Konzertreihe „Bach 1720“
Anspruchsvolle Musik begeisterte

Nordwalde -

Einen weiteren Höhepunkt aus der Konzertreihe „Bach 1720“ gestalteten der Renaissancechor „venestra musica“ aus Nordwalde und die „Newe Steinfurter Hofcapelle“ in der Pfarrkirche St. Dionysius. Am Sonntagnachmittag wurden sie von den Solisten Katharina Brodesser (Sopran), Judit Westhues (Alt), Gisela Schweppenstedde-Türk (Sopran) und Arndt Winkelmann (Bass) unterstützt.

Montag, 19.03.2018, 17:03 Uhr

Dirigent Thorsten Schlepphorst sorgte für ein perfektes Zusammenspiel des Renaissancechors „venestra musica“ aus Nordwalde und der „Newe Steinfurter Hofcapelle“ in der Pfarrkirche St. Dionysius am Sonntagnachmittag.
Dirigent Thorsten Schlepphorst sorgte für ein perfektes Zusammenspiel des Renaissancechors „venestra musica“ aus Nordwalde und der „Newe Steinfurter Hofcapelle“ in der Pfarrkirche St. Dionysius am Sonntagnachmittag. Foto: Matthias Lehmkuhl

Das Klassikkonzert unter Leitung von Thorsten Schlepphorst bot zunächst die Kantate BWV 1083, „Tilge, Höchster, meine Sünden“ von Johann Sebastian Bach dar, die erstmalig 1746 in Leipzig aufgeführt wurde. Hier brillierten Katharina Brodesser und Judit Westhues, die während der 45 Minuten langen Spielzeit behutsam von Anke Kienast (Violine), Junko Otake-Tiedemann (Violine), Johannes Hentrich (Viola) und Ariane Oeynhausen (Violoncello) von der Newe Steinfurter Hofcapelle begleitet wurden.

Federführend agierte Thorsten Schlepphorst als Dirigent am Cembalo. Diese Kantate nimmt in vieler Hinsicht eine Sonderstellung unter Bachs Kantaten ein. Dabei beschränkt sich Bach auf eine eigene Instrumentierung, wenige Veränderungen und fügte Verzierungen hinzu. Das etwas kurz geratene Schluss-Amen in F-Moll ließ Bach in F-Dur wiederholen und erzielt einen überraschend fröhlich-zuversichtlichen Schluss.

Katharina Brodesser und Judit Westhues überzeugten im Zusammenspiel. Anschließend brillierte der Renaissancechor „venestra musica“. Die Sängerinnen und Sänger stimmten die Bach-Kantate „Himmelskönig, sei willkommen“ BWV 182 ein. Johann Sebastian Bach war am 2. März 1714 zum Hofkonzertmeister von Weimar ernannt worden. Bachs Eröffnungsstück dazu war diese Kantate. Sie erklang erstmals am Palmsonntag 1714, dem 25. März des Jahres. Die acht Sätze halten vielerlei schöne, lohnende Aufgaben für Chorsänger und Vokalsolisten bereit. Hinzu kommt als besondere Attraktion eine virtuose Solopartie für die Blockflöte. Die Vokalsolisten waren Arndt Winkelmann (Bass) und Gisela Schweppenstedde-Türk (Sopran). Die Solopartie auf der Blockflöte übernahm Margit Dittmann von der Newe Steinfurter Hofcapelle.

Gerade in dieser Kantate zeigen sich erste Früchte der Beschäftigung Bachs mit den damals modernen Formen der italienischen Musik, auch der Oper: So finden sich neben Anklängen an die konzertierende Praxis speziell im Stil von Vivaldi auch schon Da-capo-Arien. Die köstliche weitere halbe Stunde Bachmusik dankten die Zuhörer in der mit guter Akustik ausgestatteten St. Dionysius-Kirche mit viel Applaus.

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