Neujahrsempfang St. Dionysius
Keine Macht der „braunen Suppe“

Nordwalde -

Ohne Ehrenamtliche ist die Kirche aufgeschmissen. Deshalb wurden besonders emsige Helfer beim Neujahrsempfang der Kirchengemeinde am Samstag geehrt. Einer von ihnen sorgte für einen emotionalen Höhepunkt.

Sonntag, 22.01.2017, 17:01 Uhr

Wurden beim Neujahrsempfang geehrt: (v.l.) Ursula Lappe, Matthias Kramer, Georg Zumbusch, Petra Feld, Jürgen Brinkmann, Anna Schabos, Konny Kumpmann. Zumbusch hielt eine bemerkenswerte Ansprache.
Wurden beim Neujahrsempfang geehrt: (v.l.) Ursula Lappe, Matthias Kramer, Georg Zumbusch, Petra Feld, Jürgen Brinkmann, Anna Schabos, Konny Kumpmann. Zumbusch hielt eine bemerkenswerte Ansprache. Foto: Pjer Biederstädt

Plötzlich standen alle auf. Tosender Applaus hallte durchs Kirchenschiff, als Georg Zumbusch spontan eine Ansprache gegen Hass und für mehr Menschlichkeit hielt. Der emotionale Höhepunkt eines denkwürdigen Neujahrsempfangs der St.-Dionysius-Gemeinde.

Georg Zumbusch stand am Ende des Gottesdienstes vorne im Altarraum, weil er gerade geehrt worden war. Zusammen mit Udo Sternberg und Jürgen Brinkmann hat er jahrelang das Pfarrfest organisiert. Die drei haben ihr Amt niedergelegt, die Kirchengemeinde dankte ihnen nun für die unermüdliche ehrenamtliche Tätigkeit. Doch nur dastehen wollte Zumbusch nicht. Er wollte etwas loswerden: „Es braut sich eine braune Suppe zusammen, die ihre Stimme erhebt und Hass und Neid predigt“, sagte Zumbusch mahnend. Er rief in seinem bemerkenswerten Statement auf zu mehr Menschlichkeit, mehr Miteinander und mehr Toleranz. In Zeiten von Terroranschlägen und kurz nach der Vereidigung des US-Präsidenten Donald Trump schien er damit den Nerv der Gemeinde getroffen zu haben. Die stehenden Ovationen sprachen für sich.

Denkwürdig war der Abend aber nicht nur deshalb. Mit Maria Schabos und Petra Feld wurden weitere Ehrenamtliche ins Licht gerückt. Ihnen dankte Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup für ihre Arbeit bei den Pfadfindern und als Köchinnen im Ferienlager. Da Maria Schabos nicht anwesend sein konnte, nahm Tochter Anna das Dankeschön entgegen.

Ebenso sprach der Pfarrer Konni Kumpmann seinen Dank aus. Ganze 25 Jahre lang war sie als Katechetin bei der Firmvorbereitung aktiv. Zu den Geehrten gesellte sich Matthias Kroner, der seine Beauftragung zum Kommunionhelfer überreicht bekam. „Unsere Ehrenamtlichen sind genau so wichtig wie die Hauptamtlichen. Nur in wechselseitigem Vertrauen kann es gelingen, eine lebendige Kirchengemeinde zu sein“, sagte Pastoralreferentin Ursula Lappe. Und sie stand, obwohl das ganz und gar nicht ihre Lieblingsrolle ist, als nächstes im Mittelpunkt. Denn bevor die Gemeindemitglieder vom Gottesdienst in der Kirche zum gemütlichen Teil in den Pfarrsaal wechselten, überreichte ihr Schulte Eistrup neben vielen warmen Worten einen Blumenstrauß zum 25-jährigen Dienstjubiläum (wir berichteten).

Zu guter Letzt gab es für die Kirchgänger noch ein Schmunzeln mit auf den Heimweg. „Sie haben sicher bemerkt, dass unsere Messdiener etwas älter sind als sonst“, sagte Schulte Eistrup und deutete auf die drei Senioren im Hintergrund. „Das ist ganz einfach zu erklären: Die können nicht mehr Schlitten fahren.“ Die eigentlichen Messdiener waren am Wochenende gesammelt zum Rodeln ins Sauerland gefahren.

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