Ausstellung in der Jugendbildungsstätte
Palästina als Spielball großer Politik

Nordwalde -

Die Texte und Fotos rütteln auf. Zu sehen ist die geografische, politische und menschliche Demontage Palästinas und seiner Bevölkerung. Und zwar in der Wanderausstellung „Frieden ist möglich – auch in Palästina“.

Mittwoch, 26.09.2018, 20:06 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 24.09.2018, 18:04 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 26.09.2018, 20:06 Uhr
Dr. Reinhold Hemker hängt mit Besuchern die Fahnen Palästinas und Israel auf. In der Ausstellung sind große Schautafeln mit Fotos und Texten zu sehen.
Dr. Reinhold Hemker hängt mit Besuchern die Fahnen Palästinas und Israel auf. In der Ausstellung sind große Schautafeln mit Fotos und Texten zu sehen. Foto: Dieter Klein

Es ist eine Ausstellung, die polarisiert. In der Evangelischen Jugendbildungsstätte (Jubi) ist seit Sonntag die Ausstellung „Frieden ist möglich – auch in Palästina“ zu sehen. Die meisten der 17 großen Schautafeln verdeutlichen in aufrüttelnden Texten und Fotos die geografische, politische und menschliche Demontage Palästinas und seiner Bevölkerung.

Pfarrer Dr. Reinhold Hemker, Vorsitzender des Ausschusses für gesellschaftliche Verantwortung im evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg, eröffnete die Ausstellung. Er hatte sie für den Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken nach Nordwalde geholt. Zuvor war die Wanderausstellung bereits in Lengerich und Rheine zu sehen.

Hemker scheute in seiner Rede keine Kritik: „Die momentane Situation Palästinas als Spielball großer Politik ist untragbar.“ In dem Zusammenhang hielt er auch den Antrittsbesuch von Außenminister Heiko Maas in Israel für bedenklich. Es müsse sowohl mit der palästinensischen als auch der israelischen Seiten gesprochen werden. Nach Außen dürfe kein Eindruck der Einseitigkeit entstehen. „Wie sollen dann Friedensbemühungen aussehen? Die Voraussetzung für eine Versöhnung Palästinas mit Israel ist nur unter ‚Gleichen‘ möglich.“

Doch wie realitätsfern dies aktuell ist, erkennt der Besucher beim Betrachten der Schautafeln. Von der zionistischen Besiedlung, der ersten Vertreibung der Palästinenser, der Gründung des Staates Israel, der Besetzung Palästinas, der Abriegelung von Gaza bis zu den Ergebnissen aus den Irrtümern westlicher Politik. 1947 teilte die UNO Palästina auf. Sie sprach den Juden 56 Prozent des Landes zu. Eine Fläche, die die Israelis– so zeigen es die Dokumente – später durch Eroberung um weitere 22 Prozent erweiterten.

Heute würde Hemker für eine Zwei-Staaten-Lösung als Übergangslösung plädieren. Dafür müssten die Friedensbewegungen unterstützt werden: „Wir dürfen die Thematik nicht den politischen Radikalinskis überlassen.“ Hemker lädt vor allem Schulklassen ein, sich bei einem Ausstellungsbesuch mit dem Konflikt intensiver auseinanderzusetzen. Angesprochen sind sowohl Grund- als auch weiterführende Schulen. Anmeldungen sind per E-Mail an hemke_00@uni-muenster.de oder unter Telefon 01 71 / 26 58 98 9 möglich.

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Die Ausstellung „Frieden ist möglich – auch in Palästina“ in der Evangelischen Jugendbildungsstätte kann noch bis kommenden Sonntag (30. September), täglich von 9.30 Uhr bis 20 Uhr, besucht werden.

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