App „To Good To Go“
Digital gegen Verschwendung

Nordwalde -

Über Facebook kam alles ins Rollen: Eine Privatperson schrieb Mathias Elshoff, die App „To Good To Go“ habe den Münsteraner Nachhaltigkeitsmarkt erobert. Und ob sich nicht auch örtliche Betriebe daran beteiligen wollten. Das Prinzip: Geschäfte können Waren anbieten, die nach Ladenschluss entsorgt werden müssten, für einen wesentlich niedrigeren Preis.

Montag, 14.08.2017, 17:08 Uhr

Brötchen gegen Handy: Moritz Ewering hat über die App „To Good To Go“ bei Elshoff im Nordwalder Netto eingekauft. Aushilfe Vivian Flaskamp muss den Einkauf am Handy des Kunden entwerten.
Brötchen gegen Handy: Moritz Ewering hat über die App „To Good To Go“ bei Elshoff im Nordwalder Netto eingekauft. Aushilfe Vivian Flaskamp muss den Einkauf am Handy des Kunden entwerten. Foto: Theresa Gerks

Über Facebook kam alles ins Rollen: Eine Privatperson schrieb Mathias Elshoff , die App „To Good To Go“ habe den Münsteraner Nachhaltigkeitsmarkt erobert. Und ob sich nicht auch örtliche Betriebe daran beteiligen wollten. Das denkbar einfache Prinzip: Geschäfte können Waren anbieten, die nach Ladenschluss übrig bleiben und entsorgt werden müssten. Und zwar in Form von Tüten, die die App-Anwender reservieren und kurz vor Geschäftsschluss abholen. Diese Waren werden für einen wesentlich niedrigeren Preis als sonst verkauft. Jetzt ist auch die Landbäckerei Elshoff aus Nordwalde mit dabei.

„Der Kunde erwartet bis zum Ladenschluss eine gute Auswahl an Backwaren, und das möglichst in ausreichender Menge“, sagt Geschäftsführer Mathias Elshoff. Da wundert es niemanden, dass abends einige Brote, Kuchen und Brötchen übrig bleiben. Bis jetzt hatte Elshoff die Reste entsorgt. Aus dem Weißbrot ließen sich immerhin die alte münsterländische Spezialität Knabbeln machen, das Mischbrot käme in eine Biogasanlage. „Lebensmittelverschwendung ist auf jeden Fall ein Thema. Und so sind beide froh: Unsere Bäckerei, weil wir nicht mehr so viele oder sogar gar keine Reste entsorgen müssen, und unsere Kunden, weil sie für wirklich kleines Geld gute Ware bekommen.“

Sehr gut durchdachtes Prinzip

Aber, und darum macht Elshoff auch keinen Hehl, es müssen noch mehr Unternehmen und Läden mitmachen, damit „To Good To Go“ auch in Nordwalde und Umgebung bekannter wird. „Wenn mehr mitmachen, wird das Angebot sicherlich noch attraktiver für die Einkäufer. Und davon lebt das ganze Prinzip!“

So sieht das auch die Feinkostfleischerei Hidding , die bereits in Münster und Umgebung mit mehreren Filialen dabei ist. „Wir haben in der Münsteraner Innenstadt angefangen, und da haben die Kunden das Angebot gut angenommen“, erzählt Geschäftsführerin Christiane Hidding. „Dann haben wir noch unsere weiteren Filialen dort und die in Rheine und Emsdetten hinzugenommen.“ Wegen der Steinfurter Filiale sei die Fleischerei in Gesprächen, in Nordwalde war sich das Team nicht sicher, ob die Nachfrage groß genug sein würde. „Aber es kann gut möglich sein, dass wir noch nachziehen. Vor allem, wenn noch mehr Betriebe dabei sind“, sagt Hidding.

Bis jetzt laufe das Angebot gerade in Borghorst ganz gut an, so Elshoff. Fünf Tüten lassen sich pro Filiale über den Tag reservieren, wobei er die Menge je nach Verbrauch nach oben oder unten korrigieren kann. „Wenn es die Auswahl zulässt, dann können sich die Kunden ihre Tüte auch selbst zusammenstellen“, sagt Elshoff. „Man bezahlt 3,50 Euro über die App, und bekommt bei uns Waren im Wert von acht bis zwölf Euro dafür. Ein Euro davon geht an das Unternehmen, das die App konzipiert hat und sich um die Organisation kümmert. Für uns steckt da nämlich kein Aufwand hinter, das ist ja das Schöne. Und das Prinzip ist sehr gut durchdacht.“ Elshoff hat in jeder Filiale ein kleines Abholfenster eingerichtet, zehn Minuten vor Ladenschluss bis fünf Minuten danach.

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