Zwei Familienväter verurteilt
Lange Haft für Drogenhändler

Nordwalde/Münster -

Als die Polizei zugriff, hatten die beiden Nordwalder Drogenhändler gerade vier Kartons mit 135 Kilogramm Marihuana entgegen genommen. Im Prozess am Landgericht Münster wurden die zwei Familienväter jetzt zu langen Haftstrafen verurteilt.

Montag, 03.06.2019, 18:38 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 19:44 Uhr
Zwei Familienväter im Alter von 33 und 36 Jahren müssen wegen Drogenhandels im großen Stil für sieben Jahre und zehn Monate sowie sechs Jahre und sechs Monate in Haft.
Zwei Familienväter im Alter von 33 und 36 Jahren müssen wegen Drogenhandels im großen Stil für sieben Jahre und zehn Monate sowie sechs Jahre und sechs Monate in Haft. Foto: dpa

Wegen Drogenhandels im großen Stil wurden am Montag von der Kammer am Landgericht Münster ein 33-jähriger und ein 36-jähriger Familienvater aus Nordwalde zu sieben Jahren und zehn Monaten sowie sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Polizeibeamte hatten die beiden am 17. November vergangenen Jahres observiert, als die Angeklagten in der Lagerhalle ihres Autohandels am Industrieweg in Wettringen waren. Die Polizisten griffen zu, nachdem ein 62-jähriger kroatischer Kurierfahrer den Familienvätern vier Kartons mit 135 Kilogramm Marihuana übergeben hatte und knapp 70 000 Euro in bar gezahlt worden waren.

In fünf Fällen mit Marihuana und Kokain gehandelt

Die Angeklagten standen bereits seit August 2018 unter polizeilicher Beobachtung. Beide Männer aus Nordwalde haben laut Urteil in fünf Fällen mit 190 Kilogramm Marihuana und 102 Gramm Kokain gehandelt, wie der Vorsitzende Richter der Kammer in der Urteilsbegründung sagte: „Die Tätigkeit lag im hoch professionellen Dealer-Bereich. Wir sind sicher, dass Sie eine gute bis sehr gute Qualität verkauft haben. Sie hatten feste Kunden für größere Abnahmemengen“.

Der Fahrer aus Kroatien kam mit vier Jahren und neun Monaten glimpflicher davon. Eine 52-jährige Immobilienmaklerin aus Greven, die bei drei Fahrten in die Niederlande im September und Oktober 2018 insgesamt 54 Kilogramm über die Grenze geschmuggelt haben soll, wurde zu vier Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Die Angeklagten bereuen ihre Taten

Beide Angeklagte wurden wegen unerlaubter Einfuhr von Drogen über die Grenze nach Deutschland und Beihilfe zum Drogenhandel verurteilt. Die Haftbefehle gegen alle vier Angeklagten blieben bestehen. Damit dauert die Untersuchungshaft bis zu der nach Rechtskraft des Urteils anschließenden Strafhaft an.

Als Wertersatz aus dem Bruttoertrag des Handelns legte die Kammer dem 33-jährigen Autohändler aus Nordwalde eine Gesamtschuld von 274 500 Euro, seinem 36-jährigen Komplizen 157 500 Euro auf. Beide Männer bereuten ihre Taten in ihrem letzten Wort zutiefst und entschuldigten sich bei ihren Familien. An den Richter gewandt, sagte der 33-Jährige: „Ich hoffe auf ein richtiges, aber kein vernichtendes Urteil.“

Professionell mit Drogen gehandelt

Die Immobilienmaklerin schuldet dem Staat 4050 Euro Wertersatz. „Es tut mir leid“, sagte sie in ihrem letzten Wort. Der kroatische Fahrer muss den Wertersatz von knapp 70 000 Euro aus den vier Kartons mit 135 Kilogramm Marihuana erstatten, die bei ihm sichergestellt wurden.

Die Haupttäter waren die Autohändler aus Nordwalde, die in Wettringen nicht nur mit Fahrzeugen, sondern professionell mit Drogen handelten. Die Männer behaupteten, dass die Bestellung der Drogen nicht über sie gelaufen sei, sondern sie nur ihre Lagerhalle zur Verfügung gestellt hätten. Dafür sollten sie 14 Kilogramm Marihuana für den Verkauf und eine kleinere Summe Bargeld erhalten. Die Kammer lastete ihnen aber die volle Täterschaft an.

Kammer: 33-Jähriger ist der Kopf der Drogenbande

Zudem hatten die beiden Nordwalder am 12. Oktober vergangenen Jahres in Dortmund 102 Gramm Kokain gekauft und verkauft. Ihr Gewinn lag damals bei 900 Euro, die sie sich teilten. Die Kammer hielt den 33-Jährigen für den Kopf der Drogengeschäfte. Mit dem Urteil folgte sie größtenteils den Anträgen der Staatsanwaltschaft.

Die Autohändler hätten auch die Immobilienmaklerin aus Greven für Kurierfahrten angeheuert. Bei ihrer Festnahme am 20. November 2018 wurden in ihrem Keller und im Garten der Anbau von Marihuana festgestellt.

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