Europawahl
Dürfen die Briten wählen?

Nordwalde -

Die EU-Bürger wählen am 26. Mai ein neues Europaparlament. Es stehen so viele Parteien wie noch nie auf dem Stimmzettel, sagt Ordnungsamtsleiterin Dagmar Hilgenbrink. Ob die Briten auch mitstimmen, steht noch nicht fest. Mehr Klarheit erhofft sich Hilgenbrink am Freitag.

Dienstag, 09.04.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 18:05 Uhr
Die Besetzung des Europaparlaments wählen die EU-Bürger am 26. Mai neu. Die Nordwalder haben die Auswahl zwischen 40 Parteien. Ob auch die Briten wählen, steht aktuell noch in den Sternen.
Die Besetzung des Europaparlaments wählen die EU-Bürger am 26. Mai neu. Die Nordwalder haben die Auswahl zwischen 40 Parteien. Ob auch die Briten wählen, steht aktuell noch in den Sternen. Foto: dpa

Die Europawahl rückt näher. Die Zeit für ein Brexit-Abkommen vor der Abstimmung am 26. Mai wird damit immer kürzer. Auf die Frage, ob die Briten das neue Europaparlament wählen dürfen, gibt es bislang noch keine Antwort. Dagmar Hilgenbrink erhofft sich am Freitag mehr Klarheit. Denn der 14. April ist der Stichtag für das Wählerverzeichnis, in dem die britischen Staatsbürger dann entweder auftauchen oder nicht. „Wir warten auf eine konkrete Antwort von der Landeswahlleitung“, sagt die Ordnungsamtsleiterin. In Nordwalde lebt eine Handvoll Briten, die aktuell noch nicht weiß, ob sie an der Wahl teilnehmen darf.

Unabhängig davon schreiten die Vorbereitungen auf die Europawahl voran. Spätestens bis zum 4. Mai erhalten die Nordwalder ihre Wahlbenachrichtigung. Die 175 EU-Bürger inklusive den Briten müssen einen Antrag stellen, um ins Wählerverzeichnis aufgenommen zu werden. „Das machen sehr wenige. Sie haben ja auch die Möglichkeit, in ihrem Heimatland zu wählen“, sagt Hilgenbrink.

Stimmzettel ist 96 Zentimeter lang

Von 8 bis 18 Uhr haben die Wahllokale am 26. Mai geöffnet. Auf dem exakt 96 Zentimeter langen Stimmzettel stehen 40 Parteien. „Das sind so viele wie nie zuvor“, sagt Hilgenbrink. Bei der vorangegangenen Europawahl vor fünf Jahren standen noch 24 Parteien zur Auswahl. Die Nordwalder machten 2014 ihr Kreuz vor allem bei der CDU. Mit 53 Prozent bekamen die Christdemokraten deutlich mehr Stimmen als SPD (25,6 Prozent), Grüne (8,5 Prozent) und FDP (3,3 Prozent).

Die Wahlbeteiligung betrug damals 63,4 Prozent. Allerdings fanden gleichzeitig Kommunalwahlen statt. Das ist dieses Jahr anders, genauso wie 2009. In dem Jahr beteiligten sich lediglich 50,7 Prozent der Nordwalder an der Wahl zum neuen Europaparlament. „Das ist realistischer“, sagt Hilgenbrink. Die Wahlbeteiligung bei Europawahlen ist traditionell eher gering. „Viele Bürger haben das Gefühl, das ist so weit weg, das betrifft uns gar nicht.“ Dabei hätten viele Entscheidungen der EU in den vergangenen Jahren das genaue Gegenteil bewiesen.

Nordwalde hat einen repräsentativen Wahlbezirk

In sechs Wahlbezirken plus der Briefwahl geben die Nordwalder am 26. Mai ihre Stimme ab. Rund 50 Wahlhelfer gewährleisten einen reibungslosen Ablauf. „Zum ersten Mal seitdem ich für Wahlen zuständig bin, haben wir auch einen repräsentativen Wahlbezirk“, sagt Hilgenbrink, die sich als Verwaltungsmitarbeiterin seit mehr als zehn Jahren um die Wahlen kümmert. Die Stimmen aus dem repräsentativen Wahlbezirk fließen in die offizielle Statistik ein. Statt einem gibt es dort zwölf Wahlzettel, nach Altersstufen und Geschlecht getrennt. Damit lässt sich später herausfiltern, wem jüngere oder ältere, weibliche oder männliche Wähler ihre Stimme lieber geben.

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