Von Brecht bis Weill
Ein etwas anderer Liederabend

Nordwalde -

Ungewohnter Besuch im Altenzentrum: Die „Chansonetten“ aus Steinfurt zeigten, was sie drauf haben.

Sonntag, 07.04.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 14.04.2019, 13:52 Uhr
Die „Chansonetten“ aus Steinfurt traten am Freitag im Augustinus-Altenzentrum in Nordwalde auf und bescherten den Gästen einen unterhaltsamen Abend.
Die „Chansonetten“ aus Steinfurt traten am Freitag im Augustinus-Altenzentrum in Nordwalde auf und bescherten den Gästen einen unterhaltsamen Abend. Foto: ter

„Das hier ist keine Werbeveranstaltung oder weil wir noch Platz hätten im Augustinus-Altenzentrum“, stellte Geschäftsführer Frank Lünschen bei der Begrüßung klar. In der Cafeteria waren am Freitagabend eine Bühne aufgebaut und Sitzreihen für das Publikum angeordnet worden. „Wir fühlen uns als Teil der Gemeinde und stellen gerne Kulturschaffenden den Raum für Aufführungen zur Verfügung“, betonte Lünschen.

Stephanie Rave übernahm dann und stellte die auftretenden Musiker den Zuschauern in der voll besetzten Cafeteria vor. Unter dem Namen „Chansonetten“ haben sich Simone Große-Burlage, Esther Bockholt, Andreas Kott, Verena Wolters und Uschi Schulze ten Berge im Kulturforum Steinfurt zusammen getan. Begleitet werden sie bei ihren Auftritten von Rave am Klavier. Sie singen deutsche Chansons von Georg Kreisler, Friedrich Hollaender, Berthold Brecht und Kurt Weill .

Auch ohne die erkrankte Große-Burlage genoss das Publikum den etwas anderen Liederabend. Zu Beginn zitierte Rave Friedrich Hollaender: „Unter dem Deckmantel angenehmer Abendunterhaltung wird dem geneigten Publikum hie und da eine Giftoblate verabreicht.“ Und dann putzte sich in Kittelschürze und mit Besen Esther Bockholt vom Flur auf die Bühne. „Warum liebt der Vladimir gerade mir?“, berlinerte sie. Weil er sich auf sie verlassen konnte und auch nichts besseres fand, so der Schluss.

Bei den Soloauftritten von Schulze ten Berge und Wolters ging es um Probleme mit dem Alter, das man einer Frau irgendwann trotz Salben und Cremes ansieht oder das Verlangen, gleichzeitig zehn Frauen sein zu wollen. Extra-Applaus bekam Kott für seinen mutigen Auftritt als Mann, der die Herzen der stolzesten Frauen bricht. Im Unterhemd und mit Bügeleisen machte der Frauenheld sich schick und bügelte sein Hemd.

Danach wurden zu zweit Tauben im Park vergiftet, Neandertalermethoden gewünscht oder Frauen zersägt.

Eines war jedenfalls klar – das Nordwalder Publikum freute sich über den Chansonabend und belohnte die Künstler mit reichlich Applaus.

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