Neujahrskonzert in der Kirche St. Dionysius
Musikalische Reise in das Jahr 1735

Nordwalde -

Die Musik eines historischen Festgottesdienstes, wie Johann Sebastian Bach ihn am Neujahrstag 1735 geleitet haben mag, wurde jetzt in der Kirche St. Dionysius präsentiert.

Montag, 14.01.2019, 21:00 Uhr
Unter der Leitung von Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst präsentierten der Projektchor „P20“, das Barockorchester Münster, Solisten sowie Organist Johannes Ricken (kl. Foto) und Sigrid Ricken eine besondere Neujahrsmesse in St. Dionysius.
Unter der Leitung von Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst präsentierten der Projektchor „P20“, das Barockorchester Münster, Solisten sowie Organist Johannes Ricken (kl. Foto) und Sigrid Ricken eine besondere Neujahrsmesse in St. Dionysius. Foto: Rainer Nix

Ein bleibendes Erlebnis wurde für Freunde geistlicher Musik am Sonntag der Besuch eines ganz besonderen Konzertes in St. Dionysius. Es war, als hätte sich ein Zeitfenster geöffnet und das Publikum ins Jahr 1735 geführt. Unter der Leitung von Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst präsentierten der Projektchor „P20“, das Barockorchester Münster, hochkarätige Solisten und Organist Johannes Ricken , unterstützt von Sigrid Ricken an Orgel und Basso Continuo, einen Festgottesdienst.

Weihnachtsoratorium

Die Messe am Fest der Beschneidung Christi, dies ist das außergewöhnliche, hätte auch am 1. Januar des Jahres 1735 in der Leipziger Thomaskirche gefeiert werden können. Es wurde ein beispiellos feierlicher Akt, die Kirche St. Dionysius war komplett gefüllt mit besonders andächtig zuhörenden Gläubigen.

Der Gottesdienst, in den anstelle einer Predigt eine kurze Pause integriert wurde, basierte auf Werken des damaligen Thomaskantors Johann Sebastian Bach . Hauptmusik war der vierte Teil seines Weihnachtsoratoriums, das am Neujahrstag 1735 uraufgeführt wurde.

Wir spielen heute auch Choräle zum Mitsingen.

Thorsten Schlepphorst

Schlepphorst gab Einblicke in diese Zeit, in der Gottesdienste einen noch viel intensiveren Stellenwert hatten als heute. Er rekonstruierte das Szenario. Mehr als 3000 Menschen fanden sich damals um 7 Uhr in der Früh zur Neujahrsmesse ein. Das Gotteshaus war ausgekühlt, es herrschten vielleicht 8 Grad, doch die Gläubigen warteten andächtig. Mancher in St. Dionysius mag Dankbarkeit dafür empfunden haben, dass dort am Sonntagangenehm eingeheizt war. Gottesdienste wurden zu damaliger Zeit mit Ausnahme der Predigt gesungen.

In Schwung gebracht

„Wir spielen heute auch Choräle zum Mitsingen“, so Schlepphorst. Er deklarierte dieses Prozedere als Experiment. „Wir singen die Lieder ganz langsam“, erläuterte er und forderte dazu auf, sich in die Zeit Bachs hineinzuversetzen: „3000 Gläubige musikalisch in Schwung zu bringen, dass ging nicht so schnell.“

Nach dem Läuten der Kirchenglocken begann die Messe mit dem Orgelvorspiel „Vom Himmel hoch da komm ich her“ (BWV 606, C-Dur). Die erste Strophe des Chorals „Das alte Jahr vergangen ist“ bestritt der Projektchor, bevor das Publikum in die zweite Strophe „Wir bitten dich ewigen Sohn“ einstimmte. Etwaige Bedenken ob das funktionieren würde, zerstreuten sich schnell. Im Zentrum stand Bachs Weihnachtsoratorium Teil IV. Die Besetzung unter anderem mit Streichern sowie zwei Oboen war bereits damals dem hochfestlichen Anlass entsprechend ausgelegt.

Einmal geprobt

Das hervorragende Zusammenwirken der Instrumentalisten, des Chores, der Solisten Katharina Brodesser als Sopranstimme, Judith Westhues als Echo-Sopran, Alexander Schneider als Countertenor, Andreas Scholz als Tenor und Arndt Winkelmann als Bass bestimmte die Qualität der Aufführung. Und das, obwohl alle Konzertteilnehmer vor dem großen Auftritt nur einmal gemeinsam probten. Der Respekt des Publikums ist ihnen gewiss.

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