Chrome Metal Tigers
„Es juckte wieder“

Nordwalde/MÜnster -

Welttournee! Gut, das Gastspiel in Nordwalde ist der einzige Gig. Aber die „Chrome Metal Tigers“ proben schon mal fleißig. Und haben neues Personal an Bord.

Freitag, 03.03.2017, 13:03 Uhr

Bei den Proben unter den muffigen Teppichen bleiben die Perücken am Mikrofonständer hängen. Die „Chrome Metal Tigers“ haben Ehrgeiz. Die Songs müssen sitzen: Martin Weide, Gerrit und Björn Eilert, Jochen Veit und Mike Laumann (v.l.).
Bei den Proben unter den muffigen Teppichen bleiben die Perücken am Mikrofonständer hängen. Die „Chrome Metal Tigers“ haben Ehrgeiz. Die Songs müssen sitzen: Martin Weide, Gerrit und Björn Eilert, Jochen Veit und Mike Laumann (v.l.). Foto: Axel Roll

Martin Weide streicht mit dem Zeigefinger übers Kinn und blickt nachdenklich auf das weiß-schwarze Tastenmeer. „So ganz habe ich den Song noch nicht verinnerlicht“, entschuldigt sich der Keyboarder für den einen oder anderen Webfehler in seinem Klangteppich, den er unter Poisons „Every Rose has its thorn“ gelegt hat. Gitarrist Gerrit Eilert grinst herüber: „Mach Dir nix draus. Proben werden eigentlich völlig überbewertet.“ Außerdem: Martin Weide ist an diesem stürmischen Abend in der alten Fabrikhalle in Münster zum ersten Mal dabei. „Da kann nicht alles auf Anhieb klappen“, weiß auch Sänger Jochen Veit.

Die vierköpfige Stammmannschaft der „ Chrome Metal Tigers“ ist sich aber sicher: Mit Martin als neuem Mann an den Tasten haben sie alles richtig gemacht. Außerdem stehen ihm die wilde, schwarze Lockenperücke und die dunkle Sonnenbrille einfach fantastisch. Willkommen im Club.

Konzert im November

Lange haben die Nordwalder gerätselt. Legen die Bekloppten noch einmal nach? Jetzt ist es raus. Ja, sie tun es. Im November werden die „Chrome Metal Tigers“ auf ihrer Welttournee , die auf den Gig in Nordwalde verkürzt wurde, ihre Verstärker für das KvG-Hallen-Publikum noch ein zweites Mal anwerfen. „Es juckte wieder“, sagt der Frontmann. Und damit ist alles gesagt.

Dass die „Chrome Metal Tigers“ noch einmal ihre bunten Cowboystiefel und Männerleggins aus dem Schrank holen könnten, deutete sich vor der Eröffnung des Kreisverkehrs am Nordwalder Kreuz an. Kurz vor der Freigabe krabbelten die Tigers auf den Erdhügel im Asphaltrund und drehten ein völlig abgefahrenes Video zu dem Gil-Ofarim-Hit „Round and round“. Heimlicher Hauptdarsteller in dem Dreh ist übrigens Pastor Ulf Schlien im rosafarbenen Hasenkostüm.

Durchgeknallte 80er-Jahre-Band

Ehe Jochen Veit, Gerrit und Bruder Björn Eilert, Matthias Rohlmann und Mike Laumann mit ihrem neuen Keyboarder als durchgeknallte 80er-Jahre-Band auf die Bühne klettern, wird es noch zahlreiche Zusammenkünfte unter den muffigen Teppichen an der Decke des Probenraums geben. So viel Spaß die Musik mit dieser Prise Karneval auch macht, so ernst nehmen die Metall-Tiger ihren Job an den Instrumenten. Blamieren will sich keiner. Die Coversongs von Alice Cooper bis Prince sollen sich so perfekt wie möglich anhören. So einfach ist das.

Wie schon bei der Premiere vor drei Jahren stricken die Nordwalder Raubkatzen rund um ihren Gig ein Programm mit spannenden Vorbands. Und wenn sie wieder genügend Sponsoren akquirieren, soll am Ende ein Betrag stehen, den sie einem wohltätigen Zweck spenden möchten.

Nochmals zur Erinnerung: Die „Chrome Metal Tigers“ waren vor drei Jahren mit der selbst erfundenen Geschichte angetreten, sie seien eine Number-One-Band aus den 80er Jahren, die sich nach drei Jahrzehnten zu einer Comeback-Welttournee wieder zusammengefunden hat. Die Hits von damals, so die Geschichte, seien nicht von Europe, Blondie oder The Clash, sondern eben von den „Chrome Metal Tigers“. In ihren schrillen Kostümen liefen die Nordwalder Freizeitmusiker nicht nur über die Kirmes und verteilten ungefragt Autogramme an verdutzte Karussellfahrer, sondern machten auch in Funk und Fernsehen mächtig Reklame für ihre Show.

Am Ende der zwei Stunden Probe ist auch Neuling Martin Weide angetan: „Sehr, sehr geil.“

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