus ein ordenseigenes Alten-Pflegeheim für Schwestern. Seit 1916 standen dem Haus elf Oberinnen vor, seit dem Oktober 2001 hat Schwester Maria Sieverding den Posten inne. Im Haus sind 20 Schwestern aktiv. Außerdem kümmern sich 60 Mitarbeiter um das Wohl der 73 Bewohnerinnen. Überwiegend wird das Haus heute für die Unterbringung alter und kranker Franziskanerinnen genutzt, die dort ihren Lebensabend verbringen.

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Ehe sich am Nachmittag ein Sektempfang an den Gottesdienst anschloss, überbrachte Bürgermeisterin Sonja Schemmann ihre Glückwünsche. „Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft und danke den Schwestern für die Einschließung aller Nordwalder in die Feierlichkeiten. Sie geben uns Hoffnung und Zuversicht in schwierigen Zeiten“, sagte die Gemeindevorsteherin, die als Geschenk eine Einladung zu einer Bustour durch Nordwalde mitgebracht hatte. Auch Norbert Schröer, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr , dankte für die gute Zusammenarbeit, die bei Starkregenereignissen zuletzt öfter gefordert war. „Wobei ich den Verdacht habe, dass Sie uns bei Alarmierungen auf unsere Schnelligkeit testen“, scherzte Schröer und sorgte so für die nötige Erheiterung, die es braucht an so einem besonderen Geburtstag.

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