Schulentwicklungsplan vorgestellt
Fünf Klassen pro Jahrgang

Nordwalde -

Die Projektgruppe „biregio“ hat den Schulentwicklungsplan vorgestellt: An beiden Grundschulen werden künftig insgesamt fünf Klassen pro Jahrgang eingeschult. Die Kommunalpolitiker müssen deshalb eine Entscheidung treffen.

Mittwoch, 05.12.2018, 10:00 Uhr aktualisiert: 10.12.2018, 20:28 Uhr
Die Projektgruppe „biregio“ hat sich die Entwicklung der Grundschülerzahlen angeschaut. Nach einem leichten Rückgang in den vergangenen Jahren prognostiziert die Projektgruppe für die kommenden Jahre einen Anstieg.
Die Projektgruppe „biregio“ hat sich die Entwicklung der Grundschülerzahlen angeschaut. Nach einem leichten Rückgang in den vergangenen Jahren prognostiziert die Projektgruppe für die kommenden Jahre einen Anstieg. Foto: Jürgen Christ

Neue Baugebiete und damit ein Anstieg der Bevölkerungszahl sowie der Kinderzahl: Nordwalde wächst und das hat Auswirkungen auf die Schulen. Die Gemeinde muss sich darauf einstellen, dass in einigen Jahren an den beiden Grundschulen im Ort insgesamt fünf Klassen pro Jahrgang eingeschult werden.

Das ist ein Ergebnis des neuen Schulentwicklungsplanes, den Georg Heller von der Bonner Projektgruppe „biregio“ im jüngsten Schul-, Sozial-, Kultur- und Sportausschuss vorstellte. Die Projektgruppe hat unter anderem aufgelistet, wie sich die Schülerzahlen in den kommenden Jahren entwickeln, wie die Schülerschaft an den drei Schulen im Ort zusammengesetzt ist und wie viele Schüler aus den umliegenden Kommunen kommen. Der Schulentwicklungsplan umfasst den Zeitraum zwischen den Schuljahren 2018/2019 und 2023/2024. Die Projektgruppe hat zudem einen Ausblick auf die Zeit bis 2032 vorgenommen.

Demografie als Wellenbewegung

Jeweils zwei Klassen pro Jahrgang an den Grundschulen werden in Zukunft nicht ausreichen, hat „biregio“ festgestellt. „Es kommt auf jeden Fall eine Fünfzügigkeit auf Sie zu“, sagte Georg Heller in Richtung der Ausschussmitglieder. Daran gebe es nichts zu rütteln: „Die Fünfzügigkeit garantiere ich Ihnen.“ Und das auf Dauer.

Während heute lediglich 366 Schüler die beiden Grundschulen besuchen, wird bis 2030 eine Zahl von mehr als 500 Schüler erreicht, prognostiziert „biregio“. Diese Schülerzahlen habe es zuletzt 2005 in Nordwalde gegeben. Dass die Schülerzahlen erst sinken und dann wieder steigen, ist nicht ungewöhnlich. Geburtenstarke und geburtenschwächere Jahrgänge wechseln sich häufig ab, die Altersstruktur der Bevölkerung entspricht einer Wellenbewegung.

Sechszügigkeit in der Primarstufe?

Heller geht davon aus, dass die Gemeinde spätestens ab dem Schuljahr 2022/2023 mit vier Eingangsklassen in den beiden Grundschulen nicht mehr auskommt. „Biregio“ kommt zu dem Schluss, dass sich langfristig sogar die Frage nach einer Sechszügigkeit in der Primarstufe stellen könnte. Ob dies nur eine demografische Spitze darstelle, gelte es aber zu gegebener Zeit zu überprüfen.

Die Kommunalpolitiker werden entscheiden müssen, ob in Zukunft die Gangolfschule und Wichernschule jeweils zweieinhalbzügig werden oder eine Schule dreizügig wird und die andere zweizügig bleibt. Eine Frage wird dabei sein, ob und wenn ja, welche der beiden Grundschulen die räumlichen Kapazitäten für eine Dreizügigkeit hat.

Gangolfschule ist zweizügig gebaut

Georg Heller und Heinz-Gerd Rulofs, Schulleiter an der Gangolfschule, deuteten bereits an, dass die heute zur Verfügung stehenden Räume nicht für drei Klassen pro Jahrgang ausreichen würden. „Die Schule ist zweizügig gebaut“, sagte Heller. Eine Rolle bei der Frage, wie viele Eingangsklassen pro Jahrgang es in Zukunft an welcher Grundschule gibt, dürfte auch die Tatsache spielen, dass die neuen Baugebiete tendenziell eher im Gebiet der Gangolfschule liegen. Wenn die Kommunalpolitiker nicht eingreifen und steuern, wie viele Züge es an welcher Grundschule gibt, würden beide Grundschulen bereits Mitte der 2020er Jahre jeweils mehr als zwei Klassen einschulen, merkt „biregio“ an.

Auch die Kardinal-von-Galen-Gesamtschule hat die Projektgruppe betrachtet. Sie erwartet insgesamt stabile Anmeldezahlen an der Gesamtschule, wenn auch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Die Schule muss sich aber darauf einstellen, dass die Schülerzahlen zunächst weiter leicht sinken. Ab dem Schuljahr 2025/2026 ist dann wieder mit dauerhaft höheren Anmeldezahlen zu rechnen.

Gesamtschulen sind im Trend

„Biregio“ stellte fest, dass lediglich rund 35 Prozent der Grundschüler aus Nordwalde auf die Gesamtschule wechseln. „Das ist keine besonders hohe Quote dafür, dass sie nur eine weiterführende Schule im Ort haben“, sagte Georg Heller. Es sei wünschenswert und möglich, diese Quote zu steigern. Grundsätzlich gelte: „Gesamtschulen sind im Trend.“

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