Diskussion um Verkehrsberuhigung in der Ortsmitte
Anwohner wollen mitreden

Nordwalde -

Ein Verbot des Schwerlastverkehrs – das wäre den Anwohnern der Bahnhofstraße und der Welle wohl am liebsten. Die aktuelle Situation und die mögliche Gründung einer Interessengemeinschaft erörterten sie bei einer Diskussionsrunde.

Freitag, 09.03.2018, 19:03 Uhr

Der Schwerlastverkehr belastet nach Ansicht der Anwohner die Bahnhofstraße und Welle weiterhin zu stark. In einer offenen Diskussionsrunde erörterten sie die aktuelle Situation und mögliche folgende Schritte. Eingeladen hatten Alexander Beer (kl. Bild v.l.), Hugo Wessels und Karl Heckötter.
Der Schwerlastverkehr belastet nach Ansicht der Anwohner die Bahnhofstraße und Welle weiterhin zu stark. In einer offenen Diskussionsrunde erörterten sie die aktuelle Situation und mögliche folgende Schritte. Eingeladen hatten Alexander Beer (kl. Bild v.l.), Hugo Wessels und Karl Heckötter. Foto: Pjer Biederstädt/Vera Szybalski

Es formiert sich organisierter Widerstand gegen die Pläne von Verwaltung und Politik zur Verkehrssituation in der Ortsmitte. Alexander Beer , Hugo Wessels und Karl Heckötter hatten die Anwohner der Bahnhofstraße und der Welle am Donnerstag zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Das Ziel: der Austausch über die aktuelle Situation und mögliche Aktionen sowie die Gründung einer Interessengemeinschaft.

„Wir möchten als Bürger bei der Planung mehr eingebunden werden“, sagte Heckötter. Gut ein Dutzend Anwohner kamen in Benni‘s Wirtshaus zusammen und erörterten die Lage. Dabei zeigte sich vor allem eines: Den Schwerlastverkehr aus der Ortsmitte herauszuhalten, gehört zu den Hauptanliegen der Anwohner.

Müssen Anwohner mehr zahlen?

Dass ein Verbot für Lkw und landwirtschaftliche Großfahrzeuge nicht einfach durchzusetzen ist, hatte die Verwaltung mit der Einstufung als verkehrswichtige Straße des vorrangigen Verkehrs begründet. Sie stützt sich dabei auf eine Einschätzung der Bezirksregierung Münster. Ob eine Verkehrswichtigkeit wirklich gegeben ist, zweifelte Beer am Donnerstag aber an.

Auch den zweiten Grund, der aus Sicht der Gemeinde gegen ein Verbot des Schwerlastverkehrs spricht, diskutierten die Anwohner: Der Ausschluss würde die Inanspruchnahme von Geldern aus dem Infrastrukturfördertopf des kommunalen Straßenbaus verhindern. „Die Folge könnte sein, dass wir Anwohner mehr bezahlen müssen, wenn die Förderung nicht bewilligt wird“, sagte Beer. Jörg Ebbing von den Grünen mahnte an: „Ich habe die Sorge, dass man bei dem Lechzen nach Fördergeldern aus den Augen verliert, was man eigentlich will.“

Nicht langsam, aber laut

Die jüngsten Daten aus der Verkehrszählung im Dezember belegen zumindest eines: Der Verkehr auf der Bahnhofstraße ist weniger geworden. Demnach nutzen 8256 Fahrzeuge täglich die Bahnhofstraße. Ursprünglich lag der Wert bei 13 000 Fahrzeugen.

Eine Besserung der Situation haben aber nicht alle Anwohner registriert. „Man merkt das sehr wohl, wenn ein 40-Tonner da durch fährt“, sagte Frank Schäpers. Eine Einschätzung, die auch Wessels teilt: „Die ganze Nacht fahren auf der Bahnhofstraße Lkw. Nicht gerade langsam, aber definitiv laut.“

Anwohner wollen Vorschläge machen

Wie genau das Verkehrskonzept für die Ortsmitte aussehen wird, entscheidet sich erst im kommenden Jahr. Eines haben die Anwohner am Donnerstag aber bereits deutlich gemacht: Sie wollen mitreden – und zwar konstruktiv. Beer: „Wir wollen nicht nur meckern, sondern auch Vorschläge machen.“

Eine Temporeduzierung gehörte dazu. „Tempo 30 reicht locker für diese Strecke“, sagte Ebbing. Die Begrenzung der Geschwindigkeit hätte noch einen positiven Nebeneffekt, mutmaßte Anliegerin Roswitha Floer: „Dann fahren viele freiwillig nicht mehr durch den Ort.“

Keine Unterzeichnung des offenen Briefes

Für die Diskussionsrunde hatten die Initiatoren der Veranstaltung einen offenen Brief erarbeitet, der sich an den Rat, Schemmann und die Verwaltung richtete. Zu einer Einigung über eine gemeinsame Unterzeichnung des Briefes kam es aber nicht. Es lagen lediglich zwei Schriftstücke aus, der Brief soll den am Donnerstagabend Anwesenden nun per E-Mail zugestellt werden. Das nächste Treffen ist schon anberaumt. Es sieht nicht so aus, als ob die Anwohner schnell locker lassen wollen.

Zum Thema

Nach aktueller Planung findet die nächste Diskussionsveranstaltung zur Verkehrsberuhigung am 21. März (Mittwoch) um 19 Uhr in Benni‘s Wirtshaus statt. Der Kontakt zu den Initiatoren der Diskussionsveranstaltung ist möglich per E-Mail an alex.beer@web.de.

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