22-Jährige angeklagt: Verfahren gegen Geldauflage eingestellt
„Rosenkrieg“ landet vor Gericht

Nordwalde/Steinfurt -

Früher waren sie mal ein Paar, heute sehen sie sich vor Gericht wieder: Eine 22-Jährige soll ihren Ex-Freund tätlich angegriffen haben. Es ist offenbar nicht das erste Mal, dass sich die beiden vor Gericht treffen.

Donnerstag, 19.04.2018, 16:04 Uhr

Der Streit eines Ex-Paares wurde vor dem Amtsgericht Steinfurt verhandelt.
Der Streit eines Ex-Paares wurde vor dem Amtsgericht Steinfurt verhandelt. Foto: dpa

Der „Rosenkrieg“ zwischen einer 22-jährigen Borghorsterin und ihrem gleichaltrigen, ebenfalls aus Borghorst stammenden Ex-Freund beschäftigte am Donnerstag das Steinfurter Amtsgericht . Offenbar nicht zum ersten Mal, wie aus der Einlassung des Verteidigers gleich zu Beginn der Verhandlung deutlich wurde: Er schlug dem Richter vor, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen, „so, wie es in den bisherigen Fällen auch stets gewesen ist“. Indes: Der Richter wollte sich nicht darauf einlassen und zunächst die Zeugen befragen.

Konkret ging es um den Vorwurf der Körperverletzung: Die 22-Jährige soll laut Anklageschrift im Oktober vergangenen Jahres im alkoholisierten Zustand auf dem Heimweg von der Nordwalder Kirmes ihren früheren, ebenfalls angetrunkenen Freund tätlich angegriffen, ihn gekratzt und gewürgt haben. Letzterer trug Kratz- und Schürfwunden am Kopf sowie Hämatome am Bizeps davon.

Lebensgefährten bestätigen jeweilige Aussage

Die Angeklagte bestritt die Vorwürfe und gab an, ihrerseits von ihrem Ex-Freund angegriffen worden zu sein. Er habe ihr eine Schale Pommes aus der Hand geschlagen und die Rangelei angefangen. Erst ihr neuer Lebensgefährte haben die Situation aufgelöst. Diese Schilderung bestätigte Letzterer im Zeugenstand.

Ganz anders wiederum die Aussage des Opfers. „Sie hat mich zunächst beschimpft und dann am Hals gepackt“, gab der Ex-Freund zu Protokoll. Am Boden habe sich dann eine Rangelei entwickelt, wobei er lediglich die Schläge der Ex-Freundin abgewehrt habe. „Ich bin dann von meiner Freundin weggezogen worden“, so der Zeuge, der betonte, zwar verletzt, aber deswegen nicht krankgeschrieben worden zu sein. Seine Freundin, die bis zum Vorfall wiederum mit der Ex befreundet war, bestätigte seine Aussagen.

Verfahren wird eingestellt

Das uneinheitliche Ergebnis der Zeugenbefragung veranlasste den Richter in Verbindung mit der Tatsache, dass die Angeklagte bislang nicht vorbestraft ist, auf das Angebot des Verteidigers einzugehen. Auch die Staatsanwaltschaft stimmte dem Vorschlag der Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage in Höhe von 300 Euro an die Staatskasse zu. „Ich erwarte von Ihnen, dass die Gerichte nun nicht weiter belastet werden. Legen Sie ihren Streit bei“, hob der Richter abschließend den mahnenden Zeigefinger an das Ex-Paar, den seit mehr als zwei Jahren andauernden „Rosenkrieg“ nun endgültig zu beenden.

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