Jörg Ebbing ist neues Ratsmitglied der Grünen
„Ich will unbequem sein“

Nordwalde -

Als Nachfolger von Hans-Jürgen Becker ist jetzt Jörg Ebbing (51) für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in den Rat der Gemeinde nachgerückt. Der 51-jährige ist im Hauptberuf als Innenarchitekt in Münster tätig. Sein Studium absolvierte er in Detmold.

Donnerstag, 10.01.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 11.01.2019, 14:46 Uhr
Jörg Ebbing ist ab sofort als Vertreter der Grünen sowohl im Rat als auch im Schulausschuss tätig.
Jörg Ebbing ist ab sofort als Vertreter der Grünen sowohl im Rat als auch im Schulausschuss tätig. Foto: Detlef Held

Er zog zusammen mit seiner Ehefrau im Jahr 2000 von Münster nach Nordwalde, weil er hier für sich und seine Familie nahezu optimale Wohnbedingungen fand, wie er sagt.

Es dauerte nicht einmal zwei Jahre, bevor er sein heutiges Grundstück an der Rottstiege 6 erwerben konnte. Hier hat seine Ehefrau Lisa Oldhues das Kunsthaus Nordwalde etabliert.

Zur aktiven Politik ist er eher zufällig vor einigen Jahren durch den damaligen Vorsitzenden des Ortsverbandes Friedrich Lohölter gekommen, der bis 2011 den Ortsverband führte. „Wir stellten in vielen Gesprächen schnell fest, dass wir auf einer Wellenlänge waren“, erinnert sich Jörg Ebbing.

„Danach begann für den Ortsverband eine schwierige Phase. Es drohte sogar die Selbstauflösung. Doch dann haben wir noch die Kurve gekriegt“, sagt Ebbing. So entschloss sich eine Gruppe altgedienter aber auch einige neue Mitglieder die Arbeit fortzuführen. Ein neuer Vorstand unter Führung des auch heute noch aktuellen Vorsitzenden Klaus Kormann und Jörg Ebbing als seinem Stellvertreter nahmen die Herausforderung des Neuanfanges an.

„Mir war klar, dass man nur mit Kritik nichts bewirken kann, deshalb hatte ich mich zur Mitarbeit entschieden. Man kann nur was ändern, wenn man was anpackt.“

Dieses Anpacken ist oft zeitaufwendig, hat das neue Ratsmitglied schnell festgestellt. Da er in der Anfangsphase in keinem Ausschuss tätig sein konnte war Ebbing, so oft es seine Zeit zuließ, in den öffentlichen Sitzungen im Rathaus anzutreffen. „Ich wollte immer wissen, um was es geht, wie sich die Politiker aller Fraktionen einbringen. Oft war ich der einzige Bürger, der in den Ausschüssen neugierig war und zuhörte, auch um ein klares Bild bei allen Fragestellungen und Problemen zu bekommen.

Auf die neuen Aufgaben im Rat, aber auch als Mitglied im Schul-, Sozial-, Kultur- und Sportausschuss bin ich gespannt, freue mich, mitwirken zu können. Ebbing weiter: „Ein Problem ist sicher, dass bei Mehrheitsverhältnissen – die CDU-Faktion hat die absolute Mehrheit – sich mit eigenen Vorschlägen durchsetzen zu können. Ich bin aber optimistisch, das gute Argumente immer auch auf offene Ohren Treffen. Das sollte gerade in einer Demokratie selbstverständlich sein.“

Ebbing betont, dass er alle Dinge hinterfragen wird, sofern es geboten ist. „Ich will unbequem sein, aber kein Nörgler“. Er vermisst in vielen in Sitzungen, Kreativität oder auch den Mut, mal etwas Neues auszuprobieren und vor allem mal zu hinterfragen, warum bürokratische Strukturen nicht auch verändert werden können. Beispielsweise hat ihn bis heute geärgert, dass die neue Umgehungsstraße nicht besser ausgeschildert ist, weil das eine Verordnung angeblich nicht zulässt. „Dass muss man hinterfragen und ändern dürfen. Denn Verordnungen oder Reglungen sind nicht in Stein gemeißelt“, gibt sich Ebbing kämpferisch.

Er plädiert auch für mehr Bürgerbeteiligung bei großen Projekte, wie beispielsweise den Umbau der Ortsmitte mit neuem Bürgerzentrum und einem sinnvollen Verkehrskonzept, dass alle verstehen. Mitgestaltung kann und muss man einfordern, betont der 51-Jährige ist eines seiner Vorstellungen. Das führt auch zu mehr Verständnis bei manchmal unbequemen Entscheidungen, ist sich der Grünenpolitiker sicher.

„Wir Grünen vor Ort haben vom bundesweiten Aufschwung auch profitiert. Wir hoffen, dass dieser Trend bei der Europawahl im Mai anhält und auch steigert.“

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