Besonderer Gottesdienst
Mauern einreißen

Nordwalde/Altenberge -

Betonwerk statt Kirchenschiff. Zu einem Gottesdienst an ungewöhnlichem Ort riefen die katholischen Gemeinden aus Nordwalde und Altenberge sowie die evangelische Gemeinde am Pfingstmontag auf. Sie wollen vor allem eines: enger zusammenarbeiten.

Dienstag, 06.06.2017, 17:06 Uhr

Mischturm statt Kirchenturm: Am Pfingstmontag versammelte sich Mitglieder dreier Kirchengemeinden am Betonwerk Elskes, um einen Gottesdienst unter dem Motto „Kirche im Aufbruch“.
Mischturm statt Kirchenturm: Am Pfingstmontag versammelte sich Mitglieder dreier Kirchengemeinden am Betonwerk Elskes, um einen Gottesdienst unter dem Motto „Kirche im Aufbruch“. Foto: Sigrid Terstegge

Dem Motto „Kirche im Aufbruch“ folgend und im Sinne der Ökumene veranstalteten die zwei katholischen Kirchengemeinden St. Dionysius aus Nordwalde und St. Johannes Baptist aus Altenberge sowie die evangelische Kirchengemeinde Nordwalde-Altenberge an Pfingstmontag im Betonwerk Elskes einen gemeinsamen Gottesdienst. Der Posaunenchor begleitete die gut besuchte Messe an ungewöhnlicher Stätte. Statt Kirchtürmen gaben Mischtürme die Kulisse im Hintergrund.

„So wie das Betonwerk für Festigkeit und Dauer steht, haben wir uns auch einbetoniert, um froh drinnen und draußen zu unterscheiden“, sprach Schlien die aktuelle Lage in der Welt an. „Pfingsten ist das Fest der Verständigung“, betonte Schlien.

Abgrenzung vermeiden

Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup mahnte, dass man mehr auf die Fehler der anderen hinweise, als zu versuchen, das Evangelium zum Strahlen zu bringen. Schlien bedauerte, dass die Ökumene noch immer keinen Weg gefunden hätte, die Trennung am Tisch des Herren zu beseitigen. „Auch die Trennung und Abgrenzung sowohl in Politik als auch im gesellschaftlichen Miteinander ist momentan wieder vorhanden“, bedauerte Schlien und fuhr fort: „Frieden gelingt, wenn ich hinhöre und mit den anderen ein Stück gemeinsam gehe.“

Schulte Eistrup berichtete, dass Pfarreirat und Presbyterium beschlossen hätten, das Gespräch zu suchen und aufeinander zuzugehen. „Wir wollen konkrete gemeinsame Schritte planen“, unterstrich er. „Kirche im Aufbruch ist der Auftrag des Auferstandenen an eine Gemeinschaft, deren Herz die Liebe ist“, bekräftigte Pfarrer Heinz Erdbürger. Alle drei Pfarrer versprachen, sich für mehr Ökumene einzusetzen.

Die Kollekte sammelten die Scheddebröcker Schützen, die an dem Wochenende ihr Schützenfest feierten. „Damit die Hüte nicht kaputt gehen, sollten Sie etwas Leichtes hineinwerfen“, empfahl Schlien. Die Suppe, die bereits auf die Gottesdienstbesucher wartete, sei eine Gabe der Kirchengemeinden und das Kleingeld würde für die Getränke gebraucht, meinte er mit einem Schmunzeln.

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