„Bach 1720“: Ludger Lohmann zum sechsten Mal zu Gast
Halbzeit beim Großprojekt

Nordwalde -

Die Atmosphäre war besonders: Die St.-Dionysius-Kirche war lediglich mit Kerzen beleuchtet, als Organist Ludger Lohmann dort adventliche Werke spielt. Das Konzert markiert die Halbzeit für das musikalische Großprojekt „Bach 1720“.

Montag, 17.12.2018, 18:34 Uhr
Für das Konzert mit dem Stuttgarter Organisten Ludger Lohmann (kl. Bild) war die St.-Dionysius-Kirche lediglich mit Kerzen stimmungsvoll illuminiert.
Für das Konzert mit dem Stuttgarter Organisten Ludger Lohmann (kl. Bild) war die St.-Dionysius-Kirche lediglich mit Kerzen stimmungsvoll illuminiert. Foto: Rainer Nix

Halbzeit für das musikalische Großprojekt „ Bach 1720“ unter der Leitung von Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst. Am Sonntag gastierte der Stuttgarter Organist Ludger Lohmann zum sechsten Mal in der St.-Dionysius-Kirche. Er entlockte der Barockorgel wohlklingende Töne aus der Feder des für viele Zuhörer größten Komponisten aller Zeiten, Johann Sebastian Bach (1685 – 1750).

Der hochkarätige Organist Lohmann spielte adventliche Werke. Bevor die festliche Musik erklang, überreichte Landrat Dr. Klaus Effing im Namen der „Gesellschaft zur Förderung gemeinnütziger Zwecke im Kreis Steinfurt“ einen symbolischen „Riesenscheck“ über 2800 Euro an Schlepphorst.

Die Pfarrkirche war lediglich mit Kerzen beleuchtet, als das Konzert unter dem Titel „Nun komm der Heiden Heiland“ begann. Die sen­sible Illumination hob die festliche Stimmung unter dem Gewölbe des Gotteshauses ganz besonders hervor.

Neben weiteren Werken spielte Ludger Lohmann eine kleine Sammlung von sechs Orgelstücken, bekannt unter dem Namen „Schübler-Choräle“. Die bekanntesten dieser Choralbearbeitungen für Orgel sind wohl „Wachet auf, ruft uns die Stimme (BWV 645)“ und „Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter (BWV 650)“.

Auch „Durch Adams Fall ist ganz verderbt (BWV 637)“ aus dem Orgelbüchlein, von Albert Schweitzer einmal als „Wörterbuch der Bach’schen Tonsprache“ bezeichnet, gehörte zum Programm. Es ist ein geistliches Lied, dem Lazarus Spengler im Jahr 1524 zur Melodie eines unbekannten Komponisten den Text verlieh. Bachs Orgelbearbeitung gilt als bedeutende musikalische Entwicklung dieses neunstrophigen Lehrgedichtes. Biblischer Hintergrund sind Abschnitte der Sündenfallerzählung der Genesis und die paulinische Adam-Christus-Typologie.

Die für das Konzert titelgebenden Orgelbearbeitungen des Chorals „Nun komm‘ der Heiden Heiland (BWV 599 und 699)“ waren weitere Kompositionen, die perfekt in die Adventszeit passen. Jahrhundertelang war der ursprüngliche Lutherchoral das Hauptlied in der Zeit der Ankunft des Herrn.

Dermaßen festlich eingestimmt bekam das Publikum nach dem Konzert noch Gelegenheit, sich mit dem Organisten bei einem Glühwein im Pfarrsaal auszutauschen.

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