Brüggemannsbach wurde renaturiert
Ein Projekt, viele Vorteile

Nordwalde -

Seit 2015 arbeitet die Gemeinde daran, den Brüggemannsbach zu renaturieren. Eine 2,3 Kilometer lange Strecke wurde aufgeweitet, circa 30 000 Kubikmeter Boden wurden dafür abgetragen. Das Projekt hat primär ökologische Gründe mit positiven Nebeneffekten

Freitag, 07.06.2019, 18:00 Uhr
Der Brüggemannsbach wurde in den vergangenen Jahren ausgeweitet. Den renaturierten Bach weihten (v.l.) Timo Kaup, Thomas Spieker, Marco Pfeil, Sonja Schemmann, Bernd Schmelzer und Heiner Bücker am Freitag ein.
Der Brüggemannsbach wurde in den vergangenen Jahren ausgeweitet. Foto: Gemeinde

Es ist geschafft: Mehr als vier Jahre hat die Gemeinde daran gearbeitet, den Brüggemannsbach zu renaturieren. Jetzt sind die letzten Arbeiten abgeschlossen. Das Projekt hat die Gemeinde bei einer Feierstunde am Freitagvormittag vorgestellt. Bürgermeisterin Sonja Schemmann hielt auf dem Bispinghof eine kurze Rede, bevor sie mit vielen Gästen zu einer Fahrradtour entlang des renaturierten Bachs aufbrach. Neben Vertretern der an den Arbeiten beteiligten Institutionen, Firmen und Vereine machten sich auch zahlreiche Nordwalder Bürger mit dem Fahrrad auf den Weg.

An der ersten Station einige Hundert Meter hinter dem Bispinghof schnitten Schemmann, Timo Kaup und Thomas Spieker von der Bezirksregierung Münster, Marco Pfeil von der Arbeitsgemeinschaft Wasser- und Bodenverbände, Bernd Schmelzer vom gleichnamigen Ingenieurbüro, das das Projekt geplant und ausgeführt hat und Heiner Bücker vom Kreis Steinfurt ein rotes Band durch und weihten damit den renaturierten Bach ein.

30 000 Kubikmeter Boden abgetragen

Bereits an der ersten Station ließ sich beobachten, wie sich der Brüggemannsbach verändert hat. Die Gemeinde hat den Bach auf einer Strecke von 2,3 Kilometern ausgeweitet. Dafür hat sie etwa 30 000 Kubikmeter Boden abtragen lassen. Es wurden Auen geschaffen, also Gebiete, die der Bach überschwemmen kann und soll. Das fördert die Lebensbedingungen von Kleinstlebewesen. In den Bachlauf hat die Gemeinde zudem Baumstämme integriert, damit sich dort Kleinstlebewesen ansiedeln können. Die Aufweitung des Brüggemannsbachs hat primär ökologische Gründe mit positiven Nebeneffekten.

Brüggemannsbach wird renaturiert

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  • Den renaturierten Bach weihten (v.l.) Timo Kaup, Thomas Spieker, Marco Pfeil, Sonja Schemmann, Bernd Schmelzer und Heiner Bücker am Freitag ein.

    Foto: Vera Szybalski
  • Die Gemeinde hat den Bach auf einer Strecke von 2,3 Kilometern ausgeweitet. Dafür hat sie etwa 30 000 Kubikmeter Boden abtragen lassen.

    Foto: Vera Szybalski
  • Silvia und Uwe Schmitz (r.) hatten die Idee zu den Hinweistafeln, die sie unter anderem mit der Werkgruppe des Heimatvereins realisierten.

    Foto: Vera Szybalski
  • In den Bachlauf hat die Gemeinde zudem Baumstämme integriert, damit sich dort Kleinstlebewesen ansiedeln können. Die Aufweitung des Brüggemannsbachs hat primär ökologische Gründe mit positiven Nebeneffekten.

    Foto: Vera Szybalski
  • Es waren zahlreiche Menschen an dem Projekt beteiligt.

    Foto: Vera Szybalski
  • Seit 2015 arbeitet die Gemeinde daran, den Brüggemannsbach zu renaturieren. Eine 2,3 Kilometer lange Strecke wurde aufgeweitet, circa 30 000 Kubikmeter Boden wurden dafür abgetragen. Das Projekt hat primär ökologische Gründe, aber noch positive Nebeneffekte. Zum einen wurde damit eine Ausgleichsfläche für ein Industriegebiet geschaffen, zum anderen bietet die Ausweitung einen gewissen Schutz bei Starkregen. Foto: Gemeinde Nordwalde
  • Seit 2015 arbeitet die Gemeinde daran, den Brüggemannsbach zu renaturieren. Eine 2,3 Kilometer lange Strecke wurde aufgeweitet, circa 30 000 Kubikmeter Boden wurden dafür abgetragen. Das Projekt hat primär ökologische Gründe, aber noch positive Nebeneffekte. Zum einen wurde damit eine Ausgleichsfläche für ein Industriegebiet geschaffen, zum anderen bietet die Ausweitung einen gewissen Schutz bei Starkregen. Foto: Vera Szybalski
  • Seit 2015 arbeitet die Gemeinde daran, den Brüggemannsbach zu renaturieren. Eine 2,3 Kilometer lange Strecke wurde aufgeweitet, circa 30 000 Kubikmeter Boden wurden dafür abgetragen. Das Projekt hat primär ökologische Gründe, aber noch positive Nebeneffekte. Zum einen wurde damit eine Ausgleichsfläche für ein Industriegebiet geschaffen, zum anderen bietet die Ausweitung einen gewissen Schutz bei Starkregen. Foto: Vera Szybalski
  • Seit 2015 arbeitet die Gemeinde daran, den Brüggemannsbach zu renaturieren. Eine 2,3 Kilometer lange Strecke wurde aufgeweitet, circa 30 000 Kubikmeter Boden wurden dafür abgetragen. Das Projekt hat primär ökologische Gründe, aber noch positive Nebeneffekte. Zum einen wurde damit eine Ausgleichsfläche für ein Industriegebiet geschaffen, zum anderen bietet die Ausweitung einen gewissen Schutz bei Starkregen. Foto: Pjer Biederstädt

„Die Optimierung der Gewässerstruktur hat in vielerlei Hinsicht ihren Zweck erfüllt“, sagte Schemmann. Das Projekt ist eine Ausgleichsmaßnahme für das Industriegebiet an den Bahngleisen und soll bei Hochwasser helfen: Der Brüggemannsbach ist das einzige Gewässer, das Wasser aus der Ortslage aus Nordwalde hinausführt. Bei Starkregen kann der Bach jetzt über die Ufer treten, ohne dass größere Schäden angerichtet werden.

Unterstützung von den Behörden

Die Renaturierung kostete 920 000 Euro und damit fast das Dreifache, was die Gemeinde ursprünglich an Kosten veranschlagt hatte. Nach der Ausschreibung hatte die Gemeinde festgestellt, dass die veranschlagten finanziellen Mittel bei Weitem nicht ausreichen. Schemmann dankte der Bezirksregierung, die nach der Kostensteigerung mit einer entsprechend erhöhten Förderzusage beisprang. Denn zu 90 Prozent wurde das Projekt vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. „Wir sind von den Behörden, der Bezirksregierung und dem Kreis, sehr stark unterstützt worden“, sagte Schemmann, die auch einen Dank an den Gemeinderat richtete, der den entsprechend höheren Eigenanteil bereit stellte.

Um die 30 000 Kubikmeter Boden abzutragen, musste die Gemeinde eine Baustraße schaffen. Die baute sie an bestimmten Stellen nicht zurück, sondern nutzte sie als Unterbau für einen Geh- und Radweg. So ist ein Münsterländer Pättkes entstanden.

Letzten Schilder am Freitag montiert

Wer mit dem Fahrrad eine Tour entlang des Brüggemannsbachs macht, kann auf fünf Hinweistafeln mehr über die Renaturierung erfahren. Verwaltungsmitarbeiter Uwe Schmitz und seine Frau Silvia hatten die Idee dazu und haben Bilder gemacht und Texte geschrieben. Die Werkgruppe des Heimatvereins hat mit Hilfe von einigen Firmen die Hinweistafeln gebaut. Alles musste schnell gehen: Die Idee mit den Hinweisschildern ist erst vor drei Wochen entstanden. Die letzten Schilder wurden noch am Freitagmorgen montiert.

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