Ärgernis Telefonwerbung: Ungebetener Anbieterwechsel für Strom und Gas
Vertrag einfach untergeschoben

Nordwalde -

Obwohl Telefonwerbung seit Jahren verboten ist, klagen immer noch viele Verbraucher über unerwünschte Anrufe. Auch Verträge für Strom und Gas werden beworben. Nicht selten wird den Angerufenen dann ein Vertrag für einen Anbieterwechsel untergeschoben.

Donnerstag, 22.11.2018, 17:00 Uhr
Maria Heckmann holte sich Rat und Unterstützung bei Bernd Ahlers vom Bund der Energieverbraucher, der die schnelle Kündigung in die Wege leitete.
Maria Heckmann holte sich Rat und Unterstützung bei Bernd Ahlers vom Bund der Energieverbraucher, der die schnelle Kündigung in die Wege leitete. Foto: Detlef Held

Dies musste jetzt Maria Heckmann (81) aus Nordwalde erleben. Als ihr am 8. November plötzlich von einem Energieversorger eine Auftragsbestätigung über Gas zugestellt wurde, fiel sie aus allen Wolken.

Die 81-Jährige erinnert sich an einen Telefonanruf vom 2. November, bei dem eine Anruferin sie in ein G espräch über günstige Stromtarife verwickelte. „Von Gas war nie die Rede und ich wunderte mich noch, woher sie meine Telefonnummer hatte und meinen Namen kannte.“

Die Anruferin blieb hartnäckig, fragte, „wie viel ich monatlich für Strom aufbringen muss und versprach, dass sie einen Tarif für mich hätte, der etwa nur die Hälfte ausmache.“

Das machte die Seniorin stutzig, zumal sie keinerlei Verbrauchsmengen mitgeteilt hatte und sie beendete das Gespräch mit den Worten, dass sie kein Interesse habe.

Kurz darauf wurde sie erneut angerufen. Sie legte wieder auf. „Ich war richtig sauer“, insbesondere als kurz darauf ein dritter Anruf kam, in dem ihr erklärt wurde, dass sie einem Anbieterwechsel zugestimmt habe. Diesmal war sogar ein angeblicher Vorgesetzter der bisherigen Anruferin am Apparat. Maria Heckmann verbat sich weitere Belästigungen.

„Das ganze hat über eine Stunde gedauert“, sagt Maria Heckmann. „Ich war am Ende richtig geschafft und wütend.“

Die Nordwalderin ist sicher, dass sie außer ihren Namen keine persönlichen Angaben preisgegeben hatte. Umso mehr war sie erstaunt, dass auf dem Angebot des Unternehmens sogar ihre Gaszählernummer vermerkt war. „Von Gaslieferung war in den Telefonaten nie die Rede, auch nicht über eine Laufzeit von 24 Monaten.“

Maria Heckmann suchte Rat bei Bernd Ahlers vom Bund der Energieverbraucher. Der sorgte dafür, dass sie eine Widerspruchserklärung, ergänzt mit dem Hinweis, dass sie nie einem Gasanbieterwechsel zugestimmt habe, fristgerecht übersandte. Das Unternehmen bestätigte kurz darauf die Aufhebung des Vertragsverhältnisses.

Für Bernd Ahlers aus Nordwalde ist dies kein Einzelfall. Viele so überrumpelte Anrufer schweigen manchmal, weil sie glauben, dass sie sich falsch verhalten haben, akzeptieren und zahlen, weiß er aus Erfahrung.

Ahlers weist daraufhin, dass es Urteile von Landgerichten gibt, die diese Werbung verbieten. So hat beispielsweise das Landgericht München 2017 entschieden, dass eine Werbung mit einem Telefonanruf ohne vorherige Einwilligung eine unzumutbare Belästigung und zu unterlassen ist (Az Landgericht München I 37 0 555/17).

Die Verbraucherzentrale bittet, dass Betroffene solche Werbeanrufe der Bundesnetzagentur melden, um den Anrufern ihre Schranken aufzuzeigen. Dabei sollte möglichst der Name der Firma, des Anrufenden, die Telefonnummer und auch die Uhrzeit angegeben werden.

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