Klimaschutzsiedlung „Grüner Grund“
Ein gemeinsamer Gedanke

Nordwalde -

Es soll ein zukunftsweisendes Projekt sein: Zwischen den Straßen Grüner Grund und Am Bahnhof soll eine Klimaschutzsiedlung mit drei Mehrfamilienhäusern und 30 Doppelhaushälften entstehen. Im Sommer 2018 herrschten in der Politik noch Bedenken, jetzt scheint das Projekt voran zu kommen.

Freitag, 05.04.2019, 20:00 Uhr
So könnte die Klimaschutzsiedlung „Grüner Grund“ aussehen. Entlang der Straße Am Bahnhof sind drei Mehrfamilienhäuser geplant. Zudem sollen 30 Doppelhaushälften entstehen. Mit Solarthermie soll für die Wärmeversorgung gesorgt werden. Der Rat entscheidet am Dienstag über die Aufstellung eines Bebauungsplans.
So könnte die Klimaschutzsiedlung „Grüner Grund“ aussehen. Entlang der Straße Am Bahnhof sind drei Mehrfamilienhäuser geplant. Zudem sollen 30 Doppelhaushälften entstehen. Mit Solarthermie soll für die Wärmeversorgung gesorgt werden. Der Rat entscheidet am Dienstag über die Aufstellung eines Bebauungsplans. Foto: Lecke Architekten

Der Klimaschutz ist nicht erst in Zeiten von „ Fridays for Future “-Demonstrationen ein Thema. Die Geschwister Beckhoff arbeiten bereits seit zwei Jahren mit dem Büro Lecke Architekten an dem Projekt Klimaschutzsiedlung „Grüner Grund“. „Im Vordergrund steht das Ansinnen, eine Siedlung zu schaffen für eine unterschiedliche Bevölkerungsstruktur mit unterschiedlichen Ansprüchen, die sich hinter einem gemeinsamen Gedanken versammelt“, sagt Frank Lecke vom gleichnamigen Büro.

Es ist das erklärte Ziel der Geschwister Beckhoff als Eigentümer des Areals, eine Klimaschutzsiedlung zu schaffen. Sie sehen darin ein zukunftsweisendes Projekt. Über eine Förderung haben sie sich gemeinsam mit Experten ebenso Gedanken gemacht wie über die technische Realisierung. Etwa 20 bis 24 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern sind entlang der Straße Am Bahnhof geplant. Außerdem sollen 30 Doppelhaushälften entstehen. Die Gebäude haben zwei Geschosse plus Staffelgeschoss.

Solarthermie sorgt für die Wärmeversorgung

Gemeinsam mit der FH Münster sowie einem Hersteller von Heizungssystemen entwickelten die Architekten ein Konzept, das die ökologische Bilanz in den Fokus nimmt. Mit Solarthermie soll für die Wärmeversorgung in der Siedlung gesorgt werden. Auf den Flachdächern des Staffelgeschosses werden dafür Kollektorflächen installiert. „Die Häuser versorgen sich für Heizung und warmes Wasser in ganz überwiegendem Maße selbst“, sagt Lecke. Für Spitzenlasten soll eine Heizzentrale betrieben werden.

Im vergangenen Sommer hatte Lecke das Projekt erstmals öffentlich im Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss vorgestellt. Vor allem bei der CDU-Fraktion herrschten damals Zweifel. Die Art der Bebauung mit einem Gebäuderiegel entlang der Straße Am Bahnhof missfiel einigen und insbesondere der Immissionsschutz sorgte für Bedenken. Das westlich gelegene Industriegebiet dürfe nicht gefährdet werden.

Hausverwaltungen, Ärzte oder Rechtsanwälte könnten sich dort ansiedeln.

Frank Lecke

Im Haupt- und Finanzausschuss sollte das Projekt erneut behandelt werden. Die Investoren baten allerdings darum, es von der Tagesordnung zu nehmen. Zunächst sollte ein Lärmschutzgutachten erstellt werden. Im jüngsten Planungsausschuss stellte Jens Lapp vom Büro Wenker & Gesing das Ergebnis vor. Demnach hat die Klimaschutzsiedlung keinen Einfluss auf das Industriegebiet. Die Unternehmen können produzieren wie bisher. Die Entwürfe hatte Lecke dafür aber anpassen müssen.

Bei den Mehrfamilienhäusern können nur die Immissionswerte eines Mischgebietes oder urbanen Gebietes eingehalten werden. Der Bereich soll nun als urbanes Gebiet ausgewiesen werden. Dieses erfordert eine Mischung aus Wohnen und nicht störendem Gewerbe, allerdings darf das Wohnen einen größeren Anteil einnehmen.

Gebäuderiegel wird aufgelockert

„Hausverwaltungen, Ärzte oder Rechtsanwälte könnten sich dort ansiedeln“, sagt Lecke. Er hatte im Planungsausschuss vorgestellt, wie der Grundriss eines Mehrfamilienhauses aussehen könnte. Küche oder Arbeitszimmer wären dabei nach Westen ausgerichtet, Schlafzimmer in Richtung Siedlung. Dass der Gebäuderiegel aufgelockert und in drei zueinander versetzte Häuser aufgeteilt wurde, ist eine Reaktion auf die Bedenken der Politik.

Die drei Gebäude sorgen dafür, dass bei den Doppelhäusern die Immissionswerte für ein Wohngebiet überwiegend eingehalten werden. Lediglich zwei Häuser am Südwestrand mussten gedreht werden. Bei ihnen sowie drei weiteren Häusern dürfen zudem die Fenster im Staffelgeschoss, in einem Fall außerdem im ersten Obergeschoss, nicht geöffnet werden. Aus Lärmschutzgründen soll südwestlich des Baugebiets eine Gartenmauer angelegt werden.

Das Projekt Klimaschutzsiedlung könnte jetzt vorankommen. Der Planungsausschuss votierte einstimmig für die Aufstellung eines Bebauungsplans. Im Hauptausschuss gab es zwei Gegenstimmen. Der Rat entscheidet am Dienstag.

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