Abwechslung tut not
Ein ganz anderer Gottesdienst

Nordwalde -

Wie kann man Menschen mit fortgeschrittener Demenz für Gottesdienste erreichen? Vor dieser Frage stehen die drei jungen Frauen, die im Rahmen ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin dieses als Praktikumsaufgabe lösen sollen.

Mittwoch, 17.01.2018, 18:01 Uhr

Gestalten einen Gottesdienst für Menschen mit Demenz (v.l.): Sevenja Vahrenhorst, Monique Janßen und Nikol Klass.
Gestalten einen Gottesdienst für Menschen mit Demenz (v.l.): Sevenja Vahrenhorst, Monique Janßen und Nikol Klass.

Wie kann man Menschen mit fortgeschrittener Demenz für Gottesdienste erreichen? Vor dieser Frage stehen die drei jungen Frauen, die im Rahmen ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin dieses als Praktikumsaufgabe lösen sollen. Für Monique Janßen (sie ist im St.-Augustinus-Altenpflegezentrum eingesetzt) und ihre Klassenkameradinnen beim Fortbildungsinstitut St. Franziskus in Münster Sevenja Vahrenhorst und Nikol Klass, eine wirkliche Herausforderung, wie sie sagen.

Der Gottesdienst selbst wird am 26. Januar (Freitag) um 9.30 Uhr in der Kapelle des Nordwalder Altenzentrums stattfinden und etwa 20 bis 30 Minuten dauern. „Mit fünf an Demenz leidenden Bewohner und jeweils einem nahestehenden Angehörigen wird der besondere Gottesdienst stattfinden“, sagt Monique Janßen. „Wir versuchen dabei, uns von konventionellen Abläufen zu lösen und über die Sinne und mit Symbolen ihre Aufmerksamkeit zu wecken und sie zum Mitmachen zu bewegen. Als Motto haben sie „Hände“ gewählt, denn mit ihren Händen sollen die fünf Gottesdienstbesucher zudem mitgebrachte Materialien, die ihnen bekannt sein müssten, erfühlen und ertasten. Damit wollen wir versuchen, die dementiell Erkranken zu erreichen und ihnen etwas Abwechslung aus ihrem oft eintönigen Alltag zu bieten. Auch die Fürbitten und die Gebete sind von den drei künftigen Altenpflegerinnen selbst erdacht. „Dazu gehört aber auch das `Vater unser`, das die fünf Teilnehmerinnen mit Sicherheit kennen“, ist Monique Janßen überzeugt. „Ich glaube, das auch Menschen mit Demenz für mehr ansprechbar sind, als oft angenommen wird. Dieser Gottesdienst ist ein Versuch, andere Wege zu gehen und durch vertraute Abläufe ihnen das Gefühl zu geben, teil der Gemeinschaft zu sein. Bei Gottesdiensten im Advent und an Weihnachten funktioniert das immer“, weiß Monique Janßen aus Gesprächen mit anderen. Vielleicht klappt das ja auch am 26. Januar.

Der Gottesdienst selbst ist nicht öffentlich. Allerdings wird er aufgezeichnet und neutral bewertet. „Wir sind gespannt und aufgeregt.“

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