„Es darf ruhig mal fetzen“
Vom Keyboard zur Orgel

Nordwalde/Altenberge -

Fast ein Jahr lang hat die Evangelische Kirchengemeinde Nordwalde/Altenberge einen Organisten gesucht. Mit Matthias Adleff haben sie einen jungen Mann gefunden, der mit Spaß und Leidenschaft die Orgel spielt.

Freitag, 28.04.2017, 17:04 Uhr

Matthias Adleff spielt seit kurzem die Orgel während der Gottesdienste in den Kirchen in Nordwalde und Altenberge.
Matthias Adleff spielt seit kurzem die Orgel während der Gottesdienste in den Kirchen in Nordwalde und Altenberge. Foto: nn

„Fast ein Jahr lang haben wir gesucht und freuen uns, mit Matthias Adleff einen jungen Mann gefunden zu haben, der mit Spaß und Leidenschaft in unserer Gemeinde die Orgel spielt.“

Damit spricht Pfarrer Ulf Schlien von der Evangelischen Kirchengemeinde Nordwalde / Altenberge nicht nur für sich, sondern auch für die ganze Gemeinde, die froh ist, einen engagierten Musiker gefunden zu haben, der das Instrument beherrscht und in Sachen Kirchenmusik auch mal neue Wege gehen kann und will.

Der 20-Jährige studiert in Münster Musikpädagogik und Germanistik auf Lehramt. Aufgewachsen ist er in Gummersbach. Bereits als Achtjähriger begann er mit dem Keyboardspielen, mit 13 Jahren spielte er in einer Band. In der Kirchengemeinde in seinem Heimatort gab es nur einen Organisten. Daher sprang Adleff manchmal ein und spielte auf einer Art elektronischem Orgelkeyboard, da auf der eigentliche Orgel nicht gespielt werden konnte.

Später hat Matthias Adleff in der Nachbargemeinde an einer „richtigen“ Orgel erste Erfahrungen gesammelt, hat und sich vieles selbst beigebracht. Dafür gab es lediglich eine dreimonatige Grundeinweisung in das Instrument. Neu war für ihn vor allem das Pedalspiel, da war eifriges Proben gefragt, erinnert er sich an die Anfänge.

Inzwischen hat er die Orgel schätzen gelernt, nicht nur, weil er sich damit als Student etwas dazu verdienen kann. Adleff: „Mich interessierte von Anfang an nicht nur das Klang-Erlebnis sondern auch die komplexe Technik, die dahinter steckt. Es ist immer wieder ein Erlebnis, das Instrument zu spielen, weil man immer neue Möglichkeiten entdeckt.“

Durch Fabian Faupel, den Leiter des Posaunenchors der Pfarrgemeinde in Nordwalde, wurde der 20-Jährige auf die Ausschreibung der Organistenstelle aufmerksam. „Geh doch da mal hin, da sind alle ganz nett“, erklärte Vaupel. Und so bewarb er sich.

Am 30. Oktober 2016 spielte er auf der Nordwalder Kirchenorgel vor. „Das klappte auf Anhieb, und ich bin froh, dort eine Chance zu bekommen, mich musikalisch weiter zu entwickeln. Es ist zwar nicht für immer, aber mein Studium dauert ja auch noch etwas, so dass ich noch ein bischen bleibe, wenn ich darf.“

Seine Hauptaufgabe besteht in der musikalischen Begleitung der Sonn- und Feiertagsgottesdienste. Darüber hinaus wird er in Absprache auch bei Gottesdiensten wie Konfirmationen, Trauungen und Trauerfeiern tätig. In der Friedenskirche in Altenberge spielt er auf einer einmanualigen Schuke-Orgel (Baujahr 1990) mit sieben Registern. In der Christuskirche steht eine zweimanualige Fleiter-Orgel aus dem Jahr 1971 mit zwölf Registern.

Matthias Adleff möchte sein freiberufliches Engagement auch nutzen, neben dem klassischen Spiel die Orgel auch mal modern zu interpretieren. „Es darf ruhig mal fetzen, das gehört einfach dazu“, hat er bei seiner Vorstellung deutlich gemacht. „Das begrüßen wir ausdrücklich, das macht eben auch den Kirchenbesuch interessant“, sagt Pfarrer Ulf Schlien. Übrigens: am morgigen Sonntag spielt Matthias Adleff die Orgel in Nordwalde und Altenberge.

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