Hegering besucht die Tagespflege im Haus Chiara
Erinnerungen an alte Zeiten

Nordwalde -

Vertreter des Hegerings besuchten jetzt die Tagespflege des Hauses Chiara. Mitgebracht hatten sie ausgestopfte Tiere, die viele der Senioren an ihre Jugendzeit und auf schöne Naturerlebnisse zurückblicken ließen.

Mittwoch, 13.02.2019, 09:00 Uhr
Hermann Deitmar zeigt den Tagespflege-Gästen das Präparat eines Wanderfalken. Dazu konnte Deitmar viele Details über den schnellsten Vogel der Welt berichten.
Hermann Deitmar zeigt den Tagespflege-Gästen das Präparat eines Wanderfalken. Dazu konnte Deitmar viele Details über den schnellsten Vogel der Welt berichten. Foto: Marion Fenner

„Alle Hähne krähen, nur der kleine Birkhahn nicht.“ Dieses Lied stimmte eine Frau in der Tagespflege des Hauses Chiara spontan an, als sie die ausgestopften Tiere erblickte, die Mitglieder des Hegerings Nordwalde mitgebracht hatten. Ein Lied, das die anderen Gäste nicht kannten, in das sie aber gerne mit einstimmten. Und die Frau hatte Recht – „der Birkhahn kräht nicht“, bestätigte Jägerin Christiane Drieling , die gemeinsam mit Hermann Deitmar die Senioren mit vielen Tier-Präparaten – darunter auch ein Birkhahn – und weiterem Anschauungsmaterial in der Tagespflege besuchte. Der Birkhahn gebe eher ein klackerndes, klopfendes Geräusch von sich, erläuterte Drieling.

Musikalische Einstimmung

„Viele unserer Gäste haben gerade in jungen Jahren einen engen Bezug zur Natur und teilweise auch zur Jagd gehabt“, sagte Carmen Hambrügge, Mitarbeiterin des Hauses Chiara. Gerade an Demenz erkrankten Patienten tue es gut, sich an frühere Zeiten zu erinnern. Deshalb habe die Leiterin der Einrichtung, Annegret Wissing, sich sehr gefreut, als der Hegering die Idee zu diesem Besuch vorschlug.

Zur Begrüßung bliesen Christiane Drieling und Hermann Deitmar auf dem Jagdhorn das Stück „Jäger sammelt Euch“. Mit dieser musikalischen Einleitung hatten die beiden Besucher sofort die gesamte Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Tagespflege-Gäste wollten mehr davon hören. Also gaben die beiden noch die Zugabe „Die Sau ist tot“, zu Gehör. „Für jedes erlegte Tier gibt es ein eigenes Signal“, berichtete Christiane Drieling. Das sei eine Wertschätzung der Jäger gegenüber dem erlegten Tier.

Streicheln erlaubt

Anschließend holten die Hegering-Vertreter die ausgestopften Tiere und weitere Felle. Einmal einen Fuchs streicheln, ohne dass dieser zuschnappen kann. Oder sich das Fell wie einen Kragen um den Hals zu legen. Die Senioren waren begeistert. Es war ausdrücklich erlaubt, die Tiere und Felle anzufassen. Eichhörnchen, Marder, Reh – jedes Fell war anders. Ein Mann wollte sich gar nicht mehr von dem Baummarder trennen, den er auf seinem Schoß sitzen hatte. Wie der Baummarder vom Steinmarder zu unterscheiden ist, dafür hatte Christiane Drieling eine Eselsbrücke. Die Farbe des Unterfells sei unterschiedlich. „Der Steinmarder trägt weiße Unterwäsche, der Baummarder bevorzugt beige.“

Der Steinmarder trägt weiße Unterwäsche, der Baummarder bevorzugt beige.

Christiane Drieling

Verschiedene Vögel hatten die Hegering-Mitglieder ebenfalls dabei. Fasane hatte eine Frau in früheren Jahren des Öfteren als Braten zubereitet, wie sie erzählte. Nun bewunderte sie das Tier und sah es mit ganz anderen Augen. Zu allen Tieren konnten Drieling und Deitmar eine Menge erzählen. „Der Wanderfalke ist der schnellste Vogel der Welt und jagt im Sturzflug mit bis zu 300 Stundenkilometern“, berichtete Deitmar. Von dem ausgestopften Exemplar waren die Tagespflege-Gäste fasziniert.

Leidenschaft

„Wir kennen diese Reaktionen“, sagt Christiane Drieling. Jäger hätten oft ein schlechten Ruf, „aber wir schießen nicht nur Tiere tot, uns liegen die Natur und die Hege der Tiere am Herzen.“ Diese Leidenschaft wollen sie mit ihrer Aktion weitergeben. Und das eben nicht wie so oft nur an Kinder, sondern auch an Senioren. „Wer nie das weiche Fell eines Fuchses angefasst hat, nie die Borsten eines Wildschweins berührt hat, kann nicht nachvollziehen, wovon wir reden“, ist Christiane Drieling überzeugt. Hermann Deitmar ist Mitglied des Hegerings und selbst kein Jäger. Er will das Wissen um die Tiere vermitteln und die Freude an der Natur erhalten. Das haben die Beiden im Haus Chiara auf jeden Fall geschafft. Wenn jetzt demnächst ein Eichhörnchen durch den Garten läuft, dann wissen die Senioren nicht nur, dass es Nüsse für den Wintervorrat vergräbt, dass andere Vögel es dabei beobachten, um die Leckerei selbst zu genießen, sondern auch, wie sich das weiche Fell anfühlt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6386810?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F181%2F
Rund um die Uhr gut betreut
Wenn Eltern Berufe haben, die Schichtdienste oder Überstunden verlangen, wird es oft schwer, eine qualifizierte Betreuung für die eigenen Kinder zu erhalten. Der DRK-Ortsverband Borghorst will eine Einrichtung schaffen, die das rund um die Uhr garantiert – und betritt damit absolutes Neuland.
Nachrichten-Ticker