Einbrecher verurteilt
Opfer leidet noch heute

Rheine/Nordwalde -

Vier Hirschgeweihe, drei Luftgewehre und zwei Trekkingfahrräder hatte der 36-Jährige aus dem Haus eines Nordwalders gestohlen. Nach einer teilweise erfolgreichen Revision wurde er nun zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Er muss sich aber wohl auf eine noch längere Zeit hinter Gittern einstellen.

Donnerstag, 04.04.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 19:10 Uhr
Einbrecher verurteilt: Opfer leidet noch heute
Ein 36-Jähriger wurde zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Er soll in ein Haus in Nordwalde eingebrochen sein. Foto: dpa

Zum zweiten Mal verhandelte gestern das Schöffengericht in Rheine gegen einen 36-Jährigen wegen eines schweren Einbruchs. In der Nacht auf den 18. September 2017 soll er im Haus eines Zahnarztes in Nordwalde eingebrochen sein. Bereits im August vergangenen Jahres war der Einbrecher zu zwei Jahren und vier Monaten ohne Bewährung verurteilt worden.

Das Strafmaß des Urteils wurde in der Revision auf Antrag der Verteidigerin am Oberlandesgericht Hamm aufgehoben, der Schuldspruch nicht. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu einer neuen Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Darin enthalten ist ein inzwischen ergangenes, weiteres Urteil vom Juli 2018 am Amtsgericht Limburg an der Lahn. Wegen schweren Einbruchsdiebstahls war er damals zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden.

Eine lange Zeit hinter Gittern

Nach dem Urteil musste der 36-Jährige zurück in die Zelle, der Haftbefehl blieb bestehen. Seit 2008 war er regelmäßig wegen Diebstahls verurteilt worden, drei Mal zu Geldstrafen. Es soll noch ein weiteres Urteil aus Bielefeld geben, das am Amtsgericht Rheine allerdings nicht vorlag und nachträglich einbezogen werden soll, so dass der Untersuchungshäftling sich auf eine lange Zeit hinter Gittern einstellen muss.

Die Beute und der Sachschaden bei dem Zahnarzt in Nordwalde wurden zunächst mit 27 664 Euro beziffert, reduzierten sich allerdings auf 11 950 Euro. Drei Luftgewehre gingen inzwischen zurück an den Geschädigten. Das Einbrecher-Duo hatte zwei hochwertige Trekkingfahrräder, ein Fernsehgerät, drei Luftgewehre mit Zielfernrohren, vier Hirschgeweihe und wertvolles Werkzeug gestohlen. DNA-Spuren an den Gewehren hatten zu dem Angeklagten geführt. Die Waffen wurden im Frühjahr 2018 in einem Waldstück bei Heringsdorf an der polnischen Grenze gefunden und sichergestellt.

Richtein erkennt eine erhebliche kriminielle Energie

Als der Angeklagte aufstand und sich für die Tat entschuldigte, sagte der Geschädigte: „Wenn Sie das ernst meinen, sagen Sie mir, wo die Geweihe geblieben sind.“ Für ihn haben sie einen hohen ideellen Wert. Seine Frau leidet noch heute unter den Auswirkungen des Einbruchs: „Es ist eine erhebliche Verletzung der Privatsphäre gewesen.“

Die Richterin lastete dem Angeklagten eine erhebliche kriminelle Energie an, „weil Sie das Haus langfristig observiert haben, um in der einen Nacht, in der die Eigentümer nicht dort waren, einzubrechen“. Den Namen des Komplizen nannte der Angeklagte nach Angaben seiner Anwältin aus Angst vor Repressalien nicht. Ihr Mandant habe nur 500 Euro für die Tat bekommen, sagte sie. Die Beute hätte der Andere kassiert.

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