Asylbewerber wegen Diebstahls und Schwarzfahrten vor Gericht
Zu 60 Sozialstunden verurteilt

Nordwalde/Rheine -

Diebstahl mit Gewalt am 22. Mai 2018 beim Realkauf in Nordwalde und drei Schwarzfahrten mit dem Zug warf die Staatsanwaltschaft am Mittwoch einem 20-jährigen Syrer aus Nordwalde bei der Gerichtsverhandlung in Rheine vor.

Donnerstag, 16.05.2019, 17:00 Uhr
Justitia
Justitia Foto: Z1006 Matthias Hiekel

Er ist Asylsuchender und soll mit zwei Komplizen Textilien bei Real im Wert von 109 Euro gestohlen, die Sicherheitsetiketten entfernt und einer Angestellten, die sich ihm hinter der Kasse in den Weg gestellt hätte, Pfefferspray ins Gesicht gesprüht haben.

Zudem sei er am 10. Januar 2018 und im März 2018 zweimal mit der Bahn von Nordwalde nach Münster gefahren.

Weil er nicht vorbestraft war und ihm der Einsatz von Pfefferspray nicht nachgewiesen werden ko nnte, den er selbst bestritt, kam er mit 60 Sozialstunden davon. Allerdings muss er den Betrag für das Diebesgut und die Schwarzfahrten von 135 Euro ersetzen. Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft .

„Den Diebstahl gebe ich zu, auch die Schwarzfahrten. Ich bekam damals kein Geld vom Job-Center, weil ich ein paar Termine versäumt hatte“, räumte er die vier Taten ein.

Aber mit dem Pfefferspray hätte er nichts zu tun. Er sei mit zwei ihm nicht näher bekannten Komplizen zu Real gegangen. Damals hätte er in Nordwalde im Asylbewohnerheim gewohnt. Sie hätten die Textilien in einer Umkleidekabine in den Rucksack gesteckt. Alle drei konnten entkommen.

Einen Tag später stellte sich der 20-Jährige freiwillig bei der Polizei, „weil dass, was ich getan hatte, nicht richtig war“, wie er vor Gericht sagte.

Seit 2015 lebt er in Deutschland und hat eine Duldung bis 2020. Inzwischen sei er zu seinem Onkel nach Rüsselsheim gezogen.

Den Deutschkurs hätte er nicht vollständig besucht. Das kritisierte der Richter, weil er auch vor Gericht noch einen Dolmetscher brauchte. Dennoch habe er jetzt eine Arbeit auf dem Bau gefunden, erklärte der Angeklagte.

Die 53-jährige Angestellte bei Real beschrieb den Einsatz von Pfefferspray als sehr unangenehm. „Zum Glück trage ich eine Brille, so dass ich es nicht in die Augen bekommen habe. Aber ich hatte sofort Atemnot“, sagte sie.

Den Angeklagten konnte sie als Täter aber nicht identifizieren. „Ich meine, der Täter hatte lange Haare und einen Pferdeschwanz“, so ihre Einlassung. Damit war die schwerwiegendste Tat, der Einsatz von Pfefferspray, nicht nachzuweisen.

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