„Sanitäter vor Ort“ im Ernstfall immer zur Stelle
Es kommt auf jede Sekunde an

Nordwalde -

Bei einem Notfall können Minuten gefühlt zu Stunden werden. Vor allem dann, wenn der gerufener Rettungsdienst auf sich warten lässt. Im Ernstfall kann es aber auf jede Sekunde ankommen, deshalb gibt es beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) die „Sanitäter vor Ort“. „Wir werden immer automatisch dann alarmiert, wenn der Notarzt ausrückt“, sagt Christian Schlossarek, der zum 15-köpfigen Team der „Sanitäter vor Ort“ gehört und außerdem stellvertretender Leiter des DRK Nordwalde ist.

Freitag, 10.05.2019, 17:00 Uhr
Der stellvertretende Leiter des DRK-Ortsverbandes Christian Schlossarek (r.) und Fabian Müther (l.) gehören zum 15-köpfigen Team der Nordwalder „Sanitäter vor Ort“. Diese sind rund um die Uhr in Alarmbereitschaft, um bei Notfällen Erste Hilfe zu leisten.
Der stellvertretende Leiter des DRK-Ortsverbandes Christian Schlossarek (r.) und Fabian Müther (l.) gehören zum 15-köpfigen Team der Nordwalder „Sanitäter vor Ort“. Diese sind rund um die Uhr in Alarmbereitschaft, um bei Notfällen Erste Hilfe zu leisten. Foto: Marion Fenner

Bei einem Notfall können Minuten gefühlt zu Stunden werden. Vor allem dann, wenn der gerufener Rettungsdienst auf sich warten lässt.

In Nordwalde ist kein Notarzt stationiert, wenn er alarmiert wird, sollte er innerhalb von zwölf Minuten vor der Tür stehen. Je nachdem, ob er aus Borghorst, Greven oder Emsdetten kommt, kann das immer eine Weile dauern.

Im Ernstfall kann es aber auf jede Sekunde ankommen, deshalb gibt es beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) die „Sanitäter vor Ort“. „Wir werden immer automatisch dann alarmiert, wenn der Notarzt ausrückt“, sagt Christian Schlossarek , der zum 15-köpfigen Team der „Sanitäter vor Ort“ gehört und außerdem stellvertretender Leiter des DRK Nordwalde ist.

„Wir sind in den allermeisten Fällen nach zwei bis drei Minuten am Einsatzort und können erweiterte Erste Hilfe leisten“, verspricht Schlossarek. Die Sanitäter vor Ort sind umfassend ausgebildet und wissen, was zu tun ist. Zudem hat jeder eine Notfalltasche und einen Defibrillator dabei.

Jeder aus dem Team erhält die Nachricht für einen Einsatz auf seinem Pieper und auch eine Kurznachricht aufs Mobiltelefon. „Wer kann, fährt los“, erklärt Schlossarek. So sei auch einmal möglich, dass plötzlich mehrere Sanitäter vor der Tür stehen, das aber mal keiner kommt, sei noch nicht passiert.

„Wir sind rund um die Uhr in Alarmbereitschaft, es kann aber mal der Fall sein, dass es jemandem nicht möglich ist, den Arbeitsplatz zu verlassen oder sich der DRK-Sanitäter nicht in Nordwalde aufhält. Es gibt keine besonderen Dienstpläne. Einer aus der Gruppe hat immer Zeit“, ist Schlossarek überzeugt. Die meisten Arbeitgeber im Ort unterstützen uns vorzüglich und stellen ihre Mitarbeiter bei einen Notruf sofort frei“, sagt Schlossarek.

Es ist nicht selten, dass die „Sanitäter vor Ort“ ausrücken. „Statistisch haben wir alle zweieinhalb Tage einen Einsatz.“ Verkehrsunfälle, internistische Notfälle wie Kreislauf- oder Herzprobleme, Verletzungen – auf alles sind die ehrenamtlichen Sanitäter bestens vorbereitet. Allen steht zudem das Fahrzeug des DRK zur Verfügung, um auch im Außenbereich so schnell wie möglich am Einsatzort zu sein.

Mal versorgen die Sanitäter Wunden, ein anders mal ist eine Herzdruckmassage nötig. Überprüft werden auch Puls und Blutdruck. Nur Medikamente geben dürfen die Sanitäter nicht. „Wir überbrücken die Zeit, bis der Notarzt eintrifft und können dann den Patienten übergeben“, erklärt Fabian Müther .

Wenn der Betroffene dann in sicherer Obhut ist, kümmern sich die ehrenamtlichen Helfer auch noch um die Angehörigen. „Sie können schon mal recht aufgelöst sein und sind froh, wenn wir noch eine Weile bleiben“, weiß Schlossarek aus vielen Einsätzen.

Um Rot-Kreuz-Sanitäter vor Ort beim DRK werden zu können, ist eine mindestens 60-stündige Ausbildung vonnöten. Wer Rettungshelfer wird, absolviert eine 160-stündige Ausbildung, die 80 Stunden Theorie und 80 Stunden Praktikum in einer Rettungswache umfasst.

Einige aus dem Nordwalder Team haben sich in insgesa mt 360 Stunden zum Rettungssanitäter weitergebildet. Dafür haben sie – ebenfalls ausschließlich in ihrer Freizeit – einen Monat den theoretischen Stoff gelernt, einen Monat in der Rettungswache gearbeitet einen Monat lang ein Praktikum in einem Krankenhaus absolviert und eine einwöchige Prüfung abgelegt.

Zusätzlich finden regelmäßige Fortbildungen statt. In Nordwalde gehören sowohl Sanitäter als auch Rettungshelfer und Rettungssanitäter zum altersgemischten Team. Über weitere Unterstützer würden sich die Helfer sehr freuen. Dafür ist ein Mindestalter von 18 Jahren erforderlich.

Die Freude am Helfen ist es, die Schlossarek, Müther und deren Kollegen aus dem Team antreibt. Nicht immer geht alles glimpflich aus, doch auch dann wissen die Sanitäter vor Ort, dass sie ihr Bestes gegeben haben.

In viele Fällen erhalten sie positive Rückmeldungen – eine Bestätigung, wie wichtig die Aufgabe für den Ort ist.

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Wer die Sanitäter unterstützen will – sei es mit Spenden oder mit tatkräftiger Hilfe – kann sich an der DRK-Ortsverein Nordwalde, unter Telefon 48 70 oder per E-Mail an info@drk-nordwalde.de wenden.

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