Kooperationsvertrag zwischen der KvG-Gesamtschule und der Villa ten Hompel
Für Toleranz und Zivilcourage

Nordwalde -

In Zusammenarbeit mit der münsterischen Gedenkstätte Villa ten Hompel werden Schüler der Kardinal-von-Galen-Gesamtschule sich künftig gemeinsam mit Zeitgeschichte und Fragen nach Zivilcourage, Toleranz, Minderheitenschutz und Menschenwürde beschäftigen. Eine entsprechende Bildungspartnerschaft zwischen beiden Einrichtungen ist gestern während einer Feierstunde in der Schule unterzeichnet worden.

Montag, 11.03.2019, 22:00 Uhr
Während einer Feierstunde unterzeichneten Dr. Christoph Spieker, Leiter der Gedenkstätte Villa ten Hompel, und die stellvertretende Schulleiterin der KvG-Gesamtschule, Sabine Pieper-Nathaus, den Vertrag für eine Bildungspartnerschaft.
Während einer Feierstunde unterzeichneten Dr. Christoph Spieker, Leiter der Gedenkstätte Villa ten Hompel, und die stellvertretende Schulleiterin der KvG-Gesamtschule, Sabine Pieper-Nathaus, den Vertrag für eine Bildungspartnerschaft. Foto: Marion Fenner

Dem Rassismus wird in der Kardinal-von-Galen (KvG)-Gesamtschule grundsätzlich die Rote Karte gezeigt. „Hass gegenüber Menschen, die anders sind, darf nicht toleriert werden“, macht der Sprecher der Schülervertretung der KvG-Schule, Julius Hillebrand , deutlich. Julius Hillebrand unterzeichnete gestern gemeinsam mit der stellvertretenden Schulleiterin, Sabine Pieper-Nathaus , dem Vertreter der Schulpflegschaft, Heinz Bauer, und Dr. Christoph Spieker, dem Leiter der Villa ten Hompel , der münsterischen Gedenkstätte für Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus, einen Kooperationsvertrag, mit dem eine enge Zusammenarbeit und regelmäßiger Austausch besiegelt wurden.

Projektwochen

Der Tag der Vertragsunterzeichnung war bewusst gewählt worden: „Es handelt sich um den fünften Todestag der Jüdin Marga Spiegel, die im Münsterland die Zeit des Nationalsozialismus nur überlebte, weil mutige Bauern ihr Unterschlupf gewährten“, erklärte Pieper-Nathaus. Von ihr stamme das Zitat: „Zivilcourage ist immer möglich: Zieht nie einen Schlussstrich unter die Vergangenheit – nicht, um an die Vergangenheit zu fesseln, sondern aus ihr zu lernen.“ Deshalb, so Pieper-Nathaus weiter, sei die Kooperation mit der Villa ten Hompel ein weiterer Beitrag zu dem Schulprofil „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Die Bildungspartnerschaft umfasst Projektwochen der Achtklässler, in denen sie sich mit Zeitgeschichte und Fragen nach Zivilcourage, Toleranz, Minderheitenschutz und Menschenwürde beschäftigen. Die Villa ten Hompel will Schüler bei Geschichtswettbewerben oder Facharbeiten unterstützen. Auch bei der kritischen Auseinandersetzung und Würdigung des Namenspatrons der Schule, Kardinal von Galen, wird die Gedenkstätte die Schüler begleiten. Darüber hinaus sind weitere Projekte geplant.

Wer Erinnerungen finden will, muss sie suchen.

Dr. Meinolf Roleder

„Die Kooperation mit der Villa ten Hompel ermöglicht eine Begegnung mit dem historischen Ort, den originalen Zeugnissen und Objekten vor allem aus unserer unmittelbaren Umgebung und lässt sie so lebendig werden“, betonte die stellvertretende Schulleiterin. „Die Villa ten Hompel hält die Erinnerung an die Herrschaft der Nationalsozialisten, an den Widerstand und die Schrecken wach und weckt darüber hinaus den Mut und die demokratische Verantwortung im Bewusstsein unserer Geschichte.“ Aus der Vergangenheit Konsequenzen ziehen, das sei ein wichtiges Anliegen der Arbeit in der Villa ten Hompel, versicherte Spieker.

Spurensuche

Auch der ehemalige Schulleiter Dr. Meinolf Rohleder nahm an der Feierstunde teil und freute sich über die Kooperation. „Wer Erinnerungen finden will, muss sie suchen“, sagte er. So etwas wie der Nationalsozialismus dürfe nicht mehr passieren. Die ehemalige Lehrerin Barbara Hennig, die den Anstoß für die Bildungspartnerschaft mit der Villa ten Hompel gegeben hatte, ermunterte die Schüler, weiter nach Spuren aus der Vergangenheit zu suchen.

Musikalisch begleitete das Schulorchester unter der Leitung von Andreas Klein die Feierstunde.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6464475?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F181%2F
Münster ruft Klimanotstand aus
Oberbürgermeister Markus Lewe (l.) sprach vor der Ratssitzung zu Aktivisten der Bewegung „Fridays for Future“ und lobte ihr Engagement.
Nachrichten-Ticker