Busbahnhof
ZOB ade

Nordwalde -

Wozu ein Busbahnhof, wenn‘s auch ohne geht? Das hat sich Mathias Schmechtig vom Planungsbüro „NahverkehrsConsult“ gefragt. Er will versuchen eine Lösung für Nordwaldes Buslinienführung ohne ZOB zu finden. Der Rat gab ihm jetzt grünes Licht.

Donnerstag, 06.04.2017, 15:42 Uhr
Ein großer Busbahnhof wie er derzeit an der Amtmann-Daniel-Straße noch existiert, wird es in Zukunft in Nordwalde eventuell nicht mehr geben. An der Stelle des alten ZOB soll eine Grünfläche entstehen.
Ein großer Busbahnhof wie er derzeit an der Amtmann-Daniel-Straße noch existiert, wird es in Zukunft in Nordwalde eventuell nicht mehr geben. An der Stelle des alten ZOB soll eine Grünfläche entstehen. Foto: Pjer Biederstädt

Es tut sich was: Die Causa Busbahnhof stand in der jüngsten Ratssitzung wieder auf der Tagesordnung. Die Gemeindevertreter stimmten ohne Ausnahme der Vergabe der Planungsarbeiten an das Büro „NahverkehrsConsult“ von Mathias Schmechtig zu. Der hat sich zum Ziel gesetzt, eine Buslinienführung zu finden, die keinen zentralen Busbahnhof mehr benötigt. Außerdem sollen nur die Straßen befahren werden, auf denen die Busse auch jetzt schon unterwegs sind. Keine leichte Aufgabe.

Das fand auch Klaus Kormann , Fraktionsvorsitzender der Grünen. Eine Formulierung ließ ihn aufhorchen: Im Beschlussvorschlag ist von „Vermeidung der Frequentierung bisher nicht vom Busverkehr genutzter Straßen“ die Rede. Sie zielt darauf ab, dass Modelle, wie etwa das, das die Lange Straße involvierte und massive Bürgerproteste hervorgerufen hatte, bei künftigen Planungen nicht mehr in Betracht kommen können. „Aber zwängen wir den Planer dann nicht in ein zu enges Korsett?“, so die Frage, die Kormann in den Raum warf.

Wendepunkt statt ZOB

„Er wird sich dabei schon etwas gedacht haben“, sagte Tobias Elshoff, CDU-Fraktionsvorsitzender, nachdem Bürgermeisterin Sonja Schemmann berichtet hatte, Planer Schmechtig selbst hätte zu diesem Passus angeregt. Man könne ja erst einmal das Ergebnis abwarten und bei Bedarf diese Vorgabe lockern, so Elshoff.

Klaus Grummel ( FDP ) gab zu bedenken, dass man sich so womöglich die „Bahnhofsoption kaputt machen“ würde, also die Wendung der Busse in der Kehre am Bahnhof. Denn vorgesehen ist ein solcher Wendepunkt für den Nahverkehr und zusätzliche Stationen im Ort anstelle eines zentralen, platzintensiven Busbahnhofs (wir berichteten).

Spannung steigt

Da Planer Schmechtig auch mit der Neuaufstellung des Nahverkehrsplans für den Kreis Steinfurt betraut ist, soll sich seine Lösung für Nordwalde direkt im Kreisplan wiederfinden. Die ersten Ergebnisse erwartet die Gemeinde nach Aussage von Schemmann bereits im Juni. Später soll dann, wie beschlossen, die Bevölkerung in den Prozess eingebunden werden. Die Spannung steigt.

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