Zwischenbericht vom Verkehrskonzept
Den Widerstand erhöhen

Nordwalde -

Bevor die Nordwalder in einem Bürgerworkshop über das Verkehrskonzept sprechen, stellte Dr. Harald Blanke den aktuellen Sachstand vor. Er sprach über die Probleme mit gradlinigen Straßen, Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung auf der Bahnhofstraße und den fehlenden Wiedererkennungswert bei Querungshilfen.

Freitag, 12.10.2018, 19:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 19:00 Uhr
Die Bahnhofstraße (Bilder im Uhrzeigersinn), Querungshilfen, Knotenpunkte und Bushaltestellen: Das Büro Ambrosius Blanke aus Bochum hat den Verkehr unter die Lupe genommen. Dr. Harald Blanke stellte jetzt den aktuellen Sachstand vor.
Die Bahnhofstraße (Bilder im Uhrzeigersinn), Querungshilfen, Knotenpunkte und Bushaltestellen: Das Büro Ambrosius Blanke aus Bochum hat den Verkehr unter die Lupe genommen. Dr. Harald Blanke stellte jetzt den aktuellen Sachstand vor. Foto: Szybalski

Bislang haben sich die „Externen“ vom Büro Ambrosius Blanke mit dem Verkehr in Nordwalde beschäftigt, jetzt sind die „Internen“ am Zug. Bevor die Nordwalder in einem Bürgerworkshop über das Verkehrskonzept sprechen, stellte Dr. Harald Blanke für die „Externen“ in einer Sondersitzung des Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses den aktuellen Sachstand vor und legte ein erstes Gesamtkonzept vor. Fragen und Antworten zum Zwischenbericht.

►  Was hat das Büro in den vergangenen Monaten in Nordwalde gemacht?

Die Mitarbeiter haben eine Bestandsaufnahme des Verkehrs im Ort gemacht, Schwachpunkte gekennzeichnet und erste Handlungsansätze formuliert. Konkret haben sie beispielsweise auf Karten eingezeichnet, auf welchen Straßen wie schnell gefahren werden darf. Sie haben Straßen vermessen, um zu prüfen, ob dort Traktoren aneinander vorbeifahren könnten. Und sie haben die Gestaltung von Knotenpunkten als einen Schwachpunkt ausgemacht.

►  Welche Probleme hat das Büro ausgemacht?

Viele Straßen verlaufen gradlinig. Das ist angenehm für Autofahrer, die dadurch schnell fahren können. Um das zu ändern, könnten etwa Einengungen mit Pflanzen errichtet oder Pflaster auf der Straße angebracht werden. Auf die Einfahrten zu Tempo-30-Zonen und auf Knotenpunkte soll mit optischen Markierungen auf der Straße hingewiesen werden. Denn es sei nicht immer klar, welche Verkehrsregelung gelte, sagte Blanke: „Das führt zu Irritationen.“ Die Markierungen sollen auch dazu führen, dass Fußgänger besser die Straßenseite wechseln können und Autofahrer langsamer fahren.

►  Wie soll der Verkehr auf der Bahnhofstraße beruhigt werden?

Momentan ist der Weg über die Bahnhofstraße kürzer und schneller als über die Umgehungsstraße. Ersteres wird so bleiben, Letzteres soll sich ändern. Der Widerstand an der Bahnhofstraße solle dafür erhöht werden, sagte Blanke. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 hält er nicht für realistisch. Zu hoch seien die Hürden für eine Genehmigung. Stattdessen soll die Straße im Ortskern wie geplant zurückgebaut werden. Nicht nur an der Einfahrt zur Felix-Fraling-Straße, auch an der zur Feldstraße soll ein Kreisverkehr entstehen. Die Haltestellen „Post“ und „Gangolfschule“ sollen zu einem Buskap umgebaut werden. Dabei hält der Bus auf der Straße, dahinterfahrende Fahrzeuge müssen warten. Mit Schildern soll der Schwerverkehr darauf aufmerksam gemacht werden, die Umgehungsstraße zu nutzen.

►  Wie bewertet das Büro die Situation für den landwirtschaftlichen Verkehr?

Fünf Meter sollte die Fahrbahn mindestens breit sein, damit Traktoren und Autos noch aneinander vorbeifahren können. Legt man die Breite zugrunde, scheint der landwirtschaftliche Verkehr auf der Hilgenbrinker Straße, der Bisping­allee und der Kliftstiege möglich. Im Grenzbereich ist es bei der Feldstraße, problematisch wird es bei der Dömerstiege. In dem Gebiet eine Zusatzstraße mit geringem Aufwand zu bauen, hält Blanke aber nicht für möglich.

►  Welche Erkenntnisse hat der Zwischenbericht noch gebracht?

Im Zentrum sind die Parkplätze knapp, weniger sollten es nicht werden. Im Außenbereich lässt sich gut parken. Das dürfte aber der Kaufmannschaft im Ortskern wenig helfen. Als Problem hat das Büro die Fahrbahnen ausgemacht, die teilweise in keinem guten Zustand sind. Zudem sind die Querungshilfen, also etwa Zebrastreifen, nicht einheitlich gestaltet. Da wird deutlich, dass zuletzt ein klares Konzept fehlte. Bei den Bushaltestellen gebe es zwar ein gutes Verhältnis, sagte Blanke. Er bemängelte aber die Qualität der einzelnen Haltestellen. Es fehlen oftmals etwa Wartehäuschen.

►  Wie sieht der weitere Ablauf aus?

Am 8. November (Donnerstag) findet um 18 Uhr im Forum der Kardinal-von-Galen-Schule der Bürgerworkshop statt. Das Büro Ambrosius Blanke will anschließend die Lösungsvorschläge präzisieren und ausformulieren sowie priorisieren, wie die Gemeinde vorgehen sollte. Die Abschlusspräsentation ist für das Frühjahr 2019 geplant. Die Politik muss das Verkehrskonzept dann noch beschließen.

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