Geschwindigkeitskontrolle im Scheddebrock
Motorradfahrer ist 51 km/h zu schnell

Nordwalde -

Es sind vor allem Motorradfahrer, die den Scheddebrock sonntagvormittags in eine Rennstrecke verwandeln. Den Eindruck haben einige Anwohner. Die Polizei führte jetzt Geschwindigkeitskontrollen durch. Den unrühmlichen Titel als Spitzenreiter in Sachen Höchstgeschwindigkeit sicherte sich ein Motorradfahrer aus den Niederlanden. Ein anderer Zweiradfahrer flüchtete vor der Polizei.

Montag, 10.06.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 11.06.2019, 08:15 Uhr
Im Scheddebrock hat Polizist Ludger Schroeder mit seinen Kollegen Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt.
Im Scheddebrock hat Polizist Ludger Schroeder mit seinen Kollegen Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Foto: Vera Szybalski

Wer den Scheddebrock als Rennstrecke nutzt und dabei gerne mal die erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschreitet, für den wurde es am Pfingstsonntag teuer. Denn die Polizei blitzte am Vormittag in der Bauerschaft. Im Visier hatten die Beamten vor allem Motorradfahrer. Wer mit seinem Motorrad auf Höhe der Gaststätte Tiemann-Denker schneller als mit den erlaubten 50 km/h unterwegs war, wurde von der Polizei noch im Scheddebrock kontrolliert.

Hintergrund der Aktion war die Beschwerde einiger Anwohner über zu schnell fahrende Motorradfahrer, besonders am Sonntagvormittag. Bereits eine Woche zuvor hatte die Polizei in der Bauerschaft eine mobile Blitzeranlage aufgestellt. Dabei hatte sie „erhebliche Geschwindigkeitsverstöße“ festgestellt, sagte Polizeihauptkommissar Ludger Schroeder , Leiter des Verkehrsdienstes des Kreis Steinfurt. Das Problem: Die Polizei kann die Motorradfahrer aufgrund ihres Helmes oftmals nicht eindeutig identifizieren. Die Verfahren werden deshalb häufig eingestellt, sagte Schroeder. „Kradfahrer fühlen sich relativ sicher, dass sie nicht erkannt werden.“

Weniger Motorradfahrer geblitzt als in der Vorwoche

Damit das diesmal nicht passiert, hatte der Verkehrsdienst an der Bernardus Alm und bei Holzland Waterkamp zwei Kontrollpunkte eingerichtet. Motorradfahrer, die geblitzt wurden, wurden noch im Scheddebrock persönlich kontrolliert. Acht Fahrer landeten so bei Schroeder und seinen Kollegen. „Das sind relativ wenige“, sagte der Leiter des Verkehrsdienstes. Zum Vergleich: In der Vorwoche hatte die Polizei an dem Sonntag zwischen 9 und 13 Uhr noch 78 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. 58 Mal davon waren es Motorradfahrer, die zu schnell fuhren.

Im Scheddebrock appelliert die Verkehrsbehörde mit Schildern an die Autofahrer und Motorradfahrer, nicht zu schnell zu fahren.

Im Scheddebrock appelliert die Verkehrsbehörde mit Schildern an die Autofahrer und Motorradfahrer, nicht zu schnell zu fahren. Foto: Vera Szybalski

Einen spektakulären Fall erlebte Schroeder aber auch am Pfingstsonntag. Ein Motorradfahrer ließ sich von den Polizisten zunächst zwar noch auf den Parkplatz der Bernardus Alm lotsen, ganz so, als wolle er anhalten. Dann gab der Fahrer aber Gas, verlor bei der Fahrt über ein Stück Rasen fast die Kontrolle über sein Motorrad und fuhr davon, erzählt Schroeder. Ein in zivil gekleideter Motorradfahrer der Polizei holte den Verkehrssünder aber ein und stellte bei der Kontrolle fest, dass dieser bereits seit 15 Jahren ohne Führerschein fährt.

Niederländer muss 190 Euro zahlen

Der Spitzenreiter in Sachen Höchstgeschwindigkeit war an diesem Tag noch ein anderer Motorradfahrer. Der Niederländer fuhr 101 km/h und war damit 51 km/h zu schnell. Vier km/h wurden als Toleranz abgezogen, dennoch musste der Niederländer noch an Ort und Stelle 190 Euro bezahlen, weil er keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat.

Die Polizei versucht, etwa mit harten Strafen bei verbotenen Rennen, das Problem in den Griff zu bekommen. Es besteht auch die Möglichkeit, den Motorradfahrern aufzuerlegen, ein Fahrtenbuch zu führen. Benjamin Kerver hilft das alles erst mal nicht. Den Inhaber der Bernardus Alm ärgern die lauten Geräusche, die die hochgerüsteten Motorräder verursachen, und er macht sich Sorgen um die Sicherheit der Anwohner, besonders der kleinen Kinder, sowie seiner Gäste.

Schwieriger Kampf um ein Tempolimit

Auf Höhe seiner Gaststätte sind 100 km/h erlaubt. Kerver wünscht sich ein Tempolimit. Seine Gespräche mit Verantwortlichen beim Kreis Steinfurt haben bislang nichts gebracht: „Das ist alles im Sande verlaufen.“ Wie schwierig der Kampf um eine Geschwindigkeitsbegrenzung sein kann, weiß Kerver: „Mein hat Vater hat schon vor 30 Jahren versucht, ein Tempolimit hinzubekommen.“

Wenn Motorradfahrer mit mehr als 100 km/h an der Bernardus Alm vorbeifahren, werden sie auch zum Ärgernis von Inhaber Benjamin Kerver.

Wenn Motorradfahrer mit mehr als 100 km/h an der Bernardus Alm vorbeifahren, werden sie auch zum Ärgernis von Inhaber Benjamin Kerver. Foto: Vera Szybalski

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