Insektenfreundliche Hecken
Mit Bauernjasmin Bienen helfen

Nordwalde -

Sie sehen im Garten schön aus und sind zugleich gut für die Natur: Insektenfreundliche Pflanzen wie Zierjohannisbeere, Bauernjasmin oder der bekannte Sommerflieder. Die Gärtnerinnen Susanne Gerlach und Kirsten Henjes klären über Alternativen zur Kirschlorbeerhecke auf.

Dienstag, 02.04.2019, 21:02 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 21:11 Uhr
Wie eine bienenfreundliche Hecke aussieht, wissen die beiden Gärtnerinnen Susanne Gerlach (l.) und Kirsten Henjes. Schneeball, Spirea, Felsenbirne oder der bekannte Sommerflieder etwa bieten gute Nahrungsquellen für Insekten.
Wie eine bienenfreundliche Hecke aussieht, wissen die beiden Gärtnerinnen Susanne Gerlach (l.) und Kirsten Henjes. Schneeball, Spirea, Felsenbirne oder der bekannte Sommerflieder etwa bieten gute Nahrungsquellen für Insekten. Foto: Sigrid Terstegge

Immergrün und pflegeleicht, aber eine Katastrophe für die Natur. Dabei gibt es sie – die naturgerechte Alternative zur Kirschlorbeerhecke. „Inzwischen kann man doch einen Trend erkennen“, erzählt Susanne Gerlach . In ihrer Gärtnerei kann man beides bekommen. Nicht nur Kirschlorbeer und Liguster, sondern auch Pflanzen, die sich zu einer blühenden Hecke zusammensetzen lassen.

„Immer mehr Menschen fragen nach Pflanzen, von denen auch Bienen etwas haben“, bestätigen Gerlach und ihre Angestellte, Kirsten Henjes . So hat die Zierjohannisbeere hübsche rote Blüten. Der Bauernjasmin blüht weiß. Schneeball, Spirea, Felsenbirne oder der bekannte Sommerflieder bieten gute Nahrungsquellen für Insekten.

Insekten müssen hungern

„Auf die Art kann man eine Hecke anpflanzen, die das ganze Jahr über für Insekten interessant ist“, betonen beide Gärtnerinnen. Kirschlorbeer blüht zwar auch, aber eben nur eine kleine Weile. Dann ist Hungern für Insekten angesagt. Schlecht, wenn es weit und breit nur noch Kirschlorbeerhecken in Monokultur gibt. Ein Phänomen, das besonders in Neubaugebieten zu sehen ist.

Natürlich verlieren Sommerflieder und andere der aufgezählten Büsche im Herbst ihr Laub, aber das sollte eigentlich immer noch nicht endlose Arbeit mit dem Rechen ergeben, meint Gerlach: „Es muss nicht alles so fürchterlich aufgeräumt aussehen im Garten.“ Am besten für die Natur ist es, wenn das alte Laub im Herbst unter die Büsche gefegt wird. „Da überwintern dann zahlreiche Insekten, die ansonsten meistens im Laubsauger ihr Ende finden“, bedauert Gerlach. Von den Samen an den Pflanzen können sich Vögel im Winter ernähren.

Es gibt auch ein immer größeres Interesse an Stauden, die Bienenfutter sind.

Kirsten Henjes

Die Sicht in den Garten ist dann zwar durch die fehlenden Blätter eher möglich, aber auch das kann von Vorteil sein. Schließlich nutzen Einbrecher im Winter gerne uneinsehbare Gärten, um in Ruhe Terrassentür und Fenster aufzubrechen. Und der Hartriegel, ein ganzjähriger Strauch, bietet mit seinem roten Holz einen hübschen Blickfang im Gesträuch.

Dass die insektenfreundlichen Hecken gebraucht werden, zeigt die Zahl der Insekten, die in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesunken ist. Manch einer kann sich noch gut an Zeiten erinnern, als man während einer längeren Autofahrt immer wieder die Frontscheibe putzen musste, weil so viele Insekten dagegen geflogen waren. Heute erschrickt sich der Fahrer schon, wenn mal eine Fliege oder ein Käfer auf der Scheibe landet.

Sonnenhut und Küchenkräuter sind zu den Blühzeiten umschwärmt

„Es gibt auch ein immer größeres Interesse an Stauden, die Bienenfutter sind“, weiß Kirsten Henjes aus Erfahrung. Sonnenhut, Helleborum, Bergenie und Küchenkräuter sind zu den Blühzeiten wortwörtlich umschwärmt. „Bei bodendeckenden Stauden kommt auch das ungewollte Kraut nicht hoch“, empfiehlt Gerlach Phlox, Blaukissen und Gänsekresse.

Wenn dann im Rasen vielleicht ein Kreis oder Viereck mit Bienenweide eingesät wird, kann der Rasenmäher immer noch gut darum herum fahren.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6514982?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F181%2F
Mehr Buchen, bitte!
Buchen unter Eichen: Förster Holger Eggert zeigt einen "zweischichtigen Bestand."
Nachrichten-Ticker