Frauenchor
Von Bach bis zu den „Sportis“

NORDWALDE -

Der Countdown läuft. Nur noch wenige Tage bis zum großen Adventskonzert des Nordwalder Frauenchors. Ein Besuch bei der Probe beweist die Stimmgewalt der Sängerinnen. Doch es gibt auch Probleme.

Montag, 12.12.2016, 17:12 Uhr

Alles hört auf sein Kommando: Chorleiter Michael Austenfeld gibt am Klavier den Takt vor, die Sängerinnen achten auf seine Anweisungen.
Alles hört auf sein Kommando: Chorleiter Michael Austenfeld gibt am Klavier den Takt vor, die Sängerinnen achten auf seine Anweisungen. Foto: Pjer Biederstädt

„Liebe Damen! Wir sind doch zum Singen hier“, ruft Chorleiter Michael Austenfeld über den Geräuschteppich hinweg ins Halbrund vor ihm. Dort hat der Nordwalder Frauenchor Platz genommen. Langsam aber sicher kehrt Stille ein, die Gespräche werden auf später verschoben. Konzentration ist gefragt. Schließlich steht in wenigen Tagen das große Adventskonzert in der Pfarrkirche an. Zeit für den letzten Feinschliff.

„Zzzzz, ssssss, sch sch sch“, tönt es durch den Saal im St.-Augustinus-Altenzentrum. Das ist kein tschechisches Weihnachtslied, sondern gehört zur Aufwärmphase. „Wir starten mit Atemübungen zum Wecken des Zwerchfells“, erklärt Mariele Albermann . Die Musiklehrerin gehört zum fünfköpfigen Vorstand des eingetragenen Vereins. Zusammen mit Dorothee Schröer, Ursula Elshoff, Mechthild Henke und Klara Göcke kümmert sie sich um alles Organisatorische. Direkt vor der Probe besprechen sie noch, wann die 14 kleinen Engel mit ihren Flügeln beim Auftritt ihren Einsatz haben. Nichts wird dem Zufall überlassen in dem ambitionierten Chor. Mit dem Mitgliederbeitrag der 50 Sängerinnen bezahlt der Chor auch den Berufsmusiker Austenfeld. Der Chorleiter ist Kirchenmusiker in der Gemeinde St. Mauritz in Münster und kommt einmal pro Woche zum Nordwalder Frauenchor.

Stets offen für Neues

„Nicht allzu kräftig an dieser Stelle“, korrigiert er den Kurs, als die Frauen beim Lied „Winter in Canada“ zu früh zu laut werden. „Die Nordwalderinnen bilden meinen größten Chor. Ihre Stimmgewalt ist immer wieder beeindruckend“, sagt Austenfeld, der zahlreiche Chöre betreut, darunter auch den Männergesangsverein Rheingold. Eines imponiert ihm besonders: Die Frauen seien offen für Neues. Von Bach bis zu den Sportfreunden Stiller – das Repertoire kennt kaum Grenzen.

Während der Probe wird auch jedem Laien eines schnell klar: Die hohe Qualität ihres Gesangs hat viel mit Erfahrung zu tun. „Die meisten sind von Anfang an dabei“, sagt Klara Göcke. Im nächsten Jahr feiern sie 30-jähriges Bestehen. Der Chor blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Sogar bei internationalen Chorfestivals nahmen die Frauen teil. In Budapest gewannen sie 1994 die Bronzemedaille, acht Jahre später im italienischen Riva del Garda gab‘s sogar Silber. Heute reisen sie nicht mehr allzu weit, die Altersspanne in der Gruppe reicht von 42 bis 80 Jahre. „Uns fehlt Nachwuchs. Wenn Kinder heute sagen, sie können nicht singen, dann stellen sich bei mir die Nackenhaare hoch“, sagt Mariele Albermann und appelliert an alle Frauen: „Macht mit. Singen macht Spaß.“

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Das Adventskonzert findet am Sonntag (18. Dezember) um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Dionysius statt. Mit dabei ist auch das Orchester der KvG-Gesamtschule. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Der Erlös kommt der Hospizinitiative Burgsteinfurt zugute.

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