Renaturierung des Brüggemannsbachs
Raus aus dem alten Bett

Nordwalde -

Etwa 800 000 Euro kostet die Renaturierung des Brüggemannsbaches. Die Maßnahme dient der ökologischen Aufwertung und dem vorbeugenden Hochwasserschutz.

Mittwoch, 20.02.2019, 08:00 Uhr
Matthias Lenfort zeigt die Renaturierung des Brüggemannsbachs.
Matthias Lenfort zeigt die Renaturierung des Brüggemannsbachs. Foto: Marion Fenner

Zurück zur Natur: Der Brüggemannsbach darf raus aus seinem alten Bett, kann sich rechts und links ausweiten, fast nach „Herzenslust“ schlängeln und wird sich – wenn er es denn merkt – bald auch wieder deutlich gesünder fühlen. Ökologische Aufwertung heißt das in der Fachsprache. Seit Herbst 2017 ist das Team um Matthias Lenfort, zuständig für Tief- und Straßenbau bei der Gemeindeverwaltung, mit der Baumaßnahme beschäftigt, die zugleich auch dem vorbeugenden Hochwasserschutz dient.

Zweitverwertung

Sowohl ein Teil des Wipperbachs, der später in den Brüggemannsbach übergeht, als auch der Brüggemannsbach selbst haben Auzonen erhalten, in die sich die Gewässer nach starkem Regen ausweiten können. „Bis zu zehn Meter breit kann der Bach an einigen Stellen werden“, erklärt Lenfort. Damit er dann nicht zum reißenden Fluss wird, sorgen in den Bachlauf eingearbeitete Wurzeln dafür, dass er an einigen Stellen wieder gebremst wird. In diesen Bereichen siedeln sich auch Kleinstlebewesen an, sagt Lenfort. Das sei ein wichtiger Beitrag zur ökologischen Aufwertung. Die großen Baumwurzeln stammen übrigens aus Sturmschäden und finden nun eine sinnvolle Zweitverwertung.

Rund 30 000 Kubikmeter Boden sind für die rund 800 000 Euro teure Renaturierungsmaßnahme bewegt worden. An den Böschungen werden teilweise auch Neuanpflanzungen von Sträuchern vorgenommen. Finanziert wird das Projekt zu 90 Prozent über ein Gewässerschutzprogramm vom Land NRW.

Für den Hochwasserschutz ist es wichtig, dass der Bach auch bei extremeren Witterungen genügend Wasser aufnehmen kann.

Matthias Lenfort

Der Brüggemannsbach sei das einzige Gewässer, dass Wasser aus Nordwalde hinausführt, erklärt Lenfort. Auf der anderen Seite bringen aus den höher gelegenen Regionen aus Steinfurt und Altenberge vier Bäche – der Langemeersbach, der Kirchlarbach, der Hoppenbach, der in den später Hellbach fließt und der Jammertalsbach – Wasser in die Gemeinde. „Für den Hochwasserschutz ist es wichtig, dass der Bach auch bei extremeren Witterungen genügend Wasser aufnehmen und dieses weiter Richtung Lintels Kotten in den Emsdettener Mühlenbach ableiten kann.

Schwaches Gefälle

Der Bach habe nur ein schwaches Gefälle, deshalb benötige er Flächen für die Ausweitung, sagt Lenfort. In einigen Bereichen sind zudem zusätzliche Umwege entstanden, die ebenfalls Wasser führen können und dabei kleine Inseln bilden. Lange werden keine Bagger mehr am Ufer des Bachlaufs zu sehen sein, erklärt Lenfort weiter. Die Maßnahme sei in Kürze abgeschlossen. Wenn alles wieder grün ist, wird sich der Brüggemannsbach auf neuen Wegen idyllisch am Ortskern vorbeischlängeln.

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