Orgel in St. Dionysius soll vollendet werden
Register für die perfekte Harmonie

Nordwalde -

Der Orgel in der St.-Dionysius-Kirche fehlen für die perfekte Harmonie noch genau 100 Pfeifen. Die Kirchengemeinde sammelt jetzt Spenden, um die Rekonstruktion des Instrumentes aus dem Jahr 1711 zu vollenden. Des Weiteren fehlen noch handgeschnitzte Rückpositive.

Dienstag, 05.03.2019, 23:00 Uhr
Neben 100 Pfeifen fehlen der Orgel in St. Dionysius auch noch einige handgeschnitzte, reich verzierte Rückpositive aus Eichenholz. Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup (l.), Orgelbauer Dieter Bensmann (M.) und Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst zeigen Modelle, wie diese Ornamente aussehen sollen.
Neben 100 Pfeifen fehlen der Orgel in St. Dionysius auch noch einige handgeschnitzte, reich verzierte Rückpositive aus Eichenholz. Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup (l.), Orgelbauer Dieter Bensmann (M.) und Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst zeigen Modelle, wie diese Ornamente aussehen sollen. Foto: Marion Fenner

Für die perfekte Harmonie fehlt der Orgel in der St.-Dionysius-Kirche noch ein Register. Und zwar das für diese Orgel typische „westfälische Register“, das Sesquialter. „Erst dann ist der Klang wirklich perfekt“, sagt Orgelbauer Dieter Bensmann , der das Instrument in der Nordwalder Kirche nach alten Verträgen aus dem 18. Jahrhundert nachgebaut hat.

Alte Verträge

Das Gehäuse für die 1711 fertiggestellte Orgel, die aus der Freckenhorster Stiftskirche stammt, hat die Gemeinde Ende der 1990er-Jahre gekauft. Dort war die Orgel, die seinerzeit von dem Orgelbauer Henrich Mencke hergestellt wurde, 32 Jahre zuvor abgebaut und eingelagert worden. Die Pfeifen und das Rückpositiv des Gehäuses waren allerdings nicht mehr vorhanden. „Weil wir im Staatsarchiv in Münster noch den Original-Vertrag zwischen Henrich Mencke und dem Stift Freckenhorst vom 10. November 1706 gefunden haben, konnte Bensmann die Pfeifen und auch einige fehlende Teile des Gehäuses nachbauen“, erklärt Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst. Bei der Restaurierung half außerdem ein Foto aus dem Jahre 1901, das die Orgel in der Stiftskirche ohne Rückpositiv zeigt. Aus der Mencke-Orgel wurde so die Mencke-Bensmann-Orgel.

Die Orgel klingt auch ohne dieses Register gut.

Dieter Bensmann

Bensmann versuchte, dem einstigen Instrument in technischer und klanglicher Hinsicht so nahe wie möglich zu kommen und dabei dennoch die „Handschrift“ des Erbauers zu erhalten. Auch an die umgebaute, verkleinerte St.-Dionysius-Kirche hat er die Orgel akustisch angepasst.

25 Register hat die Orgel heute, für die 100 Pfeifen des „westfälischen Registers“ ist allerdings noch Platz in dem Gehäuse. Darauf sei beim Einbau der Orgel zunächst aus Kostengründen verzichtet worden. „Die Orgel klingt auch ohne dieses Register gut“, versichert Bensmann, es bereichere jedoch die Klangfarbe und gebe ihr das gewisse Extra.

100 Personen

Zu Menckes Zeiten war das Register vorhanden. Nun wollen Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst und Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup eine Spendenaktion starten, damit die Orgel endlich vollendet werden kann. 115 Euro kostet eine Pfeife. „Ich bin sicher, wir finden 100 Personen, die bereit sind, jeweils für eine Pfeife zu spenden“, ist Schlepphorst überzeugt.

Für die Perfektion der historischen Orgel fehlen dann noch handgeschnitzte Verzierungen aus Eichenholz, die sogenannten Rückpositive. Die Kosten dafür betragen rund 1500 Euro. Da die Orgel derzeit gereinigt wird – Kosten, die noch vom Bistum aufgrund des Umbaus übernommen werden – sei die Gelegenheit günstig, auch gleichzeitig die Vollendung des Instruments in Angriff zu nehmen, sagt Schlepphorst.

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Wer die Anschaffung der Orgelpfeifen oder Rückpositive unterstützen möchte, kann eine Spende auf das Konto der Kirchengemeinde St. Dionysius, Volksbank Greven eG, IBAN: DE35 4006 1238 8620 2120 01, unter dem Stichwort „Mencke-Bensmann-Orgel“ einzahlen.

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