Erfmann-Gelände wird überplant
Wohnhäuser statt Busse

Nordwalde -

Früher war es die Betriebszentrale eines Busunternehmens, künftig sollen auf dem Gelände Mehrfamilienhäuser entstehen: Das Erfmann-Gelände an der Ecke Bahnhofstraße / Finkenbreil soll überplant werden. Um die Höhe der neuen Häuser gibt es aber Diskussionen.

Mittwoch, 03.04.2019, 19:25 Uhr aktualisiert: 03.04.2019, 19:30 Uhr
Die ehemalige Betriebszentrale des Busunternehmens Erfmann an der Ecke Bahnhofstraße / Finkenbreil soll überplant werden. Der Eigentümer der Fläche will dort in Zukunft Wohnhäuser errichten.
Die ehemalige Betriebszentrale des Busunternehmens Erfmann an der Ecke Bahnhofstraße / Finkenbreil soll überplant werden. Der Eigentümer der Fläche will dort in Zukunft Wohnhäuser errichten. Foto: Planungsbüro Hahm

Wo sich bis vor ein paar Monaten noch die Betriebszentrale des Busunternehmens Erfmann befand, sollen in Zukunft Wohnhäuser errichtet werden. Aktuell befinden sich auf dem Gelände an der Ecke Bahnhofstraße / Finkenbreil drei Hallen und ein Doppelhaus. Künftig könnten dort um die 30 Wohneinheiten entstehen. Noch sind die Planungen aber im Anfangsstadium.

Diplom-Ingenieur Norbert Reimann vom Planungsbüro Hahm hatte im jüngsten Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss einen ersten Entwurf vorgestellt. Auf dem etwa 5300 Quadratmeter großen Gelände könnten fünf Wohnhäuser entstehen, drei in südlicher Richtung zum Meisengrund hin mit jeweils sechs Wohneinheiten und zwei in nördlicher Richtung zur Bahnhofstraße mit jeweils acht Wohneinheiten.

Gebäudehöhe ist der Knackpunkt

Als Knackpunkt stellte sich die anvisierte Gebäudehöhe von zehn Meter heraus. In dem Fall könnten Wohnhäuser mit zwei Vollgeschossen plus einem Staffelgeschoss errichtet werden. Aus der dritten Etage wäre dann der Blick in die Gärten der fünf Häuser am Meisengrund möglich.

Bauamtsleiter Marcus Klaus stellte im Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend einen Kompromissvorschlag vor. Der beinhaltete unter anderem, dass die Gebäudehöhe maximal 9,50 Meter betragen darf und kein Staffelgeschoss oder eine Dachgaube oberhalb des zweiten Obergeschosses gebaut werden darf. „Das geht schon in die richtige Richtung“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Tobias Elshoff. Er schlug dennoch vor, erst noch mal mit den Anwohnern und Planern zu sprechen.

Gespräche mit den Anliegern

Genau das soll nun passieren. In den Gesprächen soll auch das Interesse der Anlieger vom Meisengrund überprüft werden, dass die geplante Straße südlich des Erfmann-Geländes und damit an ihren Grundstücken vorbeiführt. „Am Meisengrund gibt es große Grundstücke. Die Eigentümer wünschen sich vielleicht eine Verdichtung“, sagte Annette Bösert ( SPD ).

Die SPD-Politikern wollte mit einem Beschluss noch warten: „Es sollte erst mit den Anwohnern gesprochen werden.“ Der Hauptausschuss stimmte aber mehrheitlich für die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Lediglich Klaus Kormann von den Grünen votierte dagegen, Bösert und Hans-Ulrich Rhein von der SPD enthielten sich.

Sollte man das Mischgebiet erhalten?

Die drei Kommunalpolitiker sowie Ludwig Reichert und Dr. Rudolf Fischer von der UWG hatten auch gegen die Änderung des Flächennutzungsplans von einem Mischgebiet in ein Wohngebiet gestimmt. Die sei erforderlich, weil ein Mischgebiet zur Hälfte eine gewerbliche Nutzung erfordere, hatte Klaus erläutert. Diese Nutzung plant der Eigentümer in Zukunft aber nicht mehr. Lediglich eine Halle soll zunächst bestehen bleiben.

Rhein bezeichnete es angesichts des Mangels an Gewerbeflächen und viel neu entstehendem Wohnraum im Ort als „Fehler, das Mischgebiet umzuwandeln“: „Warum sollen wir ein Wohngebiet daraus machen, wenn der Eigentümer den Mischcharakter erhalten kann?“ Wilhelm Volpers ( CDU ) sprach sich für eine Änderung aus. Das Erfmann-Gelände ist umgeben von Wohngebieten. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, einen Störer da raus zu bekommen“, sagte Volpers. Das Argument wollte Rhein nur bedingt gelten lassen: „Der Status quo würde keine Verschlechterung bedeuten. Wir wollen da ja kein Gewerbegebiet draus machen.“ Der Hauptausschuss stimmte aber mehrheitlich für die Änderung.

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