Diskussion um Gebühren
Streit um Bade-Beiträge

Nordwalde -

Die BSG will weniger zahlen für die Nutzung des Schwimmbads. Die Gemeinde muss ihre Kosten decken und die Gebührenordnung beibehalten. Jetzt ist die Politik gefragt...

Freitag, 27.10.2017, 15:10 Uhr

Das Hallenbad ist ein großer Kostenfaktor für die Gemeinde. Im festen Willen, dieses Angebot für die Bürger und Vereine aufrecht zu erhalten, hatte sie im Juli 2016 die Gebühren angehoben.
Das Hallenbad ist ein großer Kostenfaktor für die Gemeinde. Im festen Willen, dieses Angebot für die Bürger und Vereine aufrecht zu erhalten, hatte sie im Juli 2016 die Gebühren angehoben. Foto: msc

Die Bewegungssportgemeinschaft (BSG) Nordwalde möchte weniger für die Nutzung des Hallenbades zahlen, als die seit Sommer 2016 geltende Gebührenordnung der Gemeinde vorsieht. Demnach muss der Nordwalder Verein jährlich 6600 Euro für die fünf Wochenstunden im Becken berappen. „Zu viel“, sagt BSG-Kassiererin Dagmar Lenters . In einem Antrag an die Ratsmitglieder fordert die BSG eine Änderung der Gebührenordnung – und schlägt vor, nur 2000 statt der 6600 Euro zu bezahlen.

Der Rat hat die Problematik in seiner jüngsten Sitzung zur näheren Diskussion in den Schul-, Sozial-, Kultur- und Sport-Ausschuss (30. November) zurückgestellt. Dort werden die BSG-Verantwortlichen ihr Anliegen genau erläutern. So viel vorab: Der Verein fürchtet durch die Kostenbelastung um seine Existenz. Die geforderten Summen seien nicht leistbar und die Zukunft der BSG sei massiv bedroht, heißt es in dem BSG-Antrag.

Kein reiner Wassersportverein

Doch wo liegt der Ursprung für die gesteigerten Kosten? Die Gemeinde hat mit der neuen Gebührensatzung für das Hallenbad in 2016 Fixkosten von 30 Euro pro Wassersportstunde eingeführt. Die müssen von Vereinen wie der BSG, dem SC Nordwalde, aber auch von externen Nutzern, etwa Schulen aus Nachbargemeinden, bezahlt werden. „Und die tun das auch ohne Murren“, sagt Doris Böckenfeld , Fachbereichsleiterin der Zentralen Gemeindedienste.

Die DLRG zahlt hingegen nur fünf Euro pro Stunde für die Nutzung des Nordwalder Bads, weil sie explizit als Wassersportverein eingetragen ist. „Das trifft auf die BSG laut deren Satzung aber nicht zu. Die BSG ist kein reiner Wassersportverein“, erklärt Doris Böckenfeld. Deshalb müsse sie den normalen Satz bezahlen.

Schwimmhalle ist großer Kostenfaktor

„Sie nutzt das Gemeindebad, nimmt dafür Beiträge von ihren Mitglieder, dann wollen wir davon auch partizipieren“, so Böckenfeld weiter. Darüber hinaus waren die Kosten für die BSG damals so eklatant geringer, weil der Verein, der viele Menschen mit Beeinträchtigungen als Mitglieder hat, früher für alle Nutzer den stark vergünstigten Schwerbehinderten-Eintritt bezahlt habe.

Ein Grund für die neue Gebührenordnung des Bades war die Auflage des Haushaltssicherungskonzeptes. Danach muss die Schwimmhalle zu zehn Prozent kostendeckend geführt werden. „Die neuen Preise waren der notwendige Schritt. Wir kommen dem Ziel dadurch jetzt nahe“, erläutert Böckenfeld.

Nicht zumutbar

Sie weist darauf hin, dass die Gemeinde im Vorfeld der Preisänderung Gespräche mit den BSG-Verantwortlichen geführt hat. Ihrer Meinung nach hätte die BSG die Mehrkosten rechtzeitig auf ihre Mitglieder umlegen müssen.

Das hält Dagmar Lenters aber für utopisch. „Der Zusatzbeitrag für die Wassersportangebote von derzeit 20 Euro müsste bei 80 Mitgliedern dann auf 80 Euro angehoben werden“, so die BSG-Kassiererin. Das sei nicht zumutbar.

Die Gemeinde, die noch auf die BSG-Nutzungsbeiträge der letzten eineinhalb Jahre wartet, wolle einerseits natürlich das Vereinsleben im Ort unterstützen, müsse andererseits aber auch ihre Kosten decken. Wie dieser Spagat unfallfrei hinzukriegen ist, muss nun die Politik entscheiden.

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