Europawahl
Grüne übertreffen die Erwartungen

Nordwalde -

Jubel bei den Grünen, kein Grund zur Freude bei CDU und SPD: Die Grünen dürfen sich als Gewinner der Europawahl fühlen. Sie holten mehr als doppelt so viele Stimmen als vor fünf Jahren. CDU und SPD müssen analog zum Bundestrend deutliche Verluste verkraften.

Sonntag, 26.05.2019, 21:45 Uhr aktualisiert: 26.05.2019, 22:01 Uhr
Um 18 Uhr wurde die Wahlurne mit den Stimmzetteln aus der Briefwahl ausgekippt und mit der Auszählung begonnen.
Um 18 Uhr wurde die Wahlurne mit den Stimmzetteln aus der Briefwahl ausgekippt und mit der Auszählung begonnen. Foto: Vera Szybalski

Die CDU hat bei der Europawahl die meisten Stimmen der Nordwalder erhalten, muss aber deutliche Verluste im Vergleich zur Abstimmung vor fünf Jahren hinnehmen. Die Christdemokraten verloren im Vergleich zu 2014 etwas mehr als zehn Prozent. Auch für die SPD haben deutlich weniger Menschen gestimmt. Als Gewinner der Wahl dürfen sich die Grünen fühlen, die ihr Ergebnis mehr als verdoppelten.

Wie im Deutschlandtrend gewannen die Grünen in Nordwalde kräftig Stimmen dazu, überholten die SPD und landeten bei 21,6 Prozent. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagte Klaus Kormann , zweiter Vorsitzender der Grünen in der Gemeinde. Seine Hoffnung auf 15, vielleicht 17 Prozent wurde sogar noch übertroffen: „Das ist ein sehr, sehr gutes Ergebnis.“ Dafür verantwortlich machte Kormann vor allem den Klimaschutz, der in den vergangenen Monaten nicht nur wegen der „Fridays for Future“ breit diskutiert wurde: „Das Thema Klima, das für uns seit 30, 40 Jahren Thema ist, ist jetzt bei vielen Menschen angekommen.“

CDU verliert fast elf Prozent

Nicht nur über das eigene Ergebnis, auch über die im Vergleich zum Bundestrend geringere Stimmenanzahl der AfD freute sich Kormann: „Es ist genauso schön, dass es in Nordwalde keine nennenswerte Anzahl an Wählern der AfD gibt. Grundsätzlich sind 4,5 Prozent aber immer noch zu viel.“

Deutlich weniger Grund zur Freude gab es bei den Christdemokraten, obwohl sie am meisten Stimmen in Nordwalde holten. „Da gibt es nichts schön zu reden“, sagte Jonas Hülskötter, Vorsitzender der CDU in Nordwalde. Von 53 Prozent im Jahr 2014 fielen die Christdemokraten auf 42,1 Prozent. „Dass wir einiges an Prozentpunkten verlieren, war absehbar nach dieser Woche“, spielte Hülskötter auf das „CDU-Bashing der Youtuber“ sowie die Diskussion um Uploadfilter im Internet an. „Daraus müssen jetzt die Lehren gezogen werden.“ Hülskötter machte für das Abschneiden nicht die Politik der CDU auf kommunaler Ebene verantwortlich: „Das war auf keinen Fall eine Abrechnung mit der Kommunalpolitik.“

Ergebnis der SPD sei der „Gesamtsituation“ geschuldet

Wie die CDU muss auch die SPD in Nordwalde analog zum Bundestrend mit deutlichen Verlusten leben. Lediglich 16,1 Prozent der Nordwalder gaben den Sozialdemokraten ihre Stimme. „Das ist schade für die SPD“, sagte Ortsvorsitzende Annette Bösert. Das Ergebnis sei der „Gesamtsituation“ der Partei geschuldet. Entscheidend seien „vorrangig Europathemen“, nicht die Kommunalpolitik gewesen.

Besser lief es für die Nordwalder FDP. Sie kletterte von 3,3 Prozent in 2014 auf 6 Prozent. „Wir sind zufrieden“, sagte Ortsverbandsvorsitzender Frank Wienker. „Das ist das erwartete, gute Ergebnis.“ Nicht nur Wienker freute sich über die hohe Wahlbeteiligung. 69,61 Prozent der wahlberechtigten Nordwalder gaben ihre Stimme ab. Vor fünf Jahren waren es noch 63,4 Prozent, obwohl zeitgleich Kommunalwahlen stattfanden, die meistens für eine höhere Wahlbeteiligung sorgen.

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