KvG-Schüler setzen ein Zeichen gegen Rechts
Rassismus die „Rote Karte“ gezeigt

Nordwalde -

„Ich bin richtig stolz auf meine Schüler, die die selbst erdachte und am Donnerstagmorgen inszenierte Aktion für eine Rassismusfreie Schule mit der „Roten Karte“ gegen den Alltagsrassismus aufzeigen, dass das mit Ihnen nicht zu machen ist“, sagt Schulleiterin Karla Müsch-Nittel zum Abschluss des Aktionstages, an dem alle 793 Schüler der Schüler und natürlich auch die Lehrer mitmachten.

Donnerstag, 06.09.2018, 16:34 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.09.2018, 16:32 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 06.09.2018, 16:34 Uhr
Aktionstag gegen Rassismus: Mit dieser Hinweistafel wurde alle Schüler eingestimmt.
Aktionstag gegen Rassismus: Mit dieser Hinweistafel wurde alle Schüler eingestimmt. Foto: Detlef Held

Den Anstoß dazu gaben die Schülersprecher Nadine Grabbe (Klasse 12) und Jannick Teuben (Klasse 13), die mit weiteren Klassensprechern im vergangen Jahr an einem Workshop des Netzwerkes „ Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in Münster teilgenommen hatten. Der Verein „ Aktion Courage “ wurde im Juni 1995 unter dem Namen „Schule ohne Rassismus“ ins Leben gerufen.

Mit dieser Hinweistafel wurden alle Schüler auf die Thematik des Aktionstages eingestimmt

Mit dieser Hinweistafel wurden alle Schüler auf die Thematik des Aktionstages eingestimmt Foto: Detlef Held

Besonders beeindruckt hatte die KvG-Schüler bei dem Workshop der Vortrag des Autors Nils Oskamp , der seinem Buch „Drei Steine“ die Geschichte seiner Jugend in den 1980er Jahren in Dortmund erzählte, wo er Opfer rechter Gewalt wurde. Als ein Mitschüler in der Schulklasse den Holocaust verleugnet und weitere Nazi-Parolen propagiert, lehnt er sich dagegen auf und wird zur Zielscheibe von Neonazis. Und es beginnt für ihn ein Kampf um das nackte Überleben.

„Dieser Art von Radikalismus und Rassismus muss man entgegenwirken“, überzeugten die Schüler das Kollegium und fanden offene Ohren. Im Unterricht wurde in allen Altersstufen das Thema Rassismus behandelt, auch unter dem Aspekt, dass damit nicht nur Fremdenfeindlichkeit gemeint ist. Die Ausgrenzung, Benachteiligung oder Herabsetzung von Menschen beispielsweise auf dem Arbeitsmarkt, der Bildung oder dem Wohnungsmarkt sind dafür Beispiele. Behandelt wurden auch, wie Vorurteile über Personen anderer Hautfarbe, Sprache, Religion oder ethnische Herkunft zu Hass und Gewalt führen. „Die aktuellen Geschehnisse in Chemnitz zeigen, dass die Aktion ein Muss ist“, zeigt sich Nadine Grabbe entsetzt über die Vorfälle.

Die Idee mit der Roten Karte wurde von allen favorisiert, denn der Vergleich mit einem „Foulspiel“ ist ein klares Signal, dass es so nicht weitergeht, fanden die Schülervertreter und organisierten diese Demonstration, um deutlich zu machen, dass jeder mit etwas Courage sich dagegen wehren kann, in der Schule aber auch im privaten Umfeld.

Aktiv wurden sie unterstützt und begleitet von den Lehrern Bruno Visser und Pascal Powroznik. So entstand auch der Vorschlag, mit einer Hinweistafel im Eingangsbereich auf den Aktionstag hinzuweisen und alle zu überzeugen, mitzumachen.

„Wir haben schon neue Ideen für das kommende Jahr“, sagt Nadine Grabbe. „Unsere Schülervertretung ist zudem für alle ein Ansprachpartner bei diesen Fragen.“

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