Ein-Mann-Theaterstück
Der „Jeshua“ mit den 1000 Fragen

Nordwalde -

Empathisch und glaubwürdig verkörpert Sebastian Aperdannier in dem Ein-Mann-Theaterstück „Die Nacht im Ölgarten“ Jesus. Die Aufführung handelt von den letzten Stunden im Leben des Sohn Gottes. Am Ende lässt er das Publikum mit Fragen zurück.

Donnerstag, 18.04.2019, 21:00 Uhr
Empathisch fügte sich Sebastian Aperdannier in seine Rolle als Jesus.
Empathisch fügte sich Sebastian Aperdannier in seine Rolle als Jesus. Foto: Rainer Nix

Es ist eher ungewöhnlich, Jesus Christus als Menschen mit Wünschen, Hoffnungen, Schwächen und auch Ängsten zu inszenieren. Das Ein-Mann-Theaterstück „Die Nacht im Ölgarten“ präsentiert den Sohn Gottes ganz unverklärt. Der Münsteraner Schauspieler Sebastian Aperdannier verkörperte ihn am Mittwochabend in der St.-Dionysius-Pfarrkirche.

Die Karwoche ist der perfekte Zeitpunkt zur Aufführung dieses Stücks, da es thematisch um die letzten Stunden im Leben von Jesus Christus geht. „Es gibt keine bessere Einstimmung auf das Fest, das wir jetzt feiern“, betonte Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup bei seiner Begrüßung und wünschte einen besinnlichen und bewegenden Abend. Eingeladen hatten der Freundeskreis Ghana der Pfarrgemeinde und das Kreisbildungswerk Steinfurt.

Aperdannier verleiht Jesus überaus menschliche Züge

Ort tiefgreifender Reflexionen des Gottessohnes ist der „Ölgarten“, ein Olivenhain, in den er sich zurückgezogen hat. Der junge Mann sieht seinem Schauprozess und seiner Hinrichtung entgegen. Aperdannier spielt seine Rolle empathisch, glaubwürdig und verleiht dem Erlöser überaus menschliche Züge. „Der Zimmermann liebkost das Kreuz, an dem ich morgen hängen werde“, fabuliert er wenige Stunden vor seinem Tod, um dann mit aufkeimender Furcht zu wünschen: „Sollen sie mich einfach töten, schnell und sauber.“

Jesus denkt an Kindheit und Jugend zurück. Schon früh war er der „Jeshua“ mit den 1000 Fragen, für manchen unbequem. Gefühle, so wurde ihm angeraten, solle man für sich behalten. Doch sollte man den Menschen nicht sagen dürfen, dass man sie liebt? Als sein Vater stirbt, wird ihm die Endlichkeit des menschlichen Lebens bewusst. Eigentlich sollte Jesus Rabbi werden, doch das will er nicht. Stattdessen tritt er in die Fußstapfen seines Vaters, eines Zimmermanns.

„Jesus” lässt das Publikum mit Fragen zurück

Der junge Mann verliebt sich, doch ihm wird schnell „das Egoistische des Glücks“ bewusst. „Glück heißt die Welt so zu akzeptieren wie sie ist“, sagt er, doch das wollte er noch nie. Für die Dorfbewohner ist er ein Weiser: „Das Einzige was der Tod uns lehrt ist, wie dringlich es ist zu lieben“, erklärt Jesus. Doch auch Zweifel quälen ihn. „Der Ärger begann mit den Wundern“, sagt er, denn sie machten seine Widersacher argwöhnisch. Zuletzt geht er seinen Henkern entgegen und lässt das Publikum mit seinen Fragen, die sich zweifellos auftun, zurück. Zur Rettung der Menschen bietet er sein eigenes Leben an.

Der Eintritt zur Aufführung war frei, das Publikum spendete für den „Ave Hope Children Club“ in Damongo in Ghana.

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