Bürgerworkshop zum Verkehrskonzept
Kontrovers, aber konstruktiv

Nordwalde -

Manchmal hilft es, darüber zu reden. Im Fall des Zwischenberichts zum Verkehrskonzept scheint das der Fall gewesen zu sein. Die Bürger haben fleißig, durchaus auch kontrovers, aber konstruktiv über den Verkehr im Ort diskutiert.

Samstag, 10.11.2018, 13:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 10.11.2018, 13:00 Uhr
Matthias Lenfort (2.v.l.) und Dr. Harald Blanke (4.v.r.) nahmen ebenso Vorschläge von Bürgern auf, wie Dagmar Hilgenbrink (kl. Bild l.).
Matthias Lenfort (2.v.l.) und Dr. Harald Blanke (4.v.r.) nahmen ebenso Vorschläge von Bürgern auf, wie Dagmar Hilgenbrink (kl. Bild l.). Foto: Vera Szybalski

Dass nicht immer Schweigen Gold, sondern manchmal Reden besser ist, bewies der Bürgerworkshop zum Verkehrskonzept. Fast 100 Interessierte waren dazu am Donnerstagabend in das Forum der Kardinal-von-Galen-Schule gekommen. Die Bürger tauschten sich nicht nur mit den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung und dem Team vom Büro Ambrosius Blanke über den Verkehr im Ort aus, sondern auch untereinander. Etwa Bürger, die sich für ein Verbot des Schwerverkehrs im Ortskern einsetzen mit Bürgern, die darauf angewiesen sind, dass Lkw durch den Ortskern fahren. Es wurde durchaus kontrovers, aber konstruktiv diskutiert.

Zunächst stellte Dr. Harald Blanke, der mit seinem Team vom Büro Ambrosius Blanke das Verkehrskonzept erstellt, den Zwischenbericht vor. Blanke erläuterte, wie er und seine Kollegen vorgegangen sind, die Situation analysiert, nach Problemstellen gesucht und erste Vorschläge erarbeitet haben. Blankes Hoffnung auf einen „regen und lebhaften Diskussionsabend“ wurde anschließend erfüllt. Die Gemeindemitarbeiter und das Team vom Büro Ambrosius Blanke wechselten in die Rolle des Zuhörers, die Bürger brachten ihre Anliegen, Vorschläge und Bedenken vor.

Neue Aspekte erörtert

In drei Arbeitsgruppen widmeten sich die Anwesenden verschiedenen Schwerpunkten. Claus Ufermann war Ansprechpartner der Gemeinde beim Thema Ortsmitte. Wie der Verkehr im Ort beruhigt werden könnte, wurde nicht zum ersten Mal diskutiert. Dennoch wurden auch neue Aspekte erörtert. Denn: „Die Diskussion wurde nicht nur von denen geführt, die sich bisher schon zu dem Thema geäußert haben“, sagte Ufermann.

Er hörte sich konkrete Vorschläge, wie den, die Bahnhofstraße beim Umbau zu verschieben, um mehr Aufenthaltsqualität auf der gegenüberliegenden Seite des Rathauses zu schaffen, an. Er räumte Befürchtungen, wie die, dass durch niedrigere Bordsteine Autos über den Fußgängerweg fahren, aus dem Weg: „Wir wollen da ja Bäume pflanzen.“ Und er nahm Anregungen auf, wie die, mit Betrieben zu sprechen, dessen Lkw weiterhin durch den Ortskern fahren.

Diskussion, aber auch Verständnis

In der Arbeitsgruppe, in der Matthias Lenfort die Gemeinde vertrat, drehte sich die Diskussion vor allem um den landwirtschaftlichen Verkehr auf der Dömerstiege, Feldstraße, Kliftstiege und Hilgenbrinker Straße. Die Probleme bei den Straßen ähneln sich. Eine von mehreren Parallelen: Parkende Pkw blockieren nicht selten die Durchfahrt für Landwirte mit schweren Maschinen. „Die Landwirte und die Anwohner haben sehr kontrovers diskutiert, aber auch gegenseitiges Verständnis gezeigt“, sagte Lenfort.

Die Landwirte machten auch Vorschläge für eine Entlastungsstraße. Sie brachten dabei etwa eine Verbindungsstraße zwischen dem Scheddebrock und der Feldbauerschaft ins Spiel. Im Zusammenhang mit der Beschränkung auf Anliegerverkehr an der Kliftstiege sowie einer fehlenden Wendemöglichkeit an der Gildestraße wurde auch über eine mögliche Problemverschiebung gesprochen, sagte Lenfort: „Egal, wie und wo man die Durchfahrt begrenzt, irgendwo muss der Verkehr lang. Der verlagert sich also.“

Anregungen werden ausgewertet

Die Kliftstiege und Gildestraße wurden auch in der Arbeitsgruppe thematisiert, in der Dagmar Hilgenbrink als Ansprechpartnerin der Gemeinde fungierte. Ein weiterer Diskussionspunkt: Ob an der Emsdettener Straße ein Schutzstreifen für Fahrradfahrer eingerichtet werden soll oder stattdessen auf der Fahrbahn in Richtung Emsdetten weiter geparkt werden darf. Zur Sprache kam auch die Hilgenbrinker Straße, in der teilweise sehr schnell gefahren werde, sagte Hilgenbrink: „Die sieht breit aus, obwohl sie das nicht ist.“

Die Anregungen werden von Blanke und seinem Team nun geprüft und ausgewertet, ob sie auch umgesetzt werden können. Bei der Frage, was dann tatsächlich umgesetzt wird, hat der Gemeinderat das letzte Wort.

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