Biomüll wird kontrolliert
Bioabfall: „Wir müssen besser sortieren“

Nordwalde -

In Kürze werden in der Gemeinde zwei Männer und zwei Frauen unterwegs sein. Sie haben eine eher unangenehme Aufgabe: Sie sollen den Biomüll in den Tonnen kontrollieren.

Donnerstag, 09.05.2019, 16:00 Uhr
Plastiktüten im Biomüll – immer wieder gibt es derartige und andere „Fehlwürfe“, die in der Summe dazu führen, dass rund zehn Prozent des jährlich eingesammelten Bioabfalls als Restmüll entsorgt werden muss.
Plastiktüten im Biomüll – immer wieder gibt es derartige und andere „Fehlwürfe“, die in der Summe dazu führen, dass rund zehn Prozent des jährlich eingesammelten Bioabfalls als Restmüll entsorgt werden muss.

Die Gemeinde Nordwalde kündigt an, in Kürze die Bioabfall-Tonnen zu kontrollieren. Oder besser: deren Inhalt.

Zwei Frauen und zwei Männer werden diese sicher unangenehme Aufgabe übernehmen. Sie sind Mitarbeiter der kreiseigenen Entsorgungsgesellschaft Steinfurt (EGST), sind aber von der Gemeinde beauftragt. Die Kontrolleure sollen einen Blick in die Biotonnen werfen. Wer „nicht richtig befüllt“ hat, wie es im Amtsdeutsch heißt, findet einen gelben Aufkleber auf seiner Tonne. Kommt dies mehrfach vor, gibt es einen roten Aufkleber – und die Tonne wird nicht geleert, informiert die Gemeinde in einer Pressemitteilung.

Ein Wiederholungstäter müsse also seine Biotonne erst einmal nachsortieren, damit sie wieder geleert wird. „Ganz üble Biotonnenverschmutzer bekommen auch schon bei der ersten Kontrolle die rote Karte gezeigt“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Die Bioabfälle aus Nordwalde werden im Kompostwerk der EGST in Saerbeck verwertet. Daraus entsteht im Normalfall wertvoller Kompost, der als Dünger auf die Äcker aufgebracht wird. „Alle nicht-kompostierbaren Abfälle, die in der Biotonne landen, müssen am Kompostwerk aufwendig aussortiert und anschließend teuer entsorgt werden. Diese Kosten tragen alle Bürger über ihre Müllgebühren, auch diejenigen, die ihren Bioabfall richtig sortieren“, erläutert Stefan Eggert, Abfallberater der Gemeinde.

Als Nebenprodukt der Kompostierung entstehe zudem Ökostrom für etwa 2000 Haushalte. Der Erlös aus dem Stromverkauf mindere die Abfallgebühren für alle Bürger des Kreises, nennt die Gemeinde in ihrer Mitteilung Gründe. „Um etw

Blicke in die Biotonnen sollen die Kontrolleure der EGST werfen.

Blicke in die Biotonnen sollen die Kontrolleure der EGST werfen. Foto: Gemeinde Nordwalde

as gegen die Ungerechtigkeit zu tun, dass gut sortierende Bürger genau so viel zahlen wie ,Müllferkel‘ und um dauerhaft die hohe Qualität des Steinfurter Komposts zu sichern“, seien nun die Biotonnenkontrolleure unterwegs.

„Jährlich rund 5000 Tonnen, immerhin fast zehn Prozent des eingesammelten Bioabfalls, müssen am Kompostwerk Saerbeck als Restabfall aussortiert werden“, so Franz Niederau, Geschäftsführer der EGST. „Das kostet Zeit und Kraft“. Am Ende bleibe zudem ein Risiko, dass ein Teil nicht erfasst wird und im Kompost auf unseren Gemüseackern landet. Das kann niemand wollen.“ Die Anzahl der Fehlwürfe sei zwar seit dem Jahr 2014 gesunken. Damals hat die EGST ihre Aufklärungskampagne als „Aktion saubere Biotonne“ gestartet. „Es geht aber noch viel besser.“

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