Sitzung des Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses
Neue Gewerbeflächen benötigt

Nordwalde -

Ein neues Gewerbegebiet soll im Regionalplan für Nordwalde ausgewiesen werden. Aktuell sind alle Gewerbeflächen vergeben und neue Interessenten müssen abgewiesen werden. Eine 5,5 Hektar große Fläche, direkt an der neuen Umgehungsstraße, in der sich allerdings auch der Bolzplatz befindet, hat die Gemeinde für eine mögliche Erweiterung im Blick. Einem Antrag an die Bezirksregierung stimmte der Planungsausschuss jetzt mehrheitlich zu.

Donnerstag, 07.02.2019, 08:00 Uhr
Den Verlust des Bolzplatzes befürchten Vertreter der SPD, wenn in diesem Bereich ein neues Gewerbegebiet entstehen soll. Eine entsprechende Regionalplanänderung hat der Planungsausschuss befürwortet.
Den Verlust des Bolzplatzes befürchten Vertreter der SPD, wenn in diesem Bereich ein neues Gewerbegebiet entstehen soll. Eine entsprechende Regionalplanänderung hat der Planungsausschuss befürwortet. Foto: Sigrid Terstegge

„Wir wollen, dass Nordwalde weiter wächst, dafür benötigen wir dringend weitere Gewerbeflächen“, sagte der Vorsitzende des Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses, Wilhelm Volpers ( CDU ) in der jüngsten Sitzung am Dienstag. Aktuell ständen allerdings keine Flächen für weitere Gewerbeansiedlungen zur Verfügung. „Wir müssen jede Anfrage ablehnen“, erklärte Volpers.

Flächentausch

Deshalb will die Gemeinde jetzt einen Antrag an die Bezirksregierung Münster stellen, in dem sie ein Regionalplanänderungsverfahren anstrebt. Mehrheitlich, mit drei Enthaltungen und einer Gegenstimme, stimmten die Mitglieder des Planungsausschusses für den Antrag. Darin vorgesehen ist, eine bis jetzt überwiegend landwirtschaftlich genutzte, etwa 5,5 Hektar große Fläche westlich der Altenberger Straße und nördlich der Umgehungsstraße zu einem Gewerbegebiet entwickeln zu können. „Im Gegenzug bieten wir zum notwendigen Flächentausch eine Parzelle im nordwestlichen Bereich der Gemeinde an“, erläuterte Marcus Klaus , Fachbereichsleiter Bauen und Planen in der Verwaltung. „Dieser Bereich war im Regionalplan als Erweiterung für eine bereits bestehende Gewerbefläche vorgesehen, steht aber dafür vom Eigentümer nicht zur Verfügung“, erklärt Klaus im Gespräch mit unserer Zeitung.

 

Der schwarz schraffierte Bereich (Norw01) soll im Regionalplan künftig als neue Gewerbefläche ausgewiesen werden. Norw02 ist der Friedhof, der bisher nicht im Regionalplan verzeichnet war. Norw03 war bisher als Gewerbefläche vorgesehen und soll nun im Tausch gegen Norw01 entfallen. Die rote Linie zeigt den Verlauf der Umgehungsstraße.

Kurz bis mittelfristig könne das neu ausgewiesene Gebiet zu einem Gewerbegebiet entwickelt werden, heißt es in der Beschlussvorlage. Bisher war der Bereich als allgemeiner Freiraum- und Agrarbereich im Regionalplan dargestellt. Es seien bereits Vorgespräche mit der Bezirksregierung geführt worden, die schon signalisiert habe, dass sie das Gebiet durchaus als geeignet für die Ansiedlung von Gewerbeflächen halte. Dafür spreche zum einen die direkte Anbindung an die Ortsumgehung (L 555n). Außerdem schließe sich mit der Entwicklung der Fläche aus städtebaulicher Sicht der Gewerbegürtel am südlichen Ortsrand der Gemeinde.

Korrektur

Wenn der Regionalplan schon einmal geändert wird, soll gleichzeitig noch der katholische Friedhof als allgemeine Siedlungsfläche ausgewiesen werden. „Dieser Bereich ist schlicht im Regionalplan vergessen worden“, erklärt Klaus. „In diesem Bereich wird sich natürlich nichts ändern, aber künftig ist er in dem Plan dargestellt. Das ist nur eine Korrektur.“

Das Regenrückhaltebecken in dem neu ausgewiesenen Gewerbebereich sowie die beiden vorhandenen Teiche sollen erhalten bleiben.

Bürgermeisterin Sonja Schemmann

Im Vorfeld zum Regionalplanänderungsverfahren sei bereits eine ökologische Vorabschätzung zum „Vorkommen verfahrenskritischer Arten“, wie es in der Beschlussvorlage heißt, erstellt worden. Danach werde die geplante Regionalplanänderung aus artenschutzrechtlicher Sicht als unbedenklich eingeschätzt.

Was mit dem Bolzplatz in diesem Bereich geschehen soll, wollte Ursula Grothe (SPD) wissen. Das sei eine Entscheidung des Grundstückseigentümers, betonte Bürgermeisterin Sonja Schemmann. „Das wäre in drei Jahren der dritte Spielplatz, der verschwindet“, sagte Grothe. Ob der Bolzplatz verschwinde, sei durch Änderung die des Regionalplans nicht beschlossen, so Schemmann. Das Regenrückhaltebecken in dem neu ausgewiesenen Gewerbebereich sowie die beiden vorhandenen Teiche sollen erhalten bleiben, erklärte die Bürgermeisterin. Der Hochwasserschutz sei ein Thema, das bei dem weiteren Verfahren für einen Flächennutzungs- und Bebauungsplan oberste Priorität genieße.

Stellplatzablösung

Weiteres Thema der Sitzung des Planungsausschusses war ein Beschluss über eine neue Satzung für die Ablösung von Stellplätzen. Dieser Beschlussvorlage für den Rat stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig zu. Ebenso befürworteten sie eine Ausnahmeregelung für Auffüllungen an einigen Baugrundstücken im Baugebiet „Östlich Sieverts Kamp“, damit dort barrierefreies Bauen möglich ist.

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