Durchlass Dömerstiege
Wasserstraße bekommt neuen Tunnel

Nordwalde -

Das war eine „Wetten, dass...“-reife Nummer! Ein riesiger Kran hob die acht Elemente des Kastenprofils, durch das künftig der Langemeersbach unter der Dömerstiege hindurchfließt, in eine Baugrube. Doch es wurde noch spektakulärer.

Montag, 10.04.2017, 16:04 Uhr

In ungewohnter Höhe über der Dömerstiege befand sich der Bagger für kurze Zeit, als der Baukran ihn aus der Baugrube wieder auf die Straße setzte.
In ungewohnter Höhe über der Dömerstiege befand sich der Bagger für kurze Zeit, als der Baukran ihn aus der Baugrube wieder auf die Straße setzte. Foto: Pjer Biederstädt

Das war Präzisionsarbeit wie sie im Buche steht: Ein riesiger Kran hat am Montagmittag die acht Elemente des Kastenprofils , durch das künftig der Langemeersbach unter der Dömerstiege hindurchfließt, in die Baugrube gehoben. Wie die zehn Tonnen schweren Betonteile am Haken durch die Luft segelten, hätte jeder „Wetten, dass...“-Show gut zu Gesicht gestanden. Getoppt wurde das nur vom „fliegenden Bagger“.

Das 150 000-Euro-Projekt zum Schutz vor Überflutungen nach Starkregenereignissen nimmt Formen an. Nachdem die Gas-, Strom- und Telekommunikationsleitungen verlegt worden sind, wurde zunächst ein Düker für den Regenwasserkanal vier Meter tief ins Erdreich gebaut. Darüber verläuft der Durchlass. Seine Elemente sind innen zwei Meter breit und einen Meter hoch. „Da passt mehr Wasser durch, als der Graben transportieren kann. Somit ist der Engpass an dieser Stelle Geschichte“, erklärte Claus Ufermann von der Gemeindeverwaltung.

Anwohner schauen aus dem Fenster

Bevor die letzten beiden Elemente in die Baugrube gehoben werden konnten, musste der Bagger, der zuvor die Elemente zusammengeschoben hatte, aus dem Loch gehievt werden. Spätestens als der Kran das Baufahrzeug hoch in die Luft hob, standen die Anwohner mit Kameras in den Fenstern und machten Erinnerungsbilder vom „schwebenden Bagger“.

  Foto: Pjer Biederstädt

Als die Aktion erfolgreich über die Bühne gegangen war, erklärte Markus Schäper , Prokurist der Baufirma Nyenhuis, dass die Beton-Elemente auf einer Schicht Stahlbeton liegen, damit sie nicht absacken. Die Fahrbahn liege künftig nur knapp über dem Kastenprofil. Das wäre somit dem Gewicht der Straßennutzung ausgesetzt. Der Bauleiter geht davon aus, dass die Arbeiten bis Ende April abgeschlossen sind.

Danach komplettieren die neuen Durchlässe am Kohkamp und Ollenkamp die Hochwasserschutzmaßnahme. Später werden noch die privaten Durchlässe an den Häusern neu gebaut, sagte Ufermann.

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