Planungen für Trendelkamp-Gelände vorgestellt
Die Geschichte wird nicht vergessen

Nordwalde -

Moderne Architektur, die an den Industriecharakter erinnert – so soll das Trendelkamp-Gelände bald aussehen. Die Pläne für die Neugestaltung stellte Architekt Dirk Söhner nun vor. Entstehen sollen die „Drei-Buchen-Märkte“.

Mittwoch, 02.05.2018, 17:12 Uhr
Das geplante Fachmarktzentrum „Drei-Buchen-Märkte“ ist ein dreigeschossiges Gebäude mit deutlich zurückspringendem Staffelgeschoss.
Das geplante Fachmarktzentrum „Drei-Buchen-Märkte“ ist ein dreigeschossiges Gebäude mit deutlich zurückspringendem Staffelgeschoss. Foto: Wrocklage und Partner

Dirk Söhner will auf dem Trendelkamp-Gelände erst mal aufräumen. Das kündigt der Architekt des Büros „Wrocklage und Partner“ aus Dülmen in der jüngsten Sitzung des Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses an. Im Groben sieht das Vorhaben für die geplanten „Drei-Buchen-Märkte“ so aus: Der alte Websaal und das alte Kesselhaus sollen in ihrer Struktur erhalten, aber umgebaut werden. Das Kesselhaus soll künftig als Begegnungsstätte genutzt werden. Erhalten werden soll zudem das Pförtnerhaus, das Lidl-Gebäude und die alten Werkhallen werden abgerissen.

Das Aufräumen sei nötig, weil sich die Ansprüche der Einzelhandelsunternehmen „sehr stark verändert haben“. Die beiden Discounter und der Vollsortimenter hätten einen deutlich größeren Flächenbedarf, sagte Söhner: „Die haben heute ganz andere Ladenstrukturen.“

Kein übliches Fachmarktzentrum

Die Geschichte des Trendelkamp-Geländes soll bei der Gestaltung der „Drei-Buchen-Märkte“ nicht vergessen werden. „Wir wollen eine moderne, zeitgemäße Architektur, orientieren uns aber an der Industriearchitektur“, sagte Söhner. Roter Backstein an der Fassade soll für den Industriecharakter sorgen. Damit das Gelände nicht mit unzähligen Werbeanlagen belastet wird, werden diese beschränkt. „Wir wollen eine wertige Architektur, kein übliches Fachmarktzentrum, wo ein Laden neben dem anderen steht“, sagte Söhner.

Der Fokus liegt bei dem Projekt auf dem großflächigen Einzelhandel. Probleme mit den Nachbarkommunen sind nicht zu erwarten: Die aktuelle Planung ist im Einklang mit dem Einzelhandelskonzept. Im Erdgeschoss der neuen „Drei-Buchen-Märkte“ planen die Architekten ausschließlich Handel, in den zwei Obergeschossen und einem Staffelgeschoss sollen überwiegend Wohnungen entstehen.

Begrüntes Dach

Die oberen Stockwerke sind in einer L-Form angedacht. Die etwa 40 bis 45 Wohnungen, sechs davon im Staffelgeschoss, sollen alle nach innen ausgerichtet werden. In den zwei Obergeschossen bilden die Flure einen laubengangähnlichen Bereich. Söhner: „Wir schaffen einen Puffer zwischen den Wohnungen und den Parkplätzen.“ Das Dach soll begrünt werden. Unter dem Gebäude soll eine Tiefgarage mit 50 Stellplätzen entstehen.

Die Kombination von Wohnen und Handeln sei von der Nutzungsstruktur her „sehr interessant“, sagte Söhner: „Der Standort behält so auch nach Ladenschluss Attraktivität.“ Im Bebauungsplanentwurf ist aber auch die Möglichkeit festgehalten, Büros in die oberen Stockwerke einziehen zu lassen.

Deutliche Trennung von Kundenbereich und Parkbereich

Die Zufahrten zum Gelände sollen verändert werden. Es soll eine breite Zufahrt von der Bahnhofstraße geschaffen, die Zufahrt zur Felix-Fraling-Straße soll erweitert werden. Der Fußgängerbereich vor den Läden wird breit gehalten und von einem Grünstreifen geschützt. „Damit haben wir eine deutliche Trennung des fußläufigen Kundenbereichs und des Parkbereichs“, sagte Söhner.

Verändert wird auch der Anlieferbereich. In einer Einbahnstraße sollen die Fahrzeuge von der Bahnhofstraße an den Geschäften vorbei bis zur Felix-Fraling-Straße geführt werden. Die Anlieferzonen sind so gestaltet, das wenig Rangierverkehr notwendig ist. Ein Rechtsabbiegerschild am Ende soll dafür sorgen, dass Lkw nach dem Anliefern nicht in den Ortskern fahren, sondern die Umgehungsstraße oder die Südumgehung nutzen.

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